Gafferstape, Gaffa oder Gaffer-Tape vs. Duct-Tape oder Duck Tape

Eines Vorweg: Alles ist Gewebeklebeband. Die Preise und Qualitäten variieren ja nach Hersteller. Dies ist ein Gastbeitrag von benny@fusselforum. Alle Bilder sind von benny oder Makrochip.

Gafferstape, Gaffa oder Gaffer-Tape

  • ist mit Vinyl beschichtetes Textil
  • hat eine matte, nicht reflektierende Oberfläche (wichtig beim Theater und Film um Reflexionen zu vermeiden)
  • klebt nicht so stark wie Duct-Tape
  • ist mehr für den vorübergehenden Einsatz gedacht
  • hinterlässt kaum bis keine Klebereste beim abziehen
  • ist nicht so hitzeempfindlich
  • lässt sich gut auch in kleine Streifen von der Rolle abreißen.

Ich hatte vor 2 Jahren meine Motorhaube mit Gaffa Tape foliert.
Nach einem Jahr hab ich sie abgezogen, um zu sehen wie viel Klebereste auf der Haube bleiben.

An den Stellen mit mehr Kleberest waren Lufteinschlüsse, in denen sich einfach mehr Dreck gesammelt hat.
Ging sehr gut mit etwas Verdünnung wieder ab.

 

Duct-Tape oder auch Duck Tape

  • basiert auf PVC
  • hat meistens eine glänzende und reflektierende Oberfläche (Achtung, gibts aber auch in matt)
  • klebt sehr gut und ist für Langzeitlösungen Gedacht
  • zieht auch gern mal beim entfernen den Lack mit ab
  • hinterlässt ordentlich Klebereste
  • die PVC-Schicht kann sich in der Sonne zusammen ziehen und ablösen. Übrig bleibt ein hartnäckiges Geflecht aus Nylon und Kleber
  • lässt nicht so gut in Streifen reißen

Wir hatten beim Polo von meiner Freundin das Schiebedach mit Duct-Tape abgeklebt.
Die Entfernung war sehr arbeitsaufwändig und langwierig. Klebereste mit harten Reiniger entfernen und danach noch eine Polierung vom Dach waren notwendig.

 

Was bedeutet „Originalzustand“ bei Oldtimern?

Ralf G. schreibt:
Hallo, die Meinungen sind sehr unterschiedlich: Wenn ich vom Originalzustand spreche, heisst es dann immer
unrestauriert oder kann dieser auch restauriert sein? Oder bedeutet Originalzustand auch Auslieferungszustand?
Wenn ich zum Beispiel die originale Lackierung durch eine Neue in einem original Farbton ersetze, weil die Alte nicht erhaltenswert ist, was passiert dann mit dem Wert und auch dem „Ansehen“ der Restaurierung?

Wenn ich alles zerlege um eine „1“ zu bekommen, schlechte Teile ersetze z.B. Schrauben, Gummis usw., kann mann dann
noch von einer Restaurierung sprechen oder ist es dann ein Neuaufbau? Und wie wird diesr dann gewertet?

Vielen Dank, Ralf

 

 

Hallo Ralf,

erst einmal muss ich Dich enttäuschen, denn mit einem gebrauchten Fahrzeug wirst Du nie die Zustandsnote 1 erreichen. Die Definition ist nämlich „neu oder besser“. Wir reden hier von sehr wenigen alten Fahrzeugen, die nie gefahren wurden, sondern immer nur Ausstellungsstück waren. Gleichwohl dürfen sie keine Alterungserscheinungen zeigen.

Aber Deine Frage zielte auf den Begriff „Originalzustand“. Dieser ist an verschiedenen Stellen definiert.

Der Duden belehrt uns, Ori|gi|nal|zu|stand sei ein ursprünglicher, unveränderter Zustand von etwas, also der Urzustand. Dies gilt für alle Dinge und schließt jede Veränderung aus. Sei es durch Benutzung oder durch Witterung oder durch Nachlackieren.

Die Straßenverkehrsordnung ist da nicht ganz so streng:
Im Sinne § 23 StVZO liegt der Originalzustand eines Fahrzeugs dann vor, wenn:
• das Fahrzeug in der vorliegenden Ausführung mit der vorliegenden Ausstattung vom Hersteller so produziert wurde oder
• die vom Hersteller produzierte Fahrzeugbaureihe die vorliegende Ausführung und Ausstattung umfasste oder
• in der Fahrzeug-ABE die vorliegende Ausführung und Ausstattung typisiert war.

