Schrauberplatz 2015 gesucht

Seit einigen Jahren (Version 2013 und 2012) versuche ich, motivierte Selbstschrauber bei der Suche nach einer Halle oder Unterstellmöglichkeit zu unterstützen. Das soll auch 2015 so bleiben. Um Fragen vorzubeugen: In der Youngtimergarage Köln ist derzeit nichts frei und wenn durch gelegentliche Fluktuation mal wieder ein Stellplatz frei wird, gucke ich zuerst in die Kommentare unter diesem Beitrag, überlege wer passen könnte und schreibe diese Leute gezielt per Email an.

In unregelmäßigen Abständen lade ich auch zu einem Treffen in ein Lokal meiner Wahl, berichte was bei Kauf oder Anmietung einer Halle zu beachten und meist finden sich dort 3-4 Interessierte zu einer eigenen Schraubergemeinschaft zusammen.

Bitte hinterlasst bei Interesse einen Kommentar und beschreibt in Kurzform:

  • Was sucht ihr (Quadratmeter, Gegend, maximaler Preis)
  • Was habt ihr (ein Auto, zwei Roller, fünf Hühner, …)
  • Was bietet ihr (habe Schweißgerät, zwei linke Hände, Kompressor, …)
  • Sonstiges (Schlaghosen und grelle Nylonpullunder bevorzugt, US-Car Fetischist, …)
  • Kontaktemail, Homepage, etc.

Mein Tipp: Für einen guten Schrauberplatz benötigt Ihr ca. 20qm pro Fahrzeug. Wer nur parken will, findet meist kleinere und günstigere Angebote in einer Tiefgarage. Wasser, Strom, Licht, Heizung sollten vorhanden sein und zu hohe Luftfeuchtigkeit schadet nicht nur den alten Autos sondern auch dem Werkzeug. Siehe auch diesen Beitrag von 2011.

Fahrzeugsitze reparieren

Lucky Needle zeigt in diesen drei Videos, wie man einen beschädigten Autositz aus Leder oder Kunstleder fachgerecht reapariert. Der Beispielsitz war auf der Einstiegsseite gerissen.

 

Video 1 zeigt die Demontage des Sitzes und des Bezugsstoffes.

In Video 2 wird die Fläche der Sitzwange aufgetrennt und ein passgenaues Ersatzstück gefertigt

Im dritten und letzten Video werden wieder alle Teile zusammengefügt

Der Adler ist gelandet

Neuzugang in der Youngtimer Garage und doch schon ein echter Oldtimer:

Ich habe nun eine über 65 Jahre alte Adler 30-1, erworben über das große Internetauktionshaus im Doppelpack mit einer Frobana. Letztere gibt mir allerdings noch Rätsel auf und geht eventuell nach erfolgter Aufbereitung wieder in den Verkauf. Die Firma Adler – heute Dürkopp Adler AG, früher Kochs Adler Nähmaschinenwerke AG – aus Bielefeld stellte Fahrzeuge (Autos, Fahrräder, Roller) aber eben auch hochwertige Nähmaschinen her. Details und Bilder gibt es hier.

Mit dieser Maschine allein sollte man nicht professionell als Sattler arbeiten. Aber um kleine Reparaturen im Fahrzeuginnenraum oder am Cabriodach selbst durchführen zu können, kann man sich mit einer Nähahle quälen oder eine Sattlernähmaschine nutzen. Vor dem ersten Einsatz erfolgte allerdings erst einmal die Demontage und Reinigung. Offensichtlich war diese Adler 30-1 lange Jahre im harten Einsatz und danach eine Weile vergessen, bevor sie nun wieder zum Leben erweckt wurde. Gammel, Schmutz und Rost nagen am Zahn der Zeit. Keine Angst: Es ist zwar alles ein bischen kleiner und feiner als bei den sonst von mir beschraubten Autos, aber die Mechanik der Maschine ist extrem robust und die Funktionsweise der wichtigsten Teile erschließt sich schnell von selbst.

 

Eine alte 30-1 bis zu dem Zustand ganz unten werden noch drei volle Tage Arbeit vergehen. Einzelteile wie fehlende Schrauben, neuer Treibriemen, Spulgummi, Nadeln und Faden sind bestellt und kommen schnell geliefert von www.altenaehmaschine.de

Eine alte Adler 30-1. Bis zu dem Zustand ganz unten werden noch mehr als drei volle Tage Arbeit vergehen. Einzelteile wie fehlende Schrauben, neuer Treibriemen, Spulgummi, Nadeln und Faden sind bestellt und kommen schnell geliefert von www.altenaehmaschine.de

Der Untertisch bei Ankunft in Köln. Stabil schon, aber grob Misshandelt und optisch völlig fertig.

Der Untertisch bei Ankunft in Köln. Stabil schon, aber viele Jahre grob misshandelt und nun optisch völlig fertig. Die Mechanik schleift und quietscht.

Hier kann man schon die erheblichen Fortschritte beim Untertisch erkennen. Erst abschleifen, dann Lasur und zweifach Klarlack aufgetragen. Die Mechanik wurde entfettet, gereinigt und poliert. Leider fehlen hier die Bilder von der Reinigung der Maschine selbst. Sie waren trotz Blitzlicht verwackelt. Erstreinigung erfolgte mit Seifenlauge, dann mit Kaltreiniger, die freien Stellen mit Pinsel und Zahnbürste reinigen, fiesen Klebeschmier eines halben Jahrhunderts überall abtragen. Anschließend alles mit WD-40 behandeln und wieder reinigen. Druckluft vorsichtig zum Wegblasen von Dreck anwenden.

Hier kann man schon die erheblichen Fortschritte beim Untertisch erkennen. Erst abgeschliffen, dann Lasur und zweifach Klarlack aufgetragen. Die Mechanik wurde entfettet, gereinigt und poliert. Leider fehlen hier die Bilder von der Reinigung der Maschine selbst. Die Aufnahmen waren trotz Blitzlicht verwackelt. Die Erstreinigung aller Metallteile erfolgte mit Seifenlauge, dann mit Kaltreiniger, die feinen Stellen mit Pinsel und Zahnbürste reinigen, fiesen Klebeschmier eines halben Jahrhunderts überall mit Tüchern abtragen. Anschließend alles mit WD-40 behandeln und wieder reinigen. Druckluft vorsichtig zum Wegblasen von Dreck anwenden. Rost wurde mit der Poliermaschine verjagt. Abschließend alles Polieren und gemäß Anleitung gut einölen.

 

Der zusammengesetzte Untertisch. Welle und Reiblager sind frisch gefettet, Schrauben geölt. WD-40 und Castrolfett sei Dank.

Der zusammengesetzte Untertisch. Welle und Reiblager sind frisch gefettet, Schrauben geölt. WD-40 und Castrolfett sei Dank.

Fertig montierte Adler 30-1 nach Revision und Einbau von Ersatzteilen. Es fehlt noch eine neue Spannfeder für das Füßchen auf der Rückseite der Maschine.

Die fertig montierte Adler 30-1 nach Revision und Einbau von Ersatzteilen. Es fehlt noch eine neue Spannfeder für das Füßchen auf der Rückseite der Maschine. Eine erste Probenaht konnte ich auch schon machen (Probe unter der kleinen Ölflasche im Bild) und nach mühsamem Einstellen von Unter- und Oberfadenspannung sieht die wirklich gut aus. Die Adler ist nun der älteste restaurierte Oldtimer in der Halle!

 

Schrauberplätze für Oldtimer in Köln

Gestern schrieb Frank aus far-far-away-land:

Hallo. Ich lebe in China und habe meinem Sohn vor 2 Jahren zur „Schule und Uni“ Unterstuetzung einen 67 Mustang gekauft. Nun zieht er aus Marburg nach Köln, um dort zu studieren. Somit suchen wir eine trockene Unterstellmöglichkeit. Der Platz sollte ein bisschen Schrauben und einfaches Rein- und Rauskommen erlauben, da der Wagen an Wochenenden gefahren werden soll (9 Monate pro Jahr, bei Schnee und Eis wird nicht gefahren). Es sollen auch einzelne Reparaturen vergeben werden, da mein Sohn nicht wirklich „der Schrauber“ ist. Könnt ihr mir bitte sagen, ob dies alles bei euch möglich ist und was der Stellplatz kosten würde?

Nun, erst einmal hätte ich auch gern zur Motivationssteigerung einen Mustang bekommen. Egal ob zum Schulabschluss oder weil ich so ein netter Kerl bin. Allerdings finde ich das 65er Modell als Convertible mit 4.3l V8 interessanter… Aber dies ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden.

Dann die erste Enttäuschung: Die Stellplätze in der Youngtimergarage sind derzeit alle vergeben. Eine Vermietung findet nur langfristig statt. Wenn aber mal ein Projekt beendet wird und ein Platz frei werden sollte, dann melde ich mich immer zuerst bei den Leuten, die hier oder hier schon mal eine Anfrage gestellt haben. Dort stehen auch die Preise. Wenn ich damals auch nur geahnt hätte, wie groß die Nachfrage nach geeigneten Stellplätzen ist, hätte ich gleich eine wesentlich größere Halle erworben und das Ganze anders aufgezogen.

In der Youngtimergarage wird ausschließlich selbst geschraubt. Das schließt nicht aus, dass man sich gegebenenfalls untereinader hilft, aber es gibt keinen professionellen oder gar kostenpflichtigen Service. Über einzelne Projekte wird auf der Webseite der Youngtimer Garage in unregelmäßigen Abständen berichtet. In den letzten Wochen ist die Berichterstattung etwas dünn ausgefallen, das hat ausschließlich juristische Gründe, über die ich später einmal ausführlich berichten werde, sobald die Sache geklärt ist.

In Köln gibt es meines Wissens kein großes Angebot an Stellplätzen, Ausstellungsfläche, Schraubermöglichkeit für Oldtimer und Youngtimer. In Düsseldorf hat man die Remise (früher Meilenwerk), aber mit ganz anderen Konditionen und in Köln noch Hilgers, aber auch dort sind die Plätze sehr begrenzt oder gar nicht mehr im Angebot. In normalen Garagen, ist – obwohl oft praktiziert – das Schrauben nicht erlaubt und meist auch zu eng. Diese sind ausschließlich zum Parken von motorisierten Fahrzeugen genehmigt. Schon wer sein Fahrrad, einen Rasenmäher oder Wintersportgeräte in eine Garage stellt, verstößt gegen die Bauvorschriften und muss mit einem Bußgeld um 500 EUR rechnen (Quelle mit Video siehe hier). Wer seine Zündkerzen wechselt, Wartungsarbeiten ausführt oder gar eine Grube aushebt, muss zuvor eine Nutzungsänderung beantragen, letztere wird in Wohngebieten üblicherweise nicht erteilt (Jura-Link siehe hier).

Sollte sich ein potentieller Investor finden, bin ich gern bereit, mit diesem planend und beratend zusammen zu arbeiten, um auch im Raum Köln/Bonn ein professionelles Angebot auf die Beine zu stellen. Kontakt hier.

 

Kunst am Bau

17 shades of grey

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich mich in letzter Zeit weniger dem Schrauben als vielmehr dem Pinsel verbunden fühlte. Nein, kein Fusseltuning sondern Wandfarbe. In der FAZ am Sonntag vom 21-Oktober-2012 war ein Beitrag mit einem Foto und dem Untertitel „Sie gehen dorthin, wo es kracht und stinkt“ abgedruckt. Ich fand, es würde sehr gut an die Wand der Youngtimer Garage passen. Einmal mehr unterschätzte ich den dafür benötigten Aufwand. Insgesamt gingen dann doch sechs Nachmittage am Wochenende drauf.

Schwierig war das strikte Arbeiten von hell nach dunkel und von links nach rechts, um nicht in feuchte Farbe zu greifen. Zudem ist es gar nicht so einfach, metallisches und Stoff in einer begrenzten Anzahl Grautöne differenzierbar darzustellen. Unten links der Zeitungsausschnitt (21×32 cm) zur Orientierung.

 

Felgen lackieren

Zugegeben, diese Leichtmetallfelgen (Typ: Web Spoke) stammen nicht von einem der üblicherweise hier behandelten Youngtimer-Fahrzeuge, sondern von einem modernen Mini Clubman (R55). Grundsätzlich ist aber die Arbeitsweise beim Felgenausbessern die gleiche – egal ob neues oder altes Auto. Eine typische Krankheit bei den Minifelgen und vielen ähnlichen ist ein wurmartiges Gebilde, dass sich nach einiger Zeit unter dem Klarlack am Felgenrand entlang zieht. Es handelt sich um Ausblühungen des Aluminiums, nachdem irgendwo Wasser und Luft und eventuell auch ein wenig Salz und Straßendreck unter den Klarlack gekrochen ist. Gerne wird sowas mit der Zeit dann auch schon mal unansehlich schwarz und fleckig. Mechanisch hat das keinen Einfluss. Man kann auch die hässlichen Felgen weiter benutzen. In den nachfolgenden Bildern möchte ich die Ausbesserung zeigen, die sich nur auf den äußeren Felgenrand bezieht.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und...

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und…

 

 

...auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

…auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass Anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, der Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden. Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, da Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden: Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, ...) zu vermeiden.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell in Teilen fein polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung des Lacks können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, …) zu vermeiden.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je Felge.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen insgesamt für vier Felgen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. Benötigtes Werkzeug: Klebeband, Reiniger und Tücher, Silikonentferner, Einschlagpapier, Kompressor, Spritzpistole, Lacksieb, Messbecher oder Waage, Infrarotlacktrockner. Eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je einzelner Felge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiten am Jaguar Teil 4

Wie schon im vorangegangenen Teil beschrieben, hatte ich Lochfraß im Kofferaum. Jetzt kann man eine Restaurierung auch so betreiben wie Sven Wedemeyer in seinem Spencer (MGB). Er lässt ganze Kofferraumwannen heraustrennen und dann neue einschweißen. Das ist ganz schön kostspielig, aber auch eine sehr saubere Lösung. Ich wähle den günstigeren Weg, weil ich erstens beim Jaguar auch nicht die ganz perfekte Restaurierung anstrebe und zweitens für ein paar kleine Löcher einen Flicken für angebrachter halte.

