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Youngtimer Garage: Für Fahrer und Schrauber von Fahrzeugen aus den 60er, 70er und 80er Jahren
Was bedeutet NOS als Abkürzung in Anzeigen?
Categories: Allgemein

In englischsprachigen Anzeigen oder Produktbeschreibungen zu Oldtimerteilen stößt man hin und wieder auf die Abkürzung NOS. Das hat dann aber meist gar nichts mit der Firma „Nitrous Oxide Systems“ zu tun. Letztere vertreibt hauptsächlich Produkte zur Leistungssteigerung. Wir suchen aber wahrscheinlich gerade nach einem alten Blinker, einem Teppich für den Innenraum oder beispielsweise klassischen Sitzbezügen. In diesem Fall bedeutet NOS üblicherweise new old stock.

Kein NOS System

Das ist nicht gemeint

Ja, toll – und was heisst das jetzt?

Das bedeutet, die angebotenen Teile sind neu (new) im Sinne von nie benutzt oder sogar noch in Originalverpackung. Gleichzeitig sind sie aber auch alt (old). Teilweise wurden sie noch vor der Erstzulassung des betreffenden Fahrzeugs hergestellt. Es handelt sich damit also um im Lager (stock) gealterte Ware. Wer sich sehr ernsthaft mit der originalgetreuen Restaurierung von historischen Fahrzeugen auseinandersetzt, wird früher oder später auf derartiges Material treffen.

Wenn beispielsweise ein 1956er Ford hergestellt wurde, dann hat ein Zulieferer wahrscheinlich schon 1955 begonnen, Sitzbezüge für die Fahrzeuge zu produzieren. Noch heute gibt es Restbestände der alten Produktion auf Lager. Aber auch im Lager kann Material altern. Besonders Kunststoffe oder Gummis werden mit der Zeit spröde, die Chemie in Farben reagiert ganz langsam und lässt Nuancen nach über 50 Jahren anders erscheinen. Wer volle Originalität will, wird um eben solches Material dennoch nicht herum kommen und nimmt zusätzliche Nachbearbeitung und Aufbesserung in Kauf. Als Alternative bieten sich orginalgetreue Reproduktionen an. Reproduktionen nehmen die Muster der alten Teile (näherungsweise) auf und fertigen entweder mit originalen Materialien auf orginalen Maschinen der ehemaligen Produktion neu oder kopieren mit modernen und kostengünstigen Werkstoffen.

Die Qualität der Reproware kann dabei schwanken. Das reicht von 100% passenden Golf I GTI Sitzbezügen im Originalmuster, über Querlenkerdämpfer, die heute bessere Qualität haben als damals, bis hin zu Reparaturblechen, die in Vietnam extrem günstig hergestellt wurden, aber beim Einbau nicht genau passen und schon auf dem Transportweg ersten Rost ansetzen.

Neben dem Kostenaspekt – ewige Lagerkosten haben ihren Preis – ist es eine Frage der Belastbarkeit des Materials, ob ich gebrauchte Originalware, NOS-Parts, Reproduktionen oder einfach nur ähnliche und irgendwie passende Teile einsetze. Ähnlich wie bei der professionellen Restaurierung von Gemälden muss ich entscheiden, ob das Ergebnis hinterher nur funktionieren, gut aussehen oder museumswertig rekonstruiert werden soll.

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