Der TÜV-Süd will dazu noch zu ergänzen:
Nur Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen, können als Oldtimer eingestuft werden und die Schlüsselnummer „0098“ erhalten (§ 2 Nr. 22 FZV). Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, aber die bezüglich der Erstzulassung diese Bedingung nicht erfüllen, unterliegen der Nachweispflicht des Verfügungsberechtigten. Gegebenenfalls ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich.

Beim TÜV wird vor allem unterschieden zwischen Originalzustand und zeitgenössischer Zustand. Letzterer ist eben nicht mehr original, entspricht aber dem, was zur Bauzeit des Fahrzeugs plus 10 Jahre üblich und erlaubt war.

Im Moment ist der Trend ja, dass man sogenannte Patina (Anm.: Patina ist ungleich Dreck und Gammel) höher bewertet als eine sauber durchgeführte Komplettrestaurierung. Dies kann aber auch eventuell nur eine Modeerscheinung sein. Eine fachgerechte Nachlackierung in Originalfarbe – und damit ist nicht nur der Farbton, sondern auch die chemische Zusammensetzung gemeint – würde vom TÜV im Rahmen der § 23 StVZO (Abnahme zum H-Kennzeichen) als Originalzustand erkannt werden. Jede andere Farbe wäre bestenfalls zeitgenössisch. Ähnlich verhält es sich mit Anbauteilen wie Gummidichtungen, Spiegel, etc.

Rückgang beim Interesse an Oldtimern

Ist es ein rückläufiger Trend allgemein oder eine saisonale Schwäche oder ist es mehr nur ein Rückgang beim Kauf der Fachmagazine?
Jedenfalls lässt der Absatz der grossen deutschsprachigen Magazine für Altautos 2014 im Vergleich zum Vorjahr (jeweils 3. Quartal) deutlich nach.

Oldtimer Markt verkaufte 132,621 Exemplare und damit 2,4% weniger.
Autobild Klassik verkaufte 110,210 Exemplare und damit 6,6% weniger.
Oldtimer Praxis verkaufte 91,392 Exemplare und damit 3,1% weniger.
Classic Cars Autozeitung blieb mit 47,397 Exemplaren fast konstant (- 0,1%).
Auto Classic meldet 31,000 Exemplare und 4,4% weniger.
Britsh Classic kommt nur alle zwei Monate, verkaufte 10,167 Exemplare und damit satte 6,9% weniger
Quelle: Mediadaten 2014

Vielleicht sind alle Themen langsam durchgekaut und der Kunde will nicht immer wieder gleichen alten Autos sehen. Dass aber auch die andere Form der Berichterstattung wenig Kunden findet, zeigt die Produktionseinstellung von Motor Maniacs. Nicht berücksichtigt wurden Klicks auf digitale Angebote wie Apps und Web oder Abos von ePaper.

Wieviele Alcantaras müssen für einen Autositz sterben?

In den Wäldern Neufundlands wird der dort wild lebende Alcantar gejagt. Ein straussenähnlicher Großvogel…

…nein, das ist natürlich völliger Quatsch! Alcantara ist kein natürliches Material, schon gar keine Tierhaut – auch wenn teilweise von Alcantara-Leder oder Ähnlichem gefaselt wird.
Alcantara ist eine auf Polyesther und Polyuretan basierende Kunstfaser. Sie wurde in den 70er Jahren im Wesentlichen von von Miyoshi Okamoto entwickelt und durch die ENI Gruppe als Alcantara vermarktet. AlcantaraHeute gibt es durchaus ähnlich leistungsfähige Materialien, aber das Original wird immer noch von der Alcantara S.p.A. in Terni, Italien produziert. Die Einkaufspreise liegen dabei zwischen ca. 5 EUR für eine bei ebay als Microfaser vertriebene Billigware und Kursen pro Meter, die ebensogut für Echtleder gezahlt werden müssen.

Im Gegensatz zu echtem Leder ist Alcantara atmungsaktiver und viel einfacher zu reinigen, kann wie Kunstleder in nahezu jeder Farbe hergestellt werden und die Produktion sei CO2-neutral, sagt Andrea Boragno, CEO von Alcantara S.p.A. Im Sattlerbereich hat die Kunstfaser im Gegensatz zu Naturprodukten den Vorteil, dass sie völlig gleichmäßig und ohne Fehler und Einschnitte und damit einfacher zu verarbeiten ist. Der ganze Rest – was jetzt besser ist und warum man was zu welchem Preis einsetzen muss – ist Marketing.