Zur Erinnerung noch einmal das Ausgangsbild. Im Jaguar laufen unter der Abdeckung die Verbindungen der beiden Tanks zur Benzinpumpe. Das macht das Heraustrennen des rostigen Knäckebrotblechs spannend.

Wenn das Blech draußen ist – in diesem Fall ensteht ein trapezförmiges Loch – wird die Form auf Pappe übertragen und dies als Schablone für ein genau passendes Reparaturblech benutzt. Je nachdem wie komplex die Form ist, nutze ich hierfür einen Trennschleifer mit sehr dünner Scheibe oder einen Plasmaschneider. In jedem Fall ist es wichtig, ein gutes Stück ins gesunde Blech zu schneiden, damit der Rost nicht gleich wieder von vorn beginnt. Rost im Blech ist wie Karies im Zahn!

Das passende neue Stahlblech der Stärke 0,8mm wird erst einmal provisorisch mit dem Schweißgerät festgepunktet.

Anschließend habe ich mehrere Einzelpunkte gesetzt und an der unteren Seite eine durchgehende Naht mit vergleichsweise viel Materialauftrag gezogen. Beides anschließend mit einer Schruppscheibe beigeschliffen. Das Ergebnis sieht auf dem Foto wüster aus als in der Realität.

Als Rostvorbeugung wurde dann eine Schicht Zink aus der Spraydose aufgetragen. Anschließend habe ich noch bestehende Unebenheiten mit Füllspachtel geglättet, nach dem erneuten Planschleifen noch eine Schicht Zinkspray, da es wohl leider unvermeidbar ist, das blanke Blech an einigen Stellen wieder zu sehen. Das Foto unten zeigt den Zwischenschritt vor dem Spachteln.

Ganz zum Schluss noch eine dünne Lage Filler (feiner Sprühspachtel) als Vorbereitung für die Lackierung. Sobald dieser getrocknet ist, müssen mit ganz feinem Schleifpapier die abgeklebten Kanten nach plan geschliffen werden. Alles in allem ist das Einsetzten des kleinen Bleches auch ganz schön aufwändig und dauert mit den verschiedenen Zwischenschritten mehrere Tage. Kein Wunder, dass ein professionell kalkulierender Karosseriebauer heutzutage lieber schnell eine fertige Kofferraumwanne einsetzt.

Ich allerdings kalkuliere keine Fahrzeug-Standkosten in meiner eigenen Werkstatt und habe am Wochenende auch keinen Stundenlohn oberhalb von 60 Euro. Die anteiligen Materialkosten lagen diesmal unter 10 Euro – vorausgesetzt Geräte und Material sind schon vorhanden. In den Trocknungsphasen kann ich den Jaguar vom Chrom befreien. Auch dies ist eine Vorbereitung zur Lackierung. Doch davon erzähle ich in Teil 5.

 

Schrauberplätze für 2013 gesucht?

Achtung! Dieser Beitrag ist veraltet. Bitte nutze diesen hier für weitere Einträge.

 

Das Jahr 2012 geht zuende und damit hat auch irgendwie der alte Beitrag „Schrauberplätze gesucht“ ausgedient.

Ich mache an dieser Stelle konsequenterweise einen neuen auf.

Bitte hinterlasst einen Kommentar und beschreibt in Kurzform:

  • Was sucht ihr (Quadratmeter, Gegend, maximaler Preis)
  • Was habt ihr (ein Auto, zwei Roller, fünf Hühner, …)
  • Was bietet ihr (habe Schweißgerät, zwei linke Hände, Kompressor, …)
  • Sonstiges (Schlaghosen und grelle Nylonpullunder bevorzugt, US-Car Fetischist, …)
  • Kontaktemail, Homepage, etc.

Ich kann Euch auf Wunsch organisatorisch bei der Suche begleiten, aber zusammenfinden müsst Ihr Euch selbst.

Letzte Woche gab es ein Treffen mit einigen Interessierten in einer Gaststätte Weidenpesch. Ich konnte ein paar sinnvolle Hinweise geben und die Leute haben sich dann auf eine 90qm Halle in Köln-Niehl konzentriert. Ich gehe mal davon aus, dass diese Plätze jetzt auch alle belegt sind. Nichtsdestotrotz geht die Suche für viele von Euch weiter.

Mein Tipp: Für einen guten Schrauberplatz benötigt Ihr ca. 20qm pro Fahrzeug. Wer nur parken will, findet meist kleinere und günstigere Angebote in einer Tiefgarage. Wasser, Strom, Licht, Heizung sollten vorhanden sein und zu hohe Luftfeuchtigkeit schadet nicht nur den alten Autos sondern auch dem Werkzeug. Siehe auch diesen Beitrag von 2011.

Mal sehen, was kommt. Ich werde 2013 vielleicht häufiger über andere Stellplätze und Oldtimerselbstschrauber im Raum Köln berichten.

 

Wartungsarbeiten am Seat Leon 1M (Teil 2)

Bevor es los geht, muss der Dieselmotor auf Temperatur gebracht werden. Wenigstens warm sollte er sein.

Zu den wichtigsten aber gleichzeitig wohl auch aufwändigsten und schmutzigsten Arbeiten beim regelmäßigen Service gehört zweifelsohne der Ölwechsel. Wer mit dem Wechsel der Luftfilter schon Probleme hatte, sollte hier aufhören. Zumal Mr. Wash, ATU und ähnliche den Ölwechsel schon wirklich sehr günstig anbieten. Wer es selber macht, spart maximal 20 Euro im Vergleich zur Discountwerkstatt.

Fangen wir an: Wir benötigen beim Seat Leon 1M 1.9 TDI und allen vergleichbaren Dieselmotoren aus dem Volkswagenkonzern einen Torxschraubendreher, einen 19er Schlüssel, eine Hebebühne oder Grube, eine 10er Stecknuss, frisches Öl (5W40 für Turbodiesel genügt), einen Auffangbehälter, saugfähige Tücher oder alte Lappen und auch einen neuen Ölfilter. Aber nicht nur wir, auch der Motor muss zuvor warm werden. Bei normaler Außentemperatur reichen hierfür ca. 5km Wegstrecke.

Wie bei den meisten moderneren Fahrzeugen ist der Motor verschämt hinter einer Kunststoffabdeckung zu finden. Nein, bei mir ist es auch nicht so sauber. Um ehrlich zu sein, habe ich dieses Foto ganz zum Schluss gemacht und dann war das meiste schon gereinigt. Die Schrauben sind an den rot gekennzeichneten Stellen zu lösen, der orangene Peilstab ist abzuziehen und dann kann man die Abdeckung nach oben wegziehen.

 

Nur die wenigsten Autofahrer kennen tatsächlich ihren Motor. Das ist er! Und wirklich schön ist er auch nicht. In den nächsten 30 Minuten interessieren uns der Peilstab (1), der Ölfilter (2) sowie der Einlass (3).

 

Die Abdeckung vom Ölfiltergehäuse soll mit 20Nm angezogen werden. Meist sitzt sie dennoch recht fest. Besser ist es, ein Spezialwerkzeug zum Lösen von Ölfiltern zu verwenden. Die Abdeckung ist aber aus Kunststoff und nicht aus Metall. Daher rate ich dazu, einen dünnen Lappen darüber zu legen, damit das Material nicht verkratzt. Beim Abziehen der Kartusche kann es immer noch ein wenig tropfen. Deshalb großzügig alte Zeitung und saugfähige Tücher bereit halten. Vorsicht – das Öl ist heiß!

 

Die Profis müssen schnell und kostengünstig arbeiten, daher werden sie jetzt das Altöl über den Schacht vom Peilstab absaugen. Über das Für und Wider kann man lange diskutieren. Ich arbeite Oldschool und lasse das Öl unten aus der Ölwanne ab. Dazu muss die Unterbodenverkleidung mit einem Torxschraubendreher an neun Stellen gelöst und heruntergenommen werden.

 

Mit einem 19er Schlüssel ist der Auslass – im Bild rot markiert – an der Ölwanne zu lösen…

 

…und dann läuft auch schon das alte Öl wieder raus in die Auffangschale (könnte immer noch recht heiß sein). Das kann jetzt eine kleine Weile dauern. Die Schraube wird dann wieder mit 50Nm angezogen, anschließend die Unterbodenverkleidung wieder befestigt und dann kann der Wagen auch schon wieder auf der Hebebühne runter gelassen werden.

 

Bevor der neue Ölfilter eingesetzt wird, sind die beiden mitgelieferten Dichtungen (eine große und eine kleine) an der Halterung zu erneuern. Das Altöl und auch der alte Filter sind fachgerecht zu entsorgen. Üblicherweise ist der Verkäufer der Neuteile auch zur Rücknahme der verschmutzten Altteile und Rückstände verpflichtet.

 

Fast zum Schluss der angenehmste Teil dieser Arbeiten: Das Einfüllen des neuen Schmierstoffs. Ich fülle erst 3,5 Liter ein und messe dann mit dem Peilstab, ob 2/3 Optimum erreicht sind oder gieße vorsichtig nach. Dann kann auch die Motorabdeckung wieder montiert werden. Der Motor wird zum ersten mal nach dem Wechsel für eine Minute ohne Last gestartet. Dann noch einmal Ölstand messen und eventuell nachfüllen. Zu wenig Öl schadet dem Motor, zu viel dem Katalysator und dem Rußpartikelfilter.

Wer jetzt ganz genau arbeiten will, füllt nach einen Zettel zum Ölwechselservice aus und hängt ihn vor den Luftfilterkasten. Solche Zettel gibt es gegen Geld bei ebay oder hier umsonst zum Download und selbst Ausdrucken. Wenn auch alle anderen Arbeiten des Serviceintervalls erfolgreich abgeschlossen sind, sollte per OBD der Zähler zur nächsten Inspektion zurückgesetzt werden (Erklärung hier). Weiterführende Hinweise zum Thema Motoröl sind in hier in der Bibel übersetzt.

 

Den Serviceintervall zur Inspektion zurücksetzen bei Audi, VW, Seat, Skoda

Fahrzeuge ab Baujahr 2001 haben ein OBD2 (steht für On-Board-Diagnose) verbaut. Oldtimer- und Youngtimerfahrer werden bereits jetzt angewidert den Kopf wegdrehen, denn dieser Artikel ist nicht für sie bestimmt. Deren Autos nerven auch nicht ständigem „Service fällig“ im Display. Mit den geeigneten Lesegeräten (im Handel schon für unter 30 EUR erhältlich) kann auch Ottonormal-Laie die Fehlercodes aus seinem Fahrzeug auslesen.

Für Fahrzeuge aus dem Volkswagenkonzern (Audi, VW, Seat, Skoda, …) empfiehlt sich die Verwendung von VAG.com oder in Deutsch auch VCDS von Rosstech. Dieses beherrscht alle gängigen Fahrzeugtypen des Konzerns und erlaubt unter anderem das Rückstellen des Serviceintervalls. Es existiert eine kostenlose und eine umfangreichere, kostenpflichtige Version des Programms. Ich weiß nicht genau, ob die nachfolgenden Vorgehensweisen in der kostenfreien Version möglich sind.

Zuerst wird der Laptop mit dem CAN-BUS verbunden. Im Fahrzeughandbuch müsste stehen, wo im PKW der Stecker versteckt ist. Wenn die Verbindung steht, wählt man Funktion 17 (Instruments oder Kombiinstrument):

 

Im Untermenü wählt man dann Funktion 10 (Adaption oder Anpassung) an…

… und landet dann bei den Editiermöglichkeiten. Darin wählt man zuerst (hier mit 1 gekennzeichnet) die Kanalnummer 2. Bei fälligem Service ist wie hier im Beispiel 2 der Wert 1 abgelegt. Diesen Wert kann man überschreiben (Eingabefeld „New Value“ 3) mit dem Wert 0, was kein Service fällig bedeutet. Der Wert muss nun noch gespeichert werden (Button 4).

Die verbrauchten Tage bis zur nächsten Inspektion sind hiermit automatisch auf Null gesetzt. Üblicherweise ist dies ein Wert zwischen 0 und 365, da spätestens nach einem Jahr ein neuer Service fällig sein sollte. Auch die Kilometer bis zum Service werden gezählt und sind standardmäßig auf 15.000 eingestellt. Wer diese Werte ändern möchte, kann dies analog zu dem Vorgehen oben machen.

  • Kanal 40 – km seit letztem Service in 100
  • Kanal 41 – Tage seit letztem Service
  • Kanal 42 – km bis Serviceintervall in 1000 (Standard = 15) 
  • Kanal 44 – Tage bis Serviceintervall (Standard = 365)

Land Rover Wartung und Ausflug

Der hellblaue Landy stand jetzt eine Weile ungenutzt herum. Einzige Ausnahme war eine Hochzeit, zu der ich den Trecker verliehen hatte. Es gab tatsächlich ein Brautpaar, das damit vom Altar abgeholt wurde.

