Youngtimer Garage dust in the wind Sandstrahlen Köln
Youngtimer Garage: Für Fahrer und Schrauber von Fahrzeugen aus den 60er, 70er und 80er Jahren
Was bedeutet „restauriert“?
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In Anzeigen für Oldtimerfahrzeuge liest man oft „teilrestaurierter Zustand“ oder „umfangreich restauriert“ oder ähnliches. Was bedeutet diese Aussage für den Käufer? Zum einen kann er davon ausgehen, dass das Fahrzeug nicht mehr ganz im originalen Zustand ist. Zum anderen ist eine Restaurierung aber in jedem Fall mehr als einmal waschen, polieren und grundlegende Fahrtüchtigkeit herstellen. Eine Gewährleistung oder Garantie ist mit diesem Begriff aber nicht gegeben. Die Teilrestaurierung kann auf die Karosserie und/oder Innenraum bezogen sein oder wesentliche Teile des Fahrwerks und/oder Motors mit einschließen. Gerade der Begriff „teilrestauriert“ ist aus juristischer Sicht zu vage, da meist nicht eindeutig ist, zu wieviel Prozent die Restaurierung erfolgt ist – auch eine 5% Restaurierung ist damit zum Teil erfolgt. In jedem Fall ist aber eine qualitativ hochwertige Ausführung der Arbeit zu erwarten, sonst handelt es sich nicht um eine Restaurierung. Je konkreter die Angaben zu den erfolgten Arbeiten sind, desto besser stehen die Chancen, falls es nach dem Kauf zu Beanstandungen kommt.

Die Bezeichnung eines Oldtimer-Fahrzeugs als „restauriert“ stellt die Zusicherung einer Eigenschaft dar. Der Käufer darf davon ausgehen, daß eine grundlegende, sorgfältige und fachmännisch ausgeführte vollständige Befreiung von Rost und ein Schutz vor baldigem erneuten Rostbefall erfolgt ist.
Ein Oldtimer-Fahrzeug kann nicht an den Maßstäben gemessen werden, die an ein durchschnittliches Gebrauchsfahrzeug zu stellen sind, wo ein dem normalen Alterungsprozeß entsprechender Rostbefall als typische Abnutzungserscheinung angesehen wird. Dieser Sachmangel wird nicht vom vertraglichen Gewährleistungsausschluß erfaßt, weil sich dieser nur auf äußerlich erkennbare Mängel bezieht.

OLG Köln vom 26.05.1997
AZ 7 U 185/96

Bei einer „detailgetreuen Restaurierung“ darf man davon ausgehen, dass sämtliche Teile des Fahrzeugs in einer dem Originalzustand entsprechenden Qualität durchgeführt wurden. Üblicherweise wird das Fahrzeug dabei vollständig zerlegt und bis in die letzte Schraube wieder aufgebaut. Gerade bei älteren Fahrzeugen mit schlechter Ersatzteillage muss man dabei aber auf Teile aus Reproduktion setzen. Bei einem Gutachter wird man ohne dokumentierten Nachweis einer Totalzerlegung niemals die Zustandsnote „eins“ erhalten.

Die Kosten für eine vollständige und detailgetreue Restaurierung stehen immer erst nach Abschluss aller Arbeiten fest. Wer sich schon vor Beginn der Restaurierung auf Pauschalpreise einer Werkstatt oder einen Kostenvoranschlag für alle erforderlichen Arbeiten einlässt, hat meist irgendwann mit Qualitätsmängeln zu kämpfen oder der Kostenvoranschlag hat bereits alle Risiken eingeschlossen. Damit hat die Restaurierung dann aber wirtschaftlich auch meist keinen Sinn mehr.

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