Die Braut und das alte Auto

Nun stand eine etwas weitere Fahrt an und daher habe ich einen Wartungsintervall vorgezogen: Reifendruck und Profiltiefe gemessen und korrigiert – auch am Ersatzrad. Bremsflüssigkeit, Beleuchtung geprüft und… Mist! Hinten rechts kein Blinklicht. Nun wollte ich die Lampe wechseln, schraubte die runde Plastikverkleidung ab und hatte so viel Wasser auf dem Schuh, wie in das Blinkerglas passte. Na toll! Der Vorbesitzer hatte die Dichtung verkehrt eingebaut: Regen konnte oben reinlaufen, aber unten nicht raus. Es sollte umgekehrt sein. Natürlich war die Lampenfassung festgerostet. So kann sich ein Blinkerwechsel auch mal über mehr als eine halbe Stunde hinziehen.

Vor der Abfahrt eine Wartung in der Werkstatt. Gegenlichtfotos am frühen Morgen sind Mist. Bilder, die mit dem Telefon aufgenommen werden, sind Mist. Und die Fettpresse von Westfalia (unten zu sehen) ist absoluter Obermist.

So – Blinker waren nun OK, alle anderen Lampen auch, Kühlwasser OK, Ölstand optimal, Wischwasser voll, Spannung am Treibriemen OK, aber beginnende Rissbildung. Das Ding scheint älter zu sein. Kommt demnächst dran – zusammen mit einem Motorölwechsel. Ölstand in der Schaltbox habe ich nicht kontrolliert und auch nicht im Getriebe, da kürzlich erst die Kupplung erneuert wurde. Ölstand in der Lenkung wurde korrekt nachgefüllt, im Differential vorn ist OK und hinten… bekomme ich die Einfüllschraube nicht ab. Hat da jemand eine Idee? Soll ich mit Kältespray oder Heißluft arbeiten oder einen Druckluftschlagschrauber ansetzen? WD40 allein hat jedenfalls nicht geholfen.

Zum Schluss noch mit der Fettpresse alle Schmiernippel und Radlager versorgt. Hier ein Tipp: Kauft niemals-nie-keine Fettpressen im Billigversand – in meinem Fall bei Westfalia aus Hagen. Wie so oft ist billiges Werkzeug schlimmer als gar kein Werkzeug. Eine neue muss her! Vielleicht hole ich mir jetzt sogar eine Druckluft-Fettpresse für sorgenfreies Arbeiten in der Werkstatt…

Danach ging es zum Serie Landy Treffen nach Bad Honnef. Von Köln ist das etwas mehr als eine Stunde je Wegstrecke. Hier ein paar Bilder. Ein Mausklick ins Bild vergrößert die Ansicht ein wenig. Wer ein Foto im Original zuschickt haben möchte, schreibt mir über das Kontaktformular.

 

Überfahrt auf die rechte Rheinseite nach Bad Honnef mit der Fähre. Wer genau hinschaut, sieht schon ein paar Land Rover am Ufer. Wer nicht genau hinauschaut, guckt auf den roten Pfeil.

Die waren dabei.

Noch ein Teilnehmerfahrzeug.

Ein Traum in Elfenbein

Geschraubt wurde ausnahmsweise nicht. Dazu wäre der Platz auch zu schön und das Wetter zu warm gewesen. Aber man wird sich ja noch unters Auto legen dürfen.

Die Küche hatte geöffnet…

…und ein kleines Buffet gab es auch.

Und so wurde dann auch gegessen.

Arbeiten am Jaguar Teil 2

Die Arbeiten am Jaguar gehen weiter. Ich hätte gern mehr Detailbilder geliefert, aber die Kamera hat mich mangels Akku im Stich gelassen. Ich habe mir mit der GoPro HDbeholfen. Die ist eher für rasante Videoaufnahmen gedacht und hat weder Vorschaumodus noch Bildstabilisator. Bei mäßiger Beleuchtung in der Halle sind die Fotos daher gern unscharf und grob verpixelt. Ich zeige daher heute nur die wenigen brauchbaren Bilder.

Rostige Schwellerspitze

Da ist nichts mehr zu retten: Rostige Schwellerspitze.

Schweißarbeitem am Ersatzblech der Schwellerspitze

Hier wird ein passendes Ersatzblech für die Schwellerspitze zusammengesetzt. Für die gleichmäßige Rundung benötigt man eine Biegemaschine. Die Stoßkanten wurden mit einer Absetzzange bearbeitet. Später muss ich noch die Übergänge verzinnen. Das Einsetzen des Reparaturbleches Marke Eigenbau erfolgt wahrscheinlich erst nächste Woche.

Teilausschnitt Tür hinten links

Eine Schwachstelle des XJ bezüglich Rostanfall sind die Kanten der hinteren Einstiege. So auch bei diesem Modell. Ich habe den Gammel großzügig entfernt, Ersatzbleche eingesetzt und den Rest mit Spachtelmasse ausgeglichen. Leider waren die Bilder von den Arbeiten unbrauchbar und hier kann man nur noch das Ergebnis mit erfolgter Grundierung sehen.

Den Motor abholen

Eigentlich wollte ich heute endlich die linke Seite des Jaguar komplett fertigstellen und dann wie letzten Monat angekündigt über den Zwischenstand berichten. Wie so oft kam es anders. Mein Vater ließ verkünden, dass der Motor seines TR6 nun aus der Revision zurück kam. Er bat mich um Hilfe beim Organspende-Transport. Also fuhren wir von Köln nach Buchholz zu Limora, ließen den Motor hinten in den Land Rover einladen, denn die Herren hatten Tragegurte und einen Gabelstapler und damit ging das recht schnell und einfach.

Kurz vor Abfahrt bei Limora in Buchholz

Pappe als Unterlage, Zellstofftücher als Ölbindemittel, Motor drauf, Ladungssicherung ist für Weicheier

Im Laderaum des Land Rover macht sich so ein TR6 Motor recht mickrig aus.

Wo ich schon mal bei Limora war, kaufte ich noch ein paar Liter Brunox und Fertan ein und zusammen mit ein paar Kleinteilen waren wir dann auch schon wieder auf der Bahn Richtung Krefeld. Nun ist der Land Rover Serie 3 Diesel nicht als Langstreckenfahrzeug bekannt. Daher ist eine Autobahnfahrt auch eher eine meditative Angelegenheit. Rechte Spur, vierter Gang, das Bummen des Motors und die nicht vorhandene Komfortfederung waren für die nächsten zwei Stunden die Unterhaltung.

Das Ausladen haben dann die Jungs in der Werkstatt übernommen und hier kann man dann auch noch sehen, wo der Motor dann in den nächsten Tagen wieder eingebaut werden soll.

Ankunft in der Werkstatt

Wie kommt der Motor nun hinten wieder raus?

TR6 Motor Ausladen am Ziel

Genau. Machen lassen!

Da soll der Motor dann bald rein

Leerer Motorraum TR6

Aber noch klafft hier ein großes Loch

 

Wartung des Jaguar XJ12

Der V12 Motor des Jaguar XJ 12 ist ein imposantes Stück Technik. Man benötigt fast einen halben Tag, um mit dem Pferd von der einen A-Säule – rund um die Motorhaube – bis zur anderen A-Säule zu reiten. Und sind es wohl die weiten Wege, die eine Werkstatt für Arbeiten am Jaguar berechnet. Einen alten Jaguar sollte sich nur halten, wer auch einen entsprechenden Neuwagen dieser Klasse finanzieren könnte. Schon der Wechsel von 12 Zündkerzen wird beispielsweise gern mit 2 Stunden Arbeit berechnet. Fein raus ist dann der versierte Hobbyschrauber mit Hebebühne. Es lässt sich bei allen unten genannten Arbeiten enorm viel Geld sparen.

Der gleiche Motor wurde seit 1971 auch in den Schwestermodellen Daimler Double Six, XJC und XJS sowie in einigen späten E-Types verbaut. Der 5,3 Liter Motor hat je nach Baujahr und Entwicklungsstufe zwischen 253 und 295 DIN-PS (186 bis 217 KW) und legt dabei mindestens 412 Nm bei 3600 U/min an. Ein gut gewarteter V12 kann problemlos 300.000 Meilen oder umgerechnet rund 480.000km laufen. Böse Zungen behaupten, man benötige stets zwei Jaguar: Einen zum Fahren und einen für den Mechaniker. Da mag früher was dran gewesen sein, wer aber heute noch seine beiden Jaguar V12 aus den 70er/80er Jahren als Alltagsfahrzeuge betreibt, hat meinen großen Respekt.

 

Kühlung

Eine der goldenen Regeln dabei ist: „nicht kochen!“. Wenn der V12 überhitzt, können sich die Ventilsitze lösen, sobald der Motor wieder abkühlt. Der V12 ist eine verdammt große Maschine in einem doch recht zierlichen Motorraum. Trotzdem läuft alles wunderbar, solange der Besitzer ein paar Regeln beachtet: Dies umfasst regelmäßige Inspektionen. Die Katze will gestreichelt werden. Geeignete Kühl- und Frostschutzmittel mit Korrosionsschutz sollten ausreichend eingefüllt sein und eine Spülung des gesamten Kühlkreislaufes ist alle 4 bis 5 Jahre angeraten. Auch sollten dabei die Temperaturfühler (vergammelt, kaputt) und Gummischläuche (rissig, undicht) kontrolliert werden.

 

Lenkung

Spätestens wenn die Lenkunterstützung mit der Zeit weniger gut anspricht, sollte man nach Ölaustritt an den (un-)Dichtungen Ausschau halten. Dabei auch mal auf den Faltenbalg drücken, um zu kontrollieren, ob diese vollgefüllt mit heimlich entflohenem Öl sind. Die Dichtung am Ritzel kann undicht sein, weil sie recht nah am heißen Abgassystem verbaut ist. Sie kann aber leicht ersetzt werden.

 

Zündung

Tief unten im V12 versteckt wird die Zündung gern vergessen, was nicht besonders clever ist, denn eine gut gewartete Zündanlage ist Voraussetzung für eine knackige, schnell ansprechende Maschine. Fahrzeuge mit einer OPUS oder Lucas Zündung (vor 1989) haben einen mechanischen Zündverteiler welcher für deutliche Leistungseinbußen verantwortlich ist, wenn er nicht sauber abgeschmiert ist. Ein fehlerhaftes Unterdrucksystem wird den eh schon satten Spritverbrauch in die Höhe treiben. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man die OPUS Zündung durch die Lucas-Variante ersetzen. Fahrzeuge nach 1989 haben eine weithegend wartungsfreie elektrische Marelli Zündung/Einspritzung.

 

Karosserie

Jaja, die Karosserie… Egal ob Coupé (XJ-C, XJ-S), Limousine (XJ) oder Sportwagen (E-Type) – die Formgebung begeistert ohne Zweifel. Aber Rost sorgt immer und ständig für Ärger. Ein gängiges Missverständnis lautet, dass Facelift-Fahrzeuge nicht rosten. Das ist natürlich Quatsch – der Zerfall dauert nur etwas länger. Typische Roststellen sind vordere Schwellerbereiche, Radläufe, Einfassungen der Front- und Heckscheibe sowie der untere Teil der Türen. Frühzeitiges Einschreiten bei erkennbarer Pickelbildung und die übliche Rostversorge helfen, Schlimmeres zu vermeiden und Kosten zu sparen.

 

Gangschaltung und Getriebe

Die wenig verbaute 4-Gang Handschaltung kommt mit der Kraft des V12 ohne Probleme zurecht. Und auch die 4-Gang Automatik  Borg Warner Model 12 ist ähnlich stark ausgelegt. Nur der Nachfolger GM 400 erwies sich als nicht derart vertrauenswürdig, obwohl der Gangwechsel an sich damit viel sanfter erfolgt. In den späteren 6.0 Liter Modellen wurde der lang erwartete Overdrive eingeführt, aber leider passt dieses Element nicht an den 5,3 Liter Motor. Insgesamt ist bei allen Bauteilen wenig Wartung erforderlich.

 

Kraftstoffsystem

Sowohl die analogen (3CU), die digitalen (6CU) und die mikroprozessorgesteuerten (16CU) Varianten funktionieren meist ausreichend zuverlässig. Gelegentlich treten Transistorschwächen auf oder ein Vakuumsensor versagt seinen Dienst. Wesentlich häufiger sind leckende Treibstofftanks – und der XJ hat zwei davon – anzutreffen, die Risse an der Schweißnaht zeigen. Wie bei vielen älteren Autos kann die inzwischen ausgehärtete Kraftstoffleitung unter der Haube porös und undicht werden. Da dies gefährlich ist, sollte man die Leitungen einer Zweifinger- und Sichtkontrolle unterziehen.

 

Achsen und Aufhängung

Hier liegt der Schlüssel zur Jaguarwartung. Sehr regelmäßig sollten Aufhängungen kontrolliert werden. Die Achsen wollen über Schmiernippel abgeschmiert werden und wenn erforderlich sollte man Gelenke und Lager durch Qualitätsteile ersetzen. Speziell bei britischen Oldtimern kosten diese nicht besonders viel mehr als billige Aftermaket Ware aus Übersee.  Ausgeleierte Buchsen an der Hinterachse lassen sich daran erkennen, dass das Fahrzeug zunehmend scheint, von hinten gelenkt zu sein. Ein Klack-ein-klack-aus beim Gasgeben und Lastwechsel kommt von ausgeleierten Querlenkern. Letzteres führt neben schlechten Fahreigenschaften auch zu erhöhtem Reifenverschleiß.

 

Bremsen

Die Staubschutzkappen an den vorderen Bremssätteln sollten auf Risse geprüft werden. Scheibenbremsen mit Riefen gehören ersetzt, ein Abschleifen macht heutzutage finanziell keinen Sinn mehr und man riskiert dabei die Mindeststärke zu unterschreiten. Da die hinteren Bremsscheiben innen liegen und somit nicht ganz einfach ersetzt werden können, stellt sich hier gern ein gewisser Wartungsstau ein. Speziell die Handbremsbeläge sind meist noch immer die der Erstauslieferung.

 

Elektrik

Auch wenn die Elektrik für Fahrzeuge der 70er recht komplex und üppig ausfiel, kann man mit wenig Logik und falls nötig einem Diagnosehandbuch schnell und gezielt auf Fehlersuche gehen. Häufigste Krankheiten sind ein defekter Wischermotor oder Fensterheber. Die Beleuchtung der Anzeigen erscheint immer etwas schwach, aber das ist kein Defekt.

Großer Spaß: Die letzten XJ und XJ-S liefen mit einem Airbaglenkrad (erkennbar an der großen Kiste zwischen den Lenkradspeichen) vom Band, aber nicht immer war darin auch ein Airbag verbaut. Wenn in späten Modellen elektrische Sitzverstellung eingebaut ist, kann diese aufgrund Kabelbruch mit den Jahren schon mal versagen. Die Reparatur ist aber sehr einfach und was nicht drin ist, kann auch nicht kaputt gehen.

 

Quellen: Mein eigener XJ12 und die beiden original Werkstatthandbücher,  http://jaguarslover.blogspot.com, Wikipedia, ein etwas älterer Link der Fachpresse zum Jaguar XJ und noch einer von der Konkurrenz. Zum Schluss noch die Bilderserie zum XJ-S V12.



Den Schweller ausbeulen

Die Arbeiten am Audi 90 gehen voran. Leider hatte Blondie irgendwann in der Vergangenheit eine ganz hässliche Delle in den rechten Schweller gefahren. Keine Ahnung, wie ihr das passiert ist. Höchstwahrscheinlich war beim Ein- oder Ausparken ein Pöller zu niedrig um rechtzeitig erkannt zu werden und doch zu hoch um schadlos darüber hinweg zu fahren. Zum Glück hat es nicht auch noch den Kotflügel oder die Tür erwischt. In acht Bildern soll gezeigt werden, wie man diesen Eindruck beheben kann, ohne den Schweller ganz oder in Teilen zu ersetzen. Die dabei verwendeten Techniken umfassen Arbeiten mit dem Karosserie Spotter, Verzinnen, Spachteln (wenig) und Lackieren. Man kommt in den Schweller leider nicht ausreichend tief mit dem Karosseriehammer rein, sonst wäre das Ausbeulen ein leichteres Spiel.

Schweller vorher I

Das Übel vor Beginn der Arbeiten

Schweller vorher II

Noch einmal aus einer anderen Perspektive

Blank geschliffen

Mit dem Drahtbürstenkopf Lack und Grundierung bis auf blanke Blech entfernen

Spotter I

Mit dem Spotter werden Kupferstifte angesetzt. Dies ist nur ein exemplarisches Bild. Tatsächlich muss dieser Arbeitsschritt vielfach wiederholt werden, weil sich sonst eine kleine Kraterlandschaft bildet. Ich habe knapp über 30 Stifte verwendet.

Spotter II

Die Kupferstifte werden dann fixiert und mit dem Gleithammer herausgezogen. Mit dem Stift zieht sich dann auch die Delle aus dem Blech. Dabei immer von außen nach innen arbeiten. Entweder löst sich der Stift nach ein paar Schlägen von allein oder man kann ihn mit wenig Kraft abdrehen. Nicht zu weit herausziehen, sonst muss man die entstandene Beule wieder reindengeln.

Potter III

Weil die Stifte die Kraft des Gleithammers nur punktuell auf’s Blech übertragen, kommen nun noch der Wellendraht und die Kralle zum Einsatz. Damit ist es möglich, eine recht ebene Fläche zu ziehen.

Verzinnen

Die Spotterei hinterlässt ein paar Narben auf dem Blech, die aber mit dem Winkelschleifer korrigiert werden können. Trotzdem ist die Fläche jetzt immer noch nicht völlig glatt. Das liegt auch daran, dass das Blech vom Schweller recht stark ist; dünnere Bleche sind besser mit dem Spotter zu bearbeiten. Daher wird nun noch die korrigierte Fläche verzinnt. Das ist hier nicht ganz einfach, denn am Schweller muss man im Überhang verzinnen. Mit anderen Worten: Da fällt möglicherweise auch mal etwas heißes Zinn auf den Boden. Wer vorher eine saubere und glatte Unterlage auslegt, kann das erkaltete Zinn wieder einsammeln und später wieder verwenden.

Abschluss am Schweller

Nach dem Verzinnen und Bearbeiten mit der Karosseriefeile sieht das schon ganz passabel aus. Danach eine Schicht Zinkspray, denn die gesamte Karosserie von Audi ist ab Werk vollverzinkt und soll es auch an dieser Stelle bleiben. Letzte Riefen vom Feilen werden mit Feinspachtel ausgeglichen. Anschließend kommt Grundierung, Filler und schwarze Farbe drauf. Fertig ist die Arbeit.

Teilweise werden die oben erwähnten Arbeitsschritte auch noch einmal in diesem Kurzvideo von Oldtimer.tv in bewegten Bildern gezeigt.

Karosserie lackieren: Auf die richtige Menge kommt es an

Schon letzten Monat hatte ich über das richtige Lackieren mit der Spraydose geschrieben (Artikel hier). Nun bin ich kein Freund von großflächigen Spraydosenlackierungen. Wenn man an wenig sichtbaren Stellen oder sehr kleinfächig arbeitet ist es OK, ansonsten ist die Spraydosenlackierung meist vergleichweise teuer und sieht hinterher auch nicht besonders gut aus. Wem Optik nicht so wichtig ist und wer nur das nackte Blech vor Korrosion schützen will, kann den Lack auch mit der Rolle auftragen. Das ist inklusive Auf- und Abbau sowieso die billigste und schnellste Variante des Farbauftrags.

Aber ganz unabhängig davon, ob man nun mit (semi-) professionellem Equipment und Druckluft, mit der Spraydose oder mit der Rolle lackiert, stellt sich die Frage: „Wieviel Lack brauche ich denn?„. Das ist natürlich von der zu bearbeitenden Fläche abhängig. Ganz klar ist die Heckklappe eines VW-Derby schneller fertig und benötigt weit weniger Materialauftrag als die Motorhaube eines Cadillac Eldorado. Zum anderen spielt die Erfahrung des Lackierers eine entscheidende Rolle: Der gute Lackierer verbraucht wenig Material.

Dennoch soll die Tabelle unten eine grobe Übersicht geben, welche Gebindegrößen es zu kaufen lohnt. Zwar ist es nicht verkehrt, nach der Lackierung noch ein paar Reste für eventuelle Notfallreparaturen zur Hand zu haben, aber auch ein halber Liter Lack in der angebrochenen Dose wird irgendwann hart und unbrauchbar (Tipp: Eine angebrochene Dose auf den Kopf gestellt verschließt mit der eigenen Flüssigkeit gegen Lufteintritt – oder die Soße läuft Dir langsam und unbemerkt über Wochen quer durchs Regal, wenn Du zu blöd warst, den Deckel richtig anzudrücken). Im Zweifel gilt es, einen halben Liter mehr zu bestellen, denn nichts ist übler als eine begonnene Lackierung am Samstagnachmittag und dann ist die Farbe am Ende.

Tabelle: Angabe von benötigten Lackmengen bei spritzfertigem Material (Verdünner, Härter und sonstiges sind schon enthalten). Bei Verwendung von Basislacken und Klarlacken verdoppelt sich die Menge, weil ja zwei Arbeitsgänge erforderlich sind.

Einzelne Stoßstange 0,4 bis 0,6 Liter
Ein Kotflügel 0,5 bis 0,7 Liter
Motorhaube 0,6 bis 0,8 Liter
Heckklappe 0,5 bis 0,7 Liter
Eine Tür 0,6 bis 0,7 Liter
Komplettlackierung eines PKW 2,7 bis 3,8 Liter
Komplettlackierung einer Vespa 1,5 bis 1,8 Liter

Der Gegenhalter VAG 2084

Um den Zahnriemen am Audi 90 (oder auch bei anderen 5 Zylindermotoren aus dem Hause Audi und Volkswagen) zu wechseln, benötigt man das VAG Spezialwerkzeug 2084. Nennt sich auch Gegenhalter für Schwingungsdämpfer. Ja, es gibt auch etwas robustere Vorgehensweisen beim Zahnriemenwechsel, wo jemand einen Gang einlegt und die Bremse tritt, während der andere mit rund 500 Nm die olle Schraube löst. Noch andere knallen einen alten Schraubendreher irgendwo dazwischen. Die einschlägigen Foren sind voll von abenteuerlichen Ratschlägen.

Will man das Abenteuer nicht gehen, muss also der 2084 her. Den Gegenhalter kann man nur leider nicht mehr aus den sonst üblichen Quellen beziehen. MATRA als Hersteller vieler VAG Spezialwerkzeuge hat die Produktion und die Lagerhaltung eingestellt. Kein Wunder, so viele Fünfender aus den frühen 90ern fahren auch nicht mehr über die Straßen. Die Restbestände des 2084 bei einigen Versendern sind astromisch teuer im Angebot. Dieselkontor hat das Ding zum Beispiel für knapp 90 Euro auf Lager. Bei ebay ging neulich ein gebrauchtes Teil für über 120 Euro weg.

Das ist recht happig für ein bischen Metall. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und den richtigen Hilfsmitteln kann man sich den Gegenhalter auch selbst bauen. Es benötigt ein Flacheisen, ein Rohr, ein Schweißgerät, einen Winkelschleifer und ich habe mir die Arbeit noch mit einem Plasmaschneider einfach gemacht. Letzterer ist aber nicht wirklich nötig. Außerdem war ich echt sauer, als meine Anfrage beim Freundlichen nach dem Spezialwerkzeug mit den Worten beschieden wurde: „Das Gerät verleihen und verkaufen wir nicht. Wir möchten doch, dass sie ihr Auto zu uns bringen, damit wir den Zahnriemen-Service machen und daran verdienen.“ So viel Ehrlichkeit hätte ich nicht erwartet.

Hier und hier ist beschrieben, welche Maße für das Spezialwerkzeug einzuhalten sind. Noch besser ist es, wenn man darüber hinaus den Wagen mit aufgeknüpfter Front nebenan stehen hat, um im Einzelfall noch einmal Maß zu nehmen. Die Einzelschritte gehen dann ganz schnell von der Hand und in etwa einer Stunde mit Auf- und Abbau und Aufräumen ist der Selfmade-2084 fertig. Ich werde ihn später noch wie das Original schwarz lackieren und dann vielleicht verkaufen. Wer sich das Teil selber bauen will, kann sich bei mir über das Kontaktformular melden – ich habe noch genug Rohr und Flacheisen, das ich gegen Kostenerstattung abgeben kann. Das haben andere auch erfolgreich gemacht (siehe hier).

Flacheisen 6mm x 60mm

1. Flacheisen 6 x 60mm

Erfolgter Schnitt mit dem Plasmaschneider

2. Erfolgter Schnitt mit dem Plasmaschneider

Einzelteile vor Zusammenschweißen

3. Einzelteile vor dem Zusammenschweißen

Fertig. Oben links eine Fotovorlage des Original 2084

4. Fertig. Oben links eine Fotovorlage des Original 2084

Spaß mit Luftdruck

Ich bin ein Fan von Luftdruck. Nicht nur zum Ausblasen oder für den Schlagschrauber oder zum Sandstrahlen. Viele durch Luftdruck getriebene Geräte in meiner Werkstatt erleichtern mir die Arbeit. Doch in diesem Video soll eine komplett sinnfreie Anwendung vorgestellt werden.

Es muss ja nicht immer nur am Auto oder Roller gebastelt werden. Manchmal kann man sich auch den Spaß gönnen, den Kompressor mit einer PET-Flasche zu verbinden. Die bunten Kugeln gibt es hier.

Das Paket entpackt

StrahlkabineWie schon in dem Vorgängerartikel angekündigt, gab es kurz nach Jahreswechsel dann doch das lang ersehnte Paket. Und da drin war …Trommelwirbel… eine Sandstrahlkabine. Gar nicht so klein das gute Ding und einen Platz, wo es nicht doch irgendwie ein kleines bischen stört, findet sich auch nicht ganz so leicht. So sieht das Gerät in ausgepacktem und montiertem Zustand aus. Wir haben es gleich noch ein wenig verbessert, indem wir Rollen darunter gebaut haben. Die Kabine fasst 450 Liter und wiegt knapp über 150 Kilo, da kann ein wenig Bewegung nicht schaden.

Wer mit Oldtimern und sonstigen rostigen Autos arbeitet, wird ihn kennen, den Gammel, Lochfraß, braune Pest, den Antichrist unter den Metalloxiden. Jetzt ist in der Yountimer Garage Schluss damit! Ein wenig Druckluft (ca. 5,5 bar) und rund 15 Kilo Korund machen mich ab sofort zum Rost-Exorzisten. Weil noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und meine Erfahrungen im Sandstrahlen eher theoretischer Natur sind, war heute Probestrahltag. Ein häßliches Riffelblech aus der letzten Ecke und ein Hitzeschild, das mal seine Heimat in der Nähe eines BMW-Krümmers hatte, waren die ersten Probanden.

Ich bin dann doch erstaunt, wie langwierig eine ordentliche Strahlarbeit sein kann. Kein Vergleich zum Lackieren, kein Pfffft – und fertig. Man muss schon recht kleinteilig arbeiten, schafft dabei rund 100 cm² in der Minute und verwinkelte Teile brauchen auch gern mal etwas länger. Die Wahl des Strahlgutes hat wohl auch enormen Einfluss auf das Ergebnis. Den besten Erfolg hatte ich mit einer Mischung aus Edelkorund (50µm) und Mischkorund (0,6mm) im Verhältnis 2:1. Da es sich nur um Übungsteile handelte, habe ich nicht ganz so sauber gearbeitet, aber für meine ersten selbstgetrahlten Teile war das schon gar nicht so schlecht.

Tipp: Grundlagen zum Sandstrahlen (Material, Arbeitstechnik, Werkzeug) sind von Oldtimer-TV hier ganz gut für den Einsteiger erklärt.

Riffelblech vorher

Riffelblech vorher

BMW Blende vorher

BMW Blende vorher

Riffelblech nachher

Riffelblech nachher

BMW Blende nachher

BMW Blende nachher

Ein Paket!

Kiste Etwas verspätet hat der Weihnachtsmann nun doch noch mein Geschenk vorbei getragen. Was mag da wohl drin sein? Es hilft ja nix, ich werde dieses Riesenbaby öffnen müssen und danach wohl auch noch aufbauen. Die Beschriftung gibt ja schon mal gute Hinweise (Klick auf’s Bild macht’s groß) und die drei Säcke daneben (von denen man nur einen zur Hälfte sieht) gehören wohl auch dazu.

Was meint der Weihnachtsmann soll ich wohl mit jeweils einem Sack Korund, Glasperlen und Nussschalen? Hat er nach den Feiertagen die Reste und seinen Müll bei mir abgeliefert, bevor er sich bis zur nächsten Weihnachts-Saison mit Rudi Rentier auf Babados erholt? Leicht ist die Kiste jedenfalls nicht, gut dass da jemand seinen Hubwagen stehen gelassen hat…

Ich werde dann jetzt wohl erst einmal Hammer und Zange sprechen lassen und melde mich später wieder zu diesem Thema.

Warum der Zahnriemenwechsel länger als einen Tag dauert.

(Die Vorgeschichte zum Audi gibt es hier und hier.)

Der Audi 90 hat jetzt rund 300.000 Kilometer runter. Das klingt erst einmal viel, ist aber für einen 2 Liter Motor mit 5 Zylindern erst das halbe Lebensalter. Mancher wird sogar überheblich und behauptet, das Auto sei für die Ewigkeit gebaut. Das ist natürlich trotz vollverzinkter Karosserie Quatsch. Die letzte TÜV-Abnahme hat der Wagen dennoch nicht geschafft; das war auch kein Wunder, denn die üblichen Verschleißteile (Bremsen, Querlenker, Spurstangenkopf) waren durch.
Rational könnte man jetzt einwenden, dass die Summe der oben genannten Einzelteile – ergänzt um Ölwechsel, Zahnriemen und Wasserpumpe – den Marktwert des Wagens übertreffen und dass dann eine Reparatur nicht mehr sinnvoll erscheint. Ich halte dagegen: Man muss nicht alles wegwerfen, was noch reparierbar ist. Zudem zeigt eine Suche bei den gängigen Hostern für Autoanzeigen nach einem  Audi 90 erstaunlich wenig Treffer. Zunehmende Seltenheit ist also ganrantiert. Dass der Audi 90 das Zeug zum Klassiker hat, habe ich schon an anderer Stelle geschrieben. Ob und wie sich das rechnet, lasse ich dahingestellt…

Die Bremsen sind inzwischen vorn und hinten neu gemacht, einzelne Steinschläge an der Haubenfront korrigiert und für die Lackierung vorbereitet und nun sitze ich am Zahnriemen. Der dazu notwendige Abbau von Kühlergrill, Stoßstange, Unterbodenplastikschutz und ein paar Querverbindungen dauert mit Aufbau, Teile sauber zur Seite räumen etc. rund eine Stunde. Wenn man allein arbeitet und anschließend aufräumt auch etwas länger. Jetzt könnte ich auch schon gleich das Kühlwasser ablassen und zügig weiter machen, aber mich stört der Ranz der Jahre. Ich habe beschlossen, langsamer und sorgfältiger zu arbeiten und dabei sämtlichen Gammel und oberflächlichen Rost zu beseitigen. Allein damit werde ich über einen Tag beschäftigt sein! Welche Werkstatt macht sowas? Welcher Halter würde das bezahlen wollen? Eben – mach es selbst, sonst macht es keiner!

Audi 90 - Front weg

Schrauberplätze für 2012 gesucht?

Achtung! Dieser Beitrag ist veraltet. Bitte nutze diesen hier für weitere Einträge.

 

Du hast einen Oldtimer oder Youngtimer, Du möchtest gern selbst Hand anlegen oder auch nur eine trockene und halbwegs saubere Ecke zum Abstellen haben?

Die Youngtimer Garage Köln bietet genau das. Und auch wieder nicht. Denn derzeit sind alle Plätze belegt. Und weil ich aber dennoch pro Woche etwa zwei Anfragen aus dem Raum Köln bekomme, ob und wann nicht vielleicht doch mal wieder etwas frei wird, bitte ich alle Interessenten, unten einen Kommentar unter diesen Beitrag zu schreiben.

In Kurzform:

  • Was sucht ihr (Quadratmeter, Gegend, maximaler Preis)
  • Was habt ihr (ein Auto, zwei Roller, fünf Hühner, …)
  • Was bietet ihr (habe Schweißgerät, zwei linke Hände, Kompressor, …)
  • Sonstiges (Schlaghosen und grelle Nylonpullunder bevorzugt, US-Car Fetischist, …)
  • Kontaktemail, Homepage, etc.

Ich kann Euch auf Wunsch organisatorisch bei der Suche begleiten, aber zusammenfinden müsst Ihr Euch selbst. Und entsprechende Nachfragen gab es in den letzten Wochen und Monaten bislang genug, als dass ihr zusammen vier Hallen aufmachen könntet. Im ersten Schritt sammeln wir hier also mal die potentiellen Kandidaten und die Youngtimer Garage Köln macht sich selbst ein wenig Konkurrenz. Vielleicht sollte ich auch ein Franchise-Konzept daraus machen…?

Richtig mit der Spraydose lackieren

Der Titel ist ein Widerspruch in sich. Um eines gleich klar zu stellen: Man kann mit der Spraydose nicht richtig gut lackieren. Wenn eine Lackierung final einwandfrei sein soll, muss sie zwangsläufig mit besserem Material und Werkzeug aufgebracht werden. Mit entsprechender Übung kann man das im Kleinen auch selbst machen. Wer sich das nicht zutraut oder ganze Autos neu einfärben will, sollte zum Fachmann gehen.

Manchmal jedoch kommt es auf die perfekte Optik nicht an und insbesondere bei kleinen Ausbesserungsarbeiten kann man schon mal mit der Spraydose arbeiten. Wie das dann immer noch zu einem akzeptablen Ergebnis führen kann, zeigen die folgenden Videos, die von lackshop24.de bei Youtube eingestellt wurden. Schön zu hören, wie der Kommentar hinter der Kamera jede Sequenz mit „so liebe Freunde“ beginnt. Ich persönlich halte übrigens auch nichts von der Schnelltrocknung mit dem Heißluftgerät, da dies nur unnötig Partikel auf den nassen Lack bläst. Ein langsame Trocknung birgt aber die Gefahr von Staub oder anderem Zeug, dass sich in der dann längeren Trochnungszeit ablässt. Insbesondere dann, wenn man wie in den Videos im Freien arbeitet.

 

1. Lackierung Autolack Anschleifen

2. Grundierung auftragen

3. Grundierung nachschleifen

4. Schnelltrocknen

5. Basislack auftragen

6. Klarlack auftragen

Die anderen sind auch fleißig!

Die Youngtimer Garage ist seit gestern um ein feines Gerät reicher. Zu einem fairen Preis habe ich eine Sandstrahlkabine mit 420 Liter Volumen gekauft. Aber dies ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden. Bei der ausführlichen Recherche nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis für die Kabine bin ich eher zufällig auf zwei Seiten aufmerksam geworden:

Zum einen ist es die Ford A Restaurierung von Markus Maurer aus der Schweiz und zum anderen der Restaurierungsblog eines Land Cruisers. Als Besitzer und Fahrer Land Rover Serie III gerät man man ja schnell in den Verdacht, sich bewusst von der amerikanischen und japanischen Fraktion der Geländefahrzeughalter zu distanzieren. Aber vor dem Rost, Gammel und sonstigem Zahn der Zeit sind wir doch alle gleich. Beide Pages habe ich sehr gern in meine Liste der lesenwerten Links aufgenommen. Beide Berichte werden schon seit einiger Zeit geführt und enthalten eine große Menge an Informationen wie man es macht und was man besser sein lässt.

 

 

 

Irgendwer ist immer dagegen

Nachbarn – glücklich kann sich schätzen, wer keine hat. Es folgen Hinweise zu Rechtsvorschriften, die beim Betrieb einer Schrauberwerkstatt oder einer Oldtimerhalle immer wieder gern in Frage gestellt werden.

Nachbarn sind hartnäckige Gegner, wenn sie Lärm, Gerüche, Schatten oder andere Misslichkeiten wittern. Dazu gehören auch Besucher- und Lieferantenverkehr. Das gilt umso mehr, wenn die Nachbarn nicht ständig im Detail über alle Vorgänge informiert sind. In einer gefährlichen Mischung aus Ahnungslosigkeit, Mutmaßungen und Vorurteilen  gepaart mit der latenten Angst, irgendwie benachteiligt zu werden, steht dann schnell Ärger ins Haus. Wahrscheinlich haben die meisten Schrauber schon mal Ärger mit einem Vermieter oder Nachbarn gehabt  oder es gibt bei euch keine Nachbarn und keine Vermieter.

Muss ich Ölflecken auf dem Boden beseitigen?

Die Kurzform: Wenn der Mietvertrag dies explizit vorschreibt, ja und ohne Einschränkung. Dann gibt es auch keine Diskussion über die Größe oder die Anzahl der Ölflecke.

Der Mieter ist dann immer zur Wiederherstellung des Ausgangszustandes der Mietfläche oder zu Schadensersatzleistung verpflichtet. Wurde nichts vereinbart, ist es wieder einmal Auslegungssache. Insbesondere wenn der Platz oder die Garage ausdrücklich zum Arbeiten an Fahrzeugen oder zum Abstellen von Oldtimern überlassen wurde, liegt es in der Natur der Sache, dass schon mal einzelne Ölflecken vorkommen. Größere Mengen austretendes Öl oder andere Schadstoffe müssen aber sofort aufgenommen werden, bevor sie ins Grundwasser gelangen können. Das geschieht mit Ölbindemittel; restliche Verunreinigungen lassen sich mit Kaltreiniger und mechanischer Unterstützung (Bürste) sowie Dampfdruck entfernen. Ölrückstände gehören nicht in den Hausmüll und nicht in die Kanalisation, sondern müssen professionell entsorgt werden.

Und wie ist das bei gemeinschaftlich genutztem Privateigentum? In aller Regel werden Sondernutzungsrechte bereits in der Gemeinschaftsordnung bzw. Teilungserklärung begründet. In sehr seltenen Fällen behält sich der teilende Eigentümer auch das Recht vor, Sondernutzungsrechte nachträglich zu begründen (OLG Frankfurt, 1998, 20 W 54/98). Mit anderen Worten: Wenn in der Teilungserklärung nicht steht, dass diese oder jene Vereinbarungen getroffen wurden (z.B. „…auf der Stellfläche dürfen ausschließlich betriebsbereite und behördlich zugelassene Fahrzeuge abgestellt werden, eine weitere Nutzung darüber hinaus ist nicht zulässig. … Gefahrenstoffe sind sofort aufzunehmen, Öl- und Farbflecken sind zu vermeiden oder zu entfernen…“), dann gibt es dazu keine Vereinbarung. Herzlichen Glückwunsch!

Wie laut darf man arbeiten?

Das ist davon abhängig, ob man in einem Gewerbegebiet, in einen Mischgebiet oder in einem Wohngebiet arbeitet. Lärm wird üblicherweise in dB(A) gemessen. Unterschiede ergeben sich auch für unterschiedliche Arbeitszeiten. Zur Orientierung: 50 dB(A) ist der Schalldruckpegel einer normalen Unterhaltung in 1m Abstand. 60 bis 80 dB (A) erreicht ein lautes Gespräch, eine Schreibmaschine oder ein vorbeifahrendes Auto in unmittelbarer Nähe. Im Bereich um 80 dB (A) liegen etwa Rasenmäher. 100 dB(A) ist ein startendes Motorrad oder auch eine Kreissäge in 1m Abstand. Mit zunehmendem Abstand sinkt auch die empfundene Lautstärke. Wichtig ist auch, über welchen Zeitraum der Lärm verursacht wird, da lange anhaltender Lärm als gesundheitsschädlich angesehen wird. Unter lange verstehen die Gerichte üblicherweise den ununterbrochenen Betrieb z.B. einer Klimaanlage oder das Üben auf Musikinstrumenten über mehr als 6 Stunden. Siehe auch was ist mit Ruhezeiten weiter unten erklärt.

Die VDI-Richtlinie 2058 und die TA Lärm sehen folgende Immissionsrichtwerte vor:
6 bis 22 Uhr 22 bis 6 Uhr
In Industriegebieten

In Gewerbegebieten

In Kerngebieten, Dorf- und Mischgebieten

In allgemeine Wohn- und Kleinsiedlungsgebieten

In reinen Wohngebieten

In Kurgebieten, für Krankenhäuser und Pflegeanstalten

bis 70 dB(A)

65 dB(A)

60 dB(A)

 

55 dB(A)

50 dB(A)

45 dB(A)

bis 70 dB(A)

50 dB(A)

45 dB(A)

 

40 dB(A)

35 dB(A)

35 dB(A)

Datenquellen: Lexikon der Symbole und Dezibel Tabelle

Was ist mit Ruhezeiten?

Eines gleich vorweg: Deutschlandweit, bzw. auf Bundesebene, gibt es spätestens seit 2002  keine allgemeine ‚Mittagsruhe‘ mehr. Gesetzlich definiert ist nur eine Nacht- sowie eine Sonn- und Feiertagsruhe. Die Nachtruhe beschränkt sich gemäß BImSchG auf die Zeit zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr. Anders sieht es aus, wenn der Mietvertrag oder eine Hausordung darüber hinaus engere Grenzen setzt, dann sind diese verbindlich für alle Bewohner.

Was ist mit Rauch und Abgasen?

Ein weites Themenfeld. Zuerst die Autoabgase, weil es einfach zu erklären ist. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen abgasfreien Garten oder Innenhof. Solange Fahrzeuge im normalem Rahmen bewegt werden – und dazu gehört bei Oldtimern auch das sonst nicht mehr erforderliche Warmlaufen des Motors sowie Abgaswerte die schlechter ausfallen als bei modernen Anlagen mit Katalysator und Abgasrückführung – können Nachbarn keine Vorschriften zur Benutzung machen. Anders wäre es, wenn der Kläger durch ein Fahrverhalten unnötig belästigt und schikaniert würde unrteilte zum Beispiel das LG Nürnberg.

Dann gibt es noch die Grill-Schrauber, die sich gern mit einem Sixpack und Würstchen vor die Garage setzen. Schlechte Nachrichten für euch: Durch das Grillen auf dem offenen Holzkohlenfeuer erfolgt eine Rauch- und Geruchsbelästigung, die von den sonstigen Mitbewohnern nicht hingenommen werden muss (vgl. AG Wuppertal, 1976, Az. 47 Ur II 7/76). Für das äußerst unmännliche Gas- oder Elektrogrillen hingegen gibt es keine generellen Einschränkungen. Allerdings kann die Hausordnung, die Eigentümer- oder Mietergemeinschaft die Häufigkeit begrenzen – z.B. nur 5 mal im Monat und maximal 2 Stunden am Stück.

Bei Rauchbelästigungen durch gewerbliche Anlagen werden die zuständigen Umweltbehörden eingeschaltet, die dann die notwendigen Feststellungen anhand von Luftmessungen vornehmen. Entsprechend einzuhaltende Richtwerte enthalten Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Bundes-Immissionsschutzgesetz wie zum Beipsiel die TA Luft und die VO über Großfeuerungsanlagen. Bei einer privatrechtlichen Klage wird der Nachweis einer Beeinträchtigung durch ein Sachverständigengutachten zu führen sein, das vom Klagenden oder von der Hausgemeinschaft beauftragt wird.

Sind Schweißgeräte oder Kompressoren genehmigungspflichtig?

Das ist pauschal nicht zu beantworten. Von einfachen Baumarktkompressoren (am besten mit TÜV/GS Zeichen) geht keine größere Gefahr aus als von normalen Kühlschränken. Letztere sind – wie wohl jeder weiss – auch nicht genehmigungspflichtig. Je größer und spezieller die Geräte werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass Gefahren und Beeinträchtigungen davon ausgehen. Insbesondere der Betrieb von außen angebrachten Klimakompressoren kann genehmigungspflichtig sein. Nähere Informationen erteilt der Hersteller.

Für Schweißgeräte (egal ob MIG, MAG oder autogen), zugehörige Gasflaschen, Lötgeräte, Plasmaschneider Schneidbrenner oder Winkelschleifer gibt es keine gesetztlichen Vorschriften zu Aufbewahrung oder Genehmigung. Allerdings machen die Berufsgenossenschaften Auflagen beim gewerblichen Einsatz. In der Anwendung geht von diesen Geräten eine höhere Brandgefahr aus. Insbesondere in der Nähe von leicht brennbarem Material sind dann entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Abdecken und Freiräumen der Arbeitsfläche sowie das Bereitstellen von Löschmaterial und möglicherweise jemand zweites, der aufpasst (Brandwache) sind die üblichen Schutzmaßnahmen.

Darf ich das Auto auf dem Gelände waschen?

 Aus Umweltschutzgründen darf ein Auto nur dort gewaschen werden, wo keine Beeinträchtigung für das Grundwasser vorliegt. Damit sind unbefestigte oder wasserdurchlässige Böden (Kies, Schotter, Wiese, Pflaster, …) tabu. Ebenso sind Arbeiten am Auto die nicht dem Straßenverkehr oder der Pannenhilfe zuzurechnen sind – dazu gehören der Wechsel auf Sommer-/Winterreifen, Wagenwäsche, Reinigungsarbeiten im Innenraum, etc. – Sondernutzung und darf daher nicht auf öffentlichen Straßen, sondern nur auf dem Privatgrundstück durchgeführt werden.

„Waaas?“, werden jetzt einige aufschreien, „man darf doch sein Auto nicht vor der Garage waschen!“ Nun, in Köln schon. Es sei denn, das Abwasser kann unkontrolliert versickern (siehe oben) oder es wird sonstwie nicht über die Kanalisation abgeleitet. Die Wagenwäsche ist dabei auf nicht-ölige Teile der Karosserie mit klarem Wasser beschränkt. Das wird den einen oder anderen Nachbarn mit Teleobjektiv hinter dem Vorhang jetzt zwar wundern, ist aber rechtlich vollkommen OK. Ansonsten gibt es ja immer noch einige gar nicht so schlechte Waschanlagen, die für knapp 10 Euro ganz gute Vorarbeit leisten.

Schulfernsehen für Schrauber

Die Produzenten von classic-car-tv haben ein paar sehr schöne Videos in ihrer Rubrik Tipps und Tricks veröffentlicht. Dabei geht es diesmal weniger darum, coole Karren zu bewundern oder Nieten im Sonnenschein zu zählen, sondern es wird in verträglichen Häppchen handwerkliches Grundwissen für die eigene Oldtimerwerkstatt zu vermittelt. Leider ist die Erklärung aus dem Off vielleicht auch ein wenig sachlich-fad. Wissen allein ist nicht alles, erst Übung macht den Meister!

Gezeigt werden

MacGyver Multitool

 

Nicht erst seit der Definition Lucas – prince of darkness wissen wir um die Beschaffenheit und Robustheit der Elektrik in englischen Autos. Wenn mal wieder das Licht streikt und die 30A Sicherung Zuhause liegt, wenn die Scheibenwischdüsen verstopft sind, wenn der Benzinschlauch lose hängt, wenn der Splint vom Radlager fehlt, …

 

… dann sollte man das MacGyver Multitool dabei haben. Gibt’s im Versand oder im cleveren 500 Einheiten Sparpack. Man spricht in diesem Zusammenhang auch nicht von reparieren oder instandsetzen, sondern von macgyvern. Und wenn nötig, kann man unter Zuhilfenahme eines Kaugummis damit auch eine Atombombe entschärfen, aber das kommt in der Werkstatt ja höchstens einmal in zwei Jahren vor.

Chrom, Stahl, Gummi – Fuel Tank TV

Fuel Tank TV ist eine Zusammenarbeit von Bandit Films und dem Fuel Magazine. Beide zusammen liefern schöne Bilder.

Nick Eterovic arbeitet für Ford und bezeichnet sich selbst als petrol head.
Hier ein paar Stimmungen aus seiner Schrauberhalle.

Much Much Go vonFuel Tank TV auf Vimeo.

 

 

Craig Metros ist in Detroit geboren und arbeitet als Designer und Rod Builder in Melbourne.

Factory 6: Craig Metros vonFuel Tank TV auf Vimeo.

 

 

Zur Ausgabe No.7 „The Customs Issue“ hat Bandit Films diese Doku beigesteuert

Fuel Magazine Issue 07 Launch Party vonFuel Tank TV auf Vimeo.

Was Haynes damit wirklich meint

Haynes gilt mit über 150 Millionen verkauften Exemplaren als der weltweite Marktführer für Auto-Selbstschrauber Literatur. 1965 hat John Haynes einen Austin Healey Sprite zerlegt und wieder zusammen gesetzt. Die dabei gemachten Erfahrungen und Fotografien waren Basis für sein erstes Schrauber-Handbuch. Aber auch nach über 2000 zerlegten und zusammen gesetzten Fahrzeugen unterscheidet sich der Sprachgebrauch im Haynes-Manual von der täglichen Erfahrung mit alten Autos. Die nachfolgende Auflistung soll helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

 


 

Englisch Deutsch Was Haynes damit wirklich meint
Ease … lösen Ziehe los und kaufe viel WD-40 (5l Gebinde)
Retain tiny spring… die kleine Feder zurück halten „Meine Güte, was hätte mir denn da fast das Auge weg geschossen?“
Press and rotate to remove bulb… drücken und drehen, um die Birne zu entfernen Gut, der Glaskolben ist nun zersprungen. Nun musst Du mit einer Schnabelzange noch den Metallsockel heraushebeln, ohne die Fassung dabei zu zerbrechen.
Lightly… leicht Vorsichtig anfangen, dann den Druck langsam erhöhen, bis die Schläfen pochen und Du die Adern Deiner Rückhand genau erkennen kannst. Dann noch einmal das Handbuch überprüfen, denn das kann doch nicht wirklich mit leicht gemeint sein.
Weekly checks… wöchentliche Überprüfung Wenn es nicht kaputt ist, fass es nicht an!
Routine maintenance… Standardwartung Wenn es nicht kaputt ist, wird es bald kaputt sein.
If not, you can fabricate your own special tool like this… Falls nicht, kann man sich dieses Werkzeug auch folgendermaßen selbst herstellen. Hahaha huhuhu!!!!
Compress… zusammendrücken Du presst mit all Deiner Kraft, springst dabei auf und ab, hast Schweißausbrüche, schmeißt das Ding an die Wand, dann suchst Du in der dunklen staubigen Ecke, wo es hingefallen sein könnte und wimmerst dabei atemlos.
Inspect… Untersuchen Du kneifst die Augen bis zu einem kleinen Spalt zusammen, gehst ganz nah ran und gibst vor, genau zu wissen, was das für ein Ding ist. Dann verschränkst Du die Arme vor der Brust, drückst den Rücken durch, holst tief Luft und sagst dann mit tiefer Stimme: „Ja, das habe ich mir gedacht. Wir müssen ein neues kaufen.“
Carefully… Vorsichtig Du wirst Dich gleich schneiden.
Retaining nut… Haltemutter Ja, diese ovale, total verrostete Beule.
Get an assistant… Mit einem Helfer Bereite Dich darauf vor, dass Du Dich gleich vor jemandem demütigst, der Dich kennt.
Rotate anticlockwise. gegen den Uhrzeigersinn drehen Mit einer Klemmzange fixieren und mehrmals mit dem Hammer drauf schlagen. Du kennst die Richtung gegen den Uhrzeigersinn?
Should remove easily. Sollte sich leicht lösen Ist total verrostet. Mit einem Schlüssel ansetzen und mehrmals mit dem Hammer drauf schlagen.
This is a snug fit. Lagerbuchse Du wirst gleich die Haut über dem Knöchel wegfetzen. Mit einem Schlüssel ansetzen und mehrmals mit dem Hammer drauf schlagen.
This is a tight fit. Presspassung In der Hölle gibt es keine Freunde. Mit einem Schlüssel ansetzen und mehrmals mit dem Hammer drauf schlagen.
As described in Chapter 7… Wie in Kapitel 7 beschrieben Das wird Dir eine Lehre sein, erst den gesamten Text zu lesen, bevor Du anfängst! Du schaust übrigens gerade auf beängstigende Explosionszeichnungen vom Getriebe.
Pry… hebeln Einen alten Schraubendreher mit dem Hammer hinein schlagen.
Undo… öffnen Unter Anwendung von übermenschlichen Kräften…
Refitting is the reverse sequence to removal. Der Zusammenbau erfolgt in umgkehrter Reihenfolge zur Demontage Aber mit welcher Seite musste das jetzt nach oben gedreht werden?
Prise away plastic locating pegs… die Kunststoffenden abziehen Kann man abbeißen
Using a suitable drift or pin-punch… Mit einem geeigneten Dorn oder Splint Nein, der große rostige Zimmermannsnagel ist kein geeigneter Dorn!
Everyday toolkit Gebrauchswerkzeug für alle Fälle Stelle sicher, dass Du die ADAC-Karte und ein Mobiltelefon dabei hast.
Apply moderate heat… Unter leichter Hitzezufuhr Leicht anhauchen war damit nicht gemeint. Stattdessen erhitzen bis es rot glüht. Lässt es sich immer noch nicht lösen, nimm die Flex. Wenn Du weder Lötlampe noch Schweißbrenner hast, ist das nicht so schlimm: Stattdessen mit einem Schlüssel fixieren und mehrmals mit dem Hammer drauf schlagen.
Remove oil filter using an oil filter chain spanner Den Ölfilter mit einem Ölfilterschlüssel entfernen Einen alten Schraubendreher schräg mit dem Hammer hinein schlagen und dann mit Gewalt aufbiegen.
Replace old gasket with a new one. Die alte Dichtung mit einer neuen ersetzen Wo war doch gleich die Tube mit dem Industriekleber?
Grease well before refitting. Vor dem Zusammenbau gut einfetten Du suchst nun schon seit über einer halben Stunde nach der Fettpresse und hast bislang nur eine halbleere Flasche Geschirrspülmittel gefunden. Du überlegst, ob man es stattdessen verwenden könnte, weil es sich zwischen Fingern so ähnlich anfühlt.
See illustration for details Die Abbildung zeigt im Detail Keine der Illustrationen entspricht Deinen Einzelteilen und die Teilenummern stimmen auch nicht überein, weil eine andere Modellvariante dokumentiert ist.

Erneuerung des Schalthebels im Land Rover Serie III

Ich musste ziemlich dumm gucken als ich bei meinem letzten Ausflug mit dem Land Rover anfuhr und dann plötzlich die Gangschaltung – genauer den Schalthebel – lose in der Hand hielt. Er war nach über 35 Jahren aufgrund von Materialermüdung einfach abgebrochen. Zudem an einer sehr ungünstigen Stelle, so dass die Rückfahrt sehr langsam und ausschließlich in dem zum Glück noch eingelegten ersten Gang erfolgte. Eine Kurze Nachfrage bei den Insassen im Black Landy Forum ergab, dass dies gar nicht so selten vorkommt.

Heute weiß ich, dass es wesentlich schneller und einfacher gewesen wäre, den Schalthebel an der Bruchstelle wieder sauber anzuschweißen. Aber da die Teile Land Rover typisch recht günstig sind und ich damit auch eine optische Aufwertung des Innenraums vornehmen konnte, beschloss ich die kaputten und einzelne sehr abgenutzte Teile wie Gummischutz, Schalthebel und Kugelkopf durch neue zu ersetzen. Bei den Teilen unten in der Liste habe ich LR-Teilenummer sowie den gerundeten aktuellen Marktpreis abgegeben. Bezugsmöglichkeiten bestehen zum Beispiel über John Craddock Surplus oder ebay.

 

Das Vorgehen im Einzelnen:

  1. Um den Hebel ausbauen zu können, müssen zuvor die Bodenbleche im Fußraum ausgebaut werden. Dazu beim Fahrer die Pedale nach unten drücken und alle drei Schalthebelköpfe demontieren
  2. Danach den Mitteltunnel demontieren. Es sind alles schnell erkennbare Schrauben, daher spare ich mir die Details
  3. Nun liegt der Sattel frei und kann an vier Schrauben gelöst werden. Die beiden vorderen sind in einem blöden Winkel verbaut, so dass man mit einem normalen Gabelschlüssel immer nur knapp 10° drehen kann und dann neu ansetzen muss.
  4. Man kann dann das Gehäuse vom Sattel mit vier Schrauben lösen. Diese sind gesichert und die Sicherungen müssen vorher geöffnet werden.
  5. Sobald die seitliche Arretierungsschraube und der Sprengring gelöst sind, kann man die Einzelteile in der Werkstatt zusammen suchen, weil die Feder nach oben herausgeschossen und der Rest vom Schalthebel nach unten auf den Boden gefallen ist.
  6. An allen Teilen klebt der Gammel von Jahrzehnten. Eine Reinigung in Benzin oder geeignetem Industriereiniger unter Zuhilfenahme eines Borstenpinsels oder einer Zahnbürste wirkt hier Wunder. Auch die Drahtbürste kommt zum Einsatz.
  7. Nun können die Teile noch einmal sortiert und beim Zusammenbau gut gefettet werden.
    Ich liebe diesen Satz: Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zur Demontage.

 

Benötigte Teile:

  • Gummischutz oben, 301437, 3 Euro
  • Feder, 219723, 1 Euro
  • Rückhaltescheibe, 219722, 5 Euro
  • Sprengring, 219797, 1 Euro
  • Arretierungsschraube, 507447, 1 Euro
  • Kugelkopf, 576316, 3 Euro
  • Schalthebel, FRC2046, FRC2047, FRC 3530, FRC 3531 (abhängig von Rechts- oder Linkslenker, 4 oder 6 Zylinder Motor), 17 Euro
  • Gehäuse, 219714, 14 Euro
  • Kugelsitz, 219721, 1 Euro
  • Sattel, 232608, 16 Euro

 

Benötigte Werkzeuge und Material:

  • Diverse Schraubendreher
  • Gabelschlüssel
  • Fett
  • Reinigungsmittel
  • Sprengringzange
  • Drahtbürste
  • Zahnbürste

Arbeitszeit: 6-8 Stunden

Einzelteile nach Demontage und Reinigung

 

Einzelteile zusammen gesetzt

Schaltung mit Einzelteilen in der Schemazeichnung

 

Der beste Platz zur Restaurierung von Autos

Wie sieht der am besten geeignete Platz zur privaten Restaurierung eines Fahrzeugs aus?

Bei meinen Gesprächen zur Vermietung von Stellplätzen in der Youngtimer Garage Köln werden immer wieder die gleichen Wünsche angesprochen:

Der Platz, der Preis, die Lage, die Ausstattung, die Anderen.

Der Platz

Nicht jeder hat eine vollausgestattete KFZ-Werkstatt im Keller. Die meisten rüsten eine normale Garage um. Das Alltagsfahrzeug muss dann eben draußen schlafen und Gartengeräte kommen in die Laube. Auf dem Land ist das noch leicht machbar. Nicht umsonst findet man in dichter besiedelten Gebieten nur noch wenig Leute, die sich als Hobby mit der Restaurierung oder Aufbereitung von alten Fahrzeugen befassen. Kann man den fertigen Youngtimer und Oldtimer noch bequem in der Tiefgarage abstellen und an Sommerwochenenden zum Leben erwecken, sieht es mit der benötigen Ansammlung von kleinem und größeren Werkzeug schon anders aus.

Ideal ist es, wenn man ohne Ballettübungen einmal um das Fahrzeug herum laufen kann. Sonst ist man zu häufig genötigt, neu zu rangieren. Das ist insbesondere wenig lustig, wenn man das Auto zuvor aufgebockt hat. Wer mit dem Platz geizen muss, weil er zum Beispiel zwei Autos unterbringen muss, sollte darüber nachdenken, Rangierrollen anzuschaffen. Damit können Autos auch auf der Stelle gedreht oder in sonst nicht zugängliche Winkel geschoben werden. Voraussetzung ist natürlich ein sehr ebener und sauberer Boden, da sonst die Rollen blockieren oder die Karre schräg vor die nächste Wand rollt. Die Kosten für ein Paar Rangierrollen im Versand liegen bei ca. 80 Euro. Siehe das Video unten zur Anwendung von Rangierrollen.

 

Der Preis

Wie schon oben angedeutet, ist der verfügbare Platz in Großstädten limitiert. Entweder bemüht man sich, einen verlassenen Schuppen im Umland zu finden oder es wird vergleichsweise teuer. Das gilt für Garagen, Hallen und Stellplätze gleichermaßen. Was auf dem Land in Mecklenburg Vorpommern finanziell noch für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage und Garten gereicht hat, zahlt man in Köln und München schon für eine 60qm Etagenwohnung plus Garage im Hinterhof. Mieten von über 100 Euro für eine normale Garage sind in Großstädten keine Seltenheit. Insofern ist dort die Suche nach „rund 100 qm Schrauberhalle für maximal 250 Euro“ als völlig utopisch zu bezeichnen.

 

Die Lage

Auf dem Land - Quelle: piqs.de, Foto 116487 von gammelstaad

Jeder muss für sich ausmachen, wie weit er bereit ist, zu seinem Stellplatz anzureisen. Wo der eine nach dem Abendessen in Hausschuhen nur noch zwei Treppen nach unten schlurfen will, nimmt ein anderer auch gern eine Stunde Anfahrt in Kauf. Das ist letztlich auch immer eine Frage des Preises und der Verfügbarkeit. Schwieriger wird es in Wohngebieten, weil man dort nicht bis spät in die Nacht die Flex sprechen lassen kann. Schwere Maschinen hört man nachts auf jeden Fall noch drei Straßen weiter. Auf Gelände mit gewerblicher Nutzung gemäß Bebauungsplan haben die Nachbarn schlechtere Karten auf ihre Ruhe zu drängen. Auf dem Land hingegen können Umweltauflagen im Naturschutzgebiet den Betrieb einer Schraubergemeinschaft erheblich behindern.

Wer kein Alltagsfahrzeug zur ständigen Verfügung hat, sollte auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können. Auf der anderen Seite müssen gerade bei der Fahrzeugaufbereitung auch mal größere Dinge transportiert werden. Eine Laderampe oder einfache Zufahrt sollte also gewährleistet sein. Ich habe durchaus brauchbare Hallen gesehen, die jedoch nur über einen Feldweg von 200m Schlamm und Schotter mit 20 cm tiefen Schlaglöchern erreichbar waren. Das will man weder mit dem zuvor mühevoll restaurierten Oldtimer noch bei einem Fahrzeugtransport mit dem Hänger auf sich nehmen.

Ein enormer Vorteil ist auch, wenn sich gute Fachbetriebe (z.B. ein Lackierer, ein Polsterer, eine Tankstelle mit Waschplatz, …) in der Nähe befinden. Sei es, um für einen Kostenvoranschlag mal eben rüber zu kommen, Einzelteile für eine Reparatur über den Zaun werfen zu können oder schnell Ersatz für irgendwas zu beschaffen.

 

Die Ausstattung

Strom – genügend abgesichert – und Wasser sollten auf jeden Fall vorhanden sein. Die Luft sollte ein wenig zirkulieren können und das Dach sollte dicht sein. Feuchtigkeit ist der Tod für Karosserie, Werkzeug und Maschinen. Bei Tageslicht arbeitet es sich immer besser als unter Kunstlicht allein. Für bestimmte Arbeiten sollte jedoch beides verfügbar sein. Eine Heizung ermöglicht auch im Winter zu arbeiten. Steife Finger und kalter Rücken sind nicht nur unangenehm, sondern beides kann auch zu Verletzungen führen. Eine Hebebühne oder Grube ist schon Luxus, aber wer sie hat, weiß diesen Luxus zu schätzen. In Mietwerkstätten kostet eine Hebebühne ca. 8 Euro pro Stunde. Ist eine Bühne also zur Mitbenutzung vorhanden, darf dann auch die Miete etwas teurer sein. Ölabscheider oder zumindest Auffangbehälter können sinnvoll sein; das hängt immer von den Arbeiten ab, die durchgeführt werden sollen. Gleiches gilt für Schweißgerät oder Druckluftwerkzeug: Man kann es sich leihen, man kann besitzen oder man kann es sein lassen. Weil es staubig und schmutzig werden kann, sind verschließbare Werkzeugkoffer oder –schränke ratsam und auch das Fahrzeug sollte abgedeckt werden können. Alle anderen Werkzeuge sind keine Wissenschaft sondern eine Glaubensfrage. Nicht nur der Einsatzbereich und die reine Anzahl auch die Qualität kann entscheidend sein. Ich denke, über Werzeug sollte ich einen separaten Beitrag verfassen, das Thema führt hier zu weit.

 

Die Anderen

Wer sind die Anderen? Wer allein schraubt, wird irgendwann auf Hilfe angewiesen sein. Sei es, um gemeinsam etwas Schweres anzuheben oder Dinge anzureichen oder auch nur um Erfahrungen auszutauschen, günstige Bezugsmöglichkeiten in Sammelbestellungen zu nutzen oder nach abgeschlossener Arbeit ein Benzingespräch zu führen. Große Hallen sind in Anschaffung und Betrieb günstiger als kleine, daher lohnt es sich, den Raum mit Gleichgesinnten zu teilen. Gleichgesinnte zu finden, ist sehr wichtig, denn man kann man zu unterschiedliche Interessen nur schwer unter einen Hut bringen. Als Untermieter in der Halle von einem überbesorgten Bootsbesitzer schraubt und youngtimert es sich nur sehr befristet. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Diese Bündelung von gleichem Interesse und Interessierten machen im ganz großen Stil die Meilenwerke vor. Auch wenn deren Intention, das Niveau und auch die Preise etwas anders sind als zum Beispiel in der Youngtimer Garage Köln.

 

 

 

Trockensumpf vs. Druckumlauf

Der Nass-Sumpf  ist der tiefst gelegene Punkt eines Motors. In der Nass-Sumpfschmierung oder auch dem Druckumlauf genannten Verfahren wird Öl in einer Wanne gesammelt, nachdem es den Motor passiert hat. Dort wird es von der Ölpumpe aufgenommen und dann wieder oben in den Motor eingebracht. Der Vorteil bei einem solchen System ist die kostengünstige Bauweise und die auch ohne spezielle Ausbildung einfache Wartbarkeit. Nachteilig ist das Verhalten des Öls bei Kurvenfahrten oder im schweren Gelände. Das kann so weit führen, dass die Pumpe trocken läuft, weil sich das gesamte Öl gerade in einer anderen Ecke der Ölwanne befindet. Um dies zu verhindern, sind in den meisten Ölwannen waffelartige Schlingerbleche eingeformt. Für den normalen Verbraucher sollte das als Maßnahme gegen zu starke Zentrifugalkräfte ausreichen.

 

zwei Bauweisen des Ölsumpfes im Vergleich

zwei Bauweisen des Ölsumpfes im Vergleich

Für Fahrzeuge im Rennsport und extremen Off-Road ist der Nass-Sumpf eine schlechte Wahl, weil hier ganz andere Fliehkraftverhältnisse herrschen. Diese Fahrzeuge haben dann eine Trockensumpfschmierung. Wie der Name schon vermuten lässt, sammelt sich im Trockensumpf nie Öl. Ein Nass-Sumpf ist groß genug, um das gesamte Öl bei abgeschaltetem Motor aufzunehmen. Der Trockensumpf ist wie auf dem Bild oben zu sehen viel flacher gebaut. Dadurch kann der Motor tiefer eingebaut werden und hat somit einen besseren Schwerpunkt. Er nutzt ein außen gelegenes Reservoir oder einen separaten Öltank und entweder eine zweite Pumpe oder eine Zweikreispumpe. Der eine Pumpkreislauf bringt weiterhin das Öl oben in den Motor ein, der andere pumpt vom Trockensumpf in das Reservoir.

 

Trockensumpf

Trockensumpf Schemazeichnung. Bildquelle: Wikipedia, Creative Commons

Der Vorteil ist neben dem tiefen Schwerpunkt auch die fast beliebige Anordnung der Komponenten im Fahrzeug, die nur durch die Größe des Reservoir begrenzte Menge an mitgeführtem Öl und eben die unterbundene Gefahr des trocken Laufens. Warum baut man das dann nicht in allen Fahrzeugen ein? Die Komplexität solcher Konstruktionen erhöht den Preis und das Gewicht, denn man benötigt mehr oder größere Pumpen sowie Leitungen, die Hitze und Druck stand halten können. Was für ein Rennsport-Team kein Problem darstellt ist für VW, Toyota, Ford und Co im Umfeld normaler PKW ein schlichtes No-Go.

 


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Umrechnung von metrischen in UK oder US Maßeinheiten

Wer sich wie ich häufiger mit englischen Fahrzeugen auseinander setzen muss, wird nicht nur über zölliges Werkzeug verfügen. Darüber hinaus muss man auch immer wieder die Synapsen schalten, um ungewohnte Einheiten aus Handbüchern, Werksangaben und  Schrauberhilfen in für uns Mitteleuropäer gängige Größen zu übersetzen. Und zu allem Überfluss ist manchmal nicht ganz eindeutig, ob nun mit US oder UK Maß gemessen wird. Für meine eigenen Zwecke und für alle Leidensgenossen habe ich hier die am häufigsten benötigten Einheiten in einigen praktischen Umrechnern zusammen getragen.

Drehmoment
Newtonmeter (Nm)
Pound-force feet (lbs ft)

Pound-force inches (lbs in)



Volumen
Liter (dm³)

Kubikzentimeter (cm³) = Milliliter

Kubikzoll (Cubic inch)

US customary fluid ounce (US fl oz)

Imperial fluid ounce (Imp fl oz.)

US Gallone

UK Gallone



Leistung
Pferdestärken (PS)

Kilowatt (kW)

Horsepower (HP)


Verbrauch
Liter pro 100 km (l/100 km)

Meilen pro US-Gallone (mpg)

Meilen pro UK-Gallone (mpg)



Entfernung
Meter (m)

Zoll (Inch, „)

Fuß (Foot, ft)

Meilen (Miles)


Druck
bar

pound/square inch (psi)


 

Einzug in die Youngtimer Garage Köln

In den letzten Tagen war es mal wieder recht still hier im Blog. Dabei war ich in der richtigen Youngtimer Welt tätiger als je zuvor. Die richtige Welt ist das, was ihr seht, wenn ihr am schräg am Bildschirm vorbei aus dem Fenster schaut. Andreas, Robert, Johannes und ich sind nun in die Youngtimer Garage eingezogen, über die ich Anfang des Jahres schon mal berichtet hatte.
Nachdem wir uns sortiert haben und sobald noch die einen oder anderen Umbaumaßnahmen erfolgt sind, werden voraussichtlich ab Mai 2011 zusätzliche Plätze für Oldtimer- und Youngtimer-Selbstschrauber frei werden. Für weitere Informationen gibt es ab sofort diese Seite.

Die Bremsen Bibel (Teil 1)

Bremsen – was soll das?

Die schnelle Antwort: Sie verlangsamen dein Tempo (Wow, diese Zeile ist verdächtig für die Nominierung zum Wortspiel-Award)

Die ausführliche Antwort: Bremsen sind darauf ausgerichtet, um ein Fahrzeug zu verlangsamen, aber möglicherweise nicht so wie man denken könnte. Ein weit verbreiteter Irrtum ist anzunehmen, dass Bremsen gegen eine Trommel oder eine Scheibe drücken, und dass der Druck dafür verantwortlich sei, das Fahrzeug zu verlangsamen. Nun ja, das ist nur ein Teil Gleichung. Tatsächlich wandeln Bremsen die Energieform. Wenn sich ein Fahrzeug bewegt, sprechen wir von kinetischer Energie. Beim Bremsen wird die kinetische Energie in thermische Energie umgewandelt. Die Kühlung führt die Wärme ab und das Fahrzeug verliert an kinetischer Energie bis zum Stillstand. Dies beruht auf dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik auch bekannt als Energieerhaltungssatz. Während alle Energieformen unter gewissen Bedingungen vollständig in thermische Energie umgewandelt werden können, gilt das in umgekehrter Richtung nicht.

Wer Motorrad oder Autos im Rennsport fährt, kennt den Verlust der Bremskraft, wenn die Wärmeentwicklung zu groß wird. Der eine oder andere kennt vielleicht auch die Warnungen bei starkem Gefälle, die Motorbremse zu verwenden. Denn sind die Teile einer Bremse erst einmal heiß gelaufen, können sie nicht mehr den benötigten Teil der kinetischen Energie umwandeln. Unter starker Hitze neigt das Material zur Vaporisation, bildet ein heißes Gas, das versucht, zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe zu entweichen. Ähnlich wie Reifen bei Aquaplaning findet kein Kontakt der beiden Komponenten statt und somit unterbleibt die Reibung. Voila. Bremsverlust.

Die übliche Lösung wäre, jetzt weniger zu Bremsen und im Idealfall anzuhalten, bis die Bremsen abgekühlt sind. Außerdem ist der oben beschriebene Verlust der Bremsleistung eher bei älteren Fahrzeugen anzutreffen. Bei moderneren gelochten und innen belüfteten Bremsen, können die Bremsbeläge wesentlich heißer werden. Dann wird aber irgendwann die Bremsflüssigkeit sehr heiß und wirft Blasen, weil sie kocht. Da Gas aber wesentlich komprimierbarer ist als Bremsflüssigkeit, kann man den Fuß gar nicht tief genug auf das Bremspedal stützen. Voila. Schon wieder Bremsverlust.

BremsscheibentypenIch spare mir an dieser Stelle die sehr ausführliche Behandlung von verschiedenen Bremsscheibentypen, Bremsbelagtypen und Bremsentypen in der Übersetzung. Wer daran im Detail interessiert ist, findet eine Abhandlung in englischer Sprache in Chris Loghursts Brake Bible . Stattdessen gehe ich direkt über zur


Übertragung der Bremskraft

Alles gut und schön mit den Bremsen, aber diese müssen ja auch irgendwie ausgelöst werden.

Seilzug- oder Bowdenzugbremse

Dies ist die einfachste verfügbare Bremse. Ein Seilzug ist am einen Ende mit einem Hebel verbunden und sobald man mit dem Fuß oder der Hand diesen Hebel betätigt, wird auf der anderen Seite des Zuges ein Hebel ausgelöst, der zwei Teile einer Bremszange zusammen drückt. Üblicherweise ist diese Art einer Bremse bei Fahrrädern zu finden.

Bremsstange

Einen kleinen Schritt weiter sind wir bei der Bremsstange, wie sie meist bei älteren Motorrädern und einigen Oldtimern anzutreffen ist. Diese Bremse erlaubt uns, die Bremskraft über diverse Hebel zu verstärken. Typischerweise wirkt die Bremskraft dann auf Trommelbremsen. Der Nachteil ist, dass dieser Bremsentyp Scharniere und Drehgelenke benötigt, um die genaue Position der einzelnen Teile der Bremse zu fixieren.

Hydraulische Einkreisbremse

Noch einen Schritt und wir sind bei den heute üblichen Bremssystemen angekommen. Verschwunden waren die Bowdenzüge und Stangen und stattdessen ersetzt durch ein System von  Geberzylinder, Nehmerzylinder, Kolben, Flüssigkeitsbehälter und Hydrauliköl. Diese werden durch eine Bremsleitung verbunden und mit nicht komprimierbarem Hydrauliköl gefüllt (siehe Abbildung unten). Wenn die Bremse betätigt wird, drückt dies einen kleinen Teil der Bremsflüssigkeit in den Geberzylinder. Weil die Flüssigkeit aber nicht verdichtet wird, kann der Druck über die Bremsleitung umgehend zum Nehmerzylinder weiter geleitet werden, wo der Bremskolben herausgedrückt wird. Wegen dieser Konstruktion kann Wärme von den Bremsen wieder in die Bremsflüssigkeit abgeleitet werden.

Hydraulische Zweikreisbremse

Dieses kompliziertere System ist zumeist bei High-End Autos oder modernen Motorrädern – besonders bei BMW – zu finden. Es arbeitet mit zwei getrennten Hydraulikkreisläufen. Einer ist der Steuerungskreislauf und dieser wird mit dem Fuß oder der Hand betätigt. Der zweite wird nur über eine Computersensorik gesteuert und löst das eigentliche Bremsen aus. Wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt, wird ein Signal über den Steuerungskreislauf an die Bremseinheit gegeben. Dort wird gemessen, mit welcher Stärke das Bremspedal betätigt wurde. Über ein Servopumpensystem wird dies dann an den Bremskreislauf weiter gegeben. Dabei kann die Kraft erheblich verstärkt werden und zudem kann der Computer eingreifen, wenn jemand etwas sehr sinnloses – wie zum Beispiel eine Vollbremsung bei über 180 km/h – auslöst. Stattdessen wird das ABS oder andere Bremsassistenten ermöglichen, weiterhin die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten. Der Vorteil des Zweikreisbremssystems ist, dass der Steuerungskreis nicht der Wärmeableitung ausgesetzt ist. Nachteilig ist die doppelte Wartung von zwei getrennten Hydraulikkreisläufen.

Brake-by-wire

Das fortschrittlichste heute auf dem Markt verfügbare Bremssystem ist brake-by-wire. Diese direkt aus dem Rennsport übertragene Technik ist in einigen Teilen sehr ähnlich zur oben beschriebenen hydraulischen Zweikreisbremse. Nur ist hier das Steuerungssystem nicht mehr hydraulisch, sondern elektronisch aufgebaut. Das Bremspedal ist mit einem sehr empfindlicher Regelwiderstand verbunden. Hierüber wird an den Steuerungscomputer ein unterschiedlich starkes Signal weiter geleitet. Ab dem Steuerungscomputer funktioniert das Bremssystem wie schon für den zweiten Kreis oben beschrieben.

Der Vorteil dieses Systems ist, dass man das Bremspedal eigentlich überall verbauen kann. Um dem Fahrer auch das Gefühl zu geben, dass er wirklich einen Bremswiderstand hat, haben die meisten Systeme eine Feedback-Schleife eingebaut, die künstlich einen bestimmten fühlbaren Gegendruck aufbaut. Tatsächlich ist aber keine physische Verbindung zum tatsächlichen Bremskreislauf vorhanden.


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Etel Tuning

Als Betreiber einer Yougtimer Garage bin ich natürlich hin und wieder – manche werden sagen „viel zu häufig“ – auf der Suche nach dem geeignten Werkzeug für spezielle Einsätze: Den richtigen Plasmaschneider für spezielle Reparaturbleche, das richtige zöllige Werkzeug für britische Fahrzeuge, …

Und natürlich ist da auch ganz viel Schwachsinn bei den Angeboten zu finden. Überflüssiges Zeug, das bestenfalls von gutmeinenden Freunden und Verwandten viel zu teuer als Geschenk gekauft wird.

Der Etel Tuning Shop ist gar keiner, nimmt aber eben diese Angebote ins Programm. Sehr lustig!

Wie finde ich eine gute Werkstatt?

Jeder Autofahrer muss sein Fahrzeug früher oder später einmal in eine Werksstatt fahren. Sei es, weil man einen konkreten Schaden hat oder auch nur weil die regelmäßige Inspektion oder Plakettenprüfung ansteht und man sich selbst die Hände nicht schmutzig machen möchte. Bei älteren Fahrzeugen hilft die Vertragswerkstatt meist nicht wirklich. Erstens stehen diese im Ruf, vergleichsweise teuer zu arbeiten, zweitens ist das Wissen um Fahrzeuge mit einem Alter von 20, 30 oder mehr Jahren bei Vertragswerkstätten der Automobilhersteller recht limitiert.

Glück hat, wer seine Werkstatt schon gefunden hat und dort zufrieden ist. Herzliche Gratulation! Die anderen müssen jetzt weiter lesen.

Im Blogbeitrag von Autoteileplaza werden recht eigenartige Kriterien genannt, eine gute Werstatt zu finden: Offene Türen, saubere Böden, Erinnerungen an Pflichttermine, …

Hey, vielleicht erkenne ich einen guten Mechaniker auch daran, dass er kein Tattoo auf dem Arm hat, oder was? In dem Buch Zen, oder die Kunst ein Motorrad zu warten wird behauptet, eine gute Werkstatt erkennt man daran, dass dort kein Radio spielt. Denn wo ein Radio spielt, müssten sich die Leute von ungeliebter Arbeit ablenken. Diese Argumentation ist ebenso krank. Das ist also keine Vorgehensweise. Wie also dann?

Gut beraten ist, wer Freunde hat, die sich auskennen, oder die zumindest vor den schwarzen Schafen der Brache warnen können. Und ansonsten haben wir heute das Internet! Ja, liebe Blogger von Autoteileplaza, soll man gar nicht glauben, aber in spezialisierten Foren und Gruppen bei Facebook wird schnell geholfen. Wer nicht so lange auf eine Antwort warten mag, kann bei Qype oder Autoplenum oder ähnlichen Seiten nach Erfahrungsberichten in der Region suchen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich ausdrücklich vor der Sattlerei Roberts in Köln, Neusser Straße warnen: Die Arbeiten dauern unverhältnismäßig lange, sind keineswegs so günstig, wie man anfangs glaubt und bei näherem Hinsehen ist die Arbeit Pfusch. Und das, obwohl der Meister immer persönlich zu sprechen ist, alles genau erklärt und der Laden nicht schmutzig wirkt.