In den frühen 80ern – und damit kommen wir zum Thema Youngtimer – wurde Alcantara zunehmend in der hochwertigen Automobil-Innenausstattung eingesetzt. Inzwischen hat dieser Trend wieder nachgelassen und man verwendet nun eher Echtleder in verschiedenen Qualitäten, weil dies als aufwändiger und edler wahrgenommen wird. Heute empfieht sich Alcantara und ähnliches Material immer dort einzusetzen, wenn ein sicherer und rutschfester Sitz gewünscht wird: Zum Beispiel bis zu den Seitenwangen von Sportsitzen oder bei Lenkrädern von Sportwagen.

Sitzbezüge: Ist es Leder oder Kunststoff?

Leder gilt immer immer noch als das hochwertigste aller Bezugsmaterialien für den Fahrzeuginneraum. Leider muss man feststellen, dass inbesondere bei Fahrzeugen, die von den Herstellern als Voll-Lederausstattung beworben und verkauft werden immer weniger Leder zum Einsatz kommt. Dies ist weniger ein kleiner Fauxpas als vielmehr eine marketinggetriebene Epedemie.

Das Kleingedruckte von Hyundai definiert Leder folgerndermaßen (deutschsprachige Übersetzung aus dem amerikanischen Katalog): “Oberflächen die als Leder spezifiziert sind, können Teile von echtem Leder, Polyuretanleder oder eine Kombination von beidem enthalten.“

Aber diese Praxis ist nicht nur auf asiatische Konsummarken beschränkt, auch die vermeintlich hochwertigen Marken BMW, Mercedes Benz und Audi setzen zunehmend auf die Verarbeitung von Kunstprodukten wie synthetisches Vinyl. Honda macht folgende Einschränkung: „non-leather is used on selected high impact areas“. Tatsächlich sind die „high-impact areas“ eher die weniger genau angeschauten Stellen wie Sitzrückwand im Fond, Kopfstützen und untere sowie seitliche Sitzbezüge.

Nun ist der Kunststoff aus einem halben Meter Entfernung für den Laien auch nur schwierig von echtem Leder zu unterscheiden und zudem oft strapazierfähiger und im Alltag weniger pflegebedürtig. Wie auch immer – es ist nicht das, was der Kunde wollte und wofür er bezahlt hat. Denn hauptsächlich Kostengründe sind es, die den Autohersteller zu der Verarbeitung von Kunstleder verleiten. Zudem soll es vor allem den günstigeren Fahrzeugen den Anschein geben, sich wie ein Premiumfahrzeug anzufühlen.

Nachfolgend zwei YouTube-Filme, die die Herstellung von Kunstleder und echtem Leder zeigen. Dabei wird schnell klar, dass echtes Leder ein Naturprodukt ist, dessen Verarbeitung ungleich aufwändiger und damit auch teurer ist. Zudem ist bei echtem Leder zwangsläufig mit mehr Verschnitt je Quadratmeter zu rechnen.

 

Die industrielle Herstellung von Kunstleder (englisch)

Die Verarbeitung von Rinderhäuten zu Leder (englisch)

GTÜ: Unterschiedlicher Zustand bei Youngtimer und Oldtimer

Pünktlich zur „Retro Classics“ in Stuttgart stellt der GTÜ seine Mängelstatistik des Jahres 2013 vor. Darin wird deutlich, dass ältere Fahrzeuge in besserem Zustand sind als etwas jüngere Gebrauchtwagen. Bei den sogenannten Youngtimern und jungen Oldtimern wird dies besonders deutlich. Ab einem Alter von ca. 25 Jahren wird das Fahrzeug zunehmend zum Liebhaberstück und der Zustand bessert sich dann über die Jahre merklich.

Die Zahl der Oldtimer nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu: Nie zuvor fuhren mehr Fahrzeuge mit H-Kennzeichen auf den Straßen in Deutschland. Derzeit sind es mehr als 314.000 Fahrezeuge. Jedes Jahr wächst der Bestand um rund zehn Prozent.

Datenquelle: GTÜ, Grafik: Youngtimer Garage.

 

Mit Erreichen des Oldtimeralters sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit Mängeln unter 50 Prozent. Mit geringen Mängeln sind rund 28 Prozent der Klassiker unterwegs. Mit erheblichen Mängeln  19 Prozent. 53 Prozent absolvieren die Hauptuntersuchung ohne Mangel.

Mit Erreichen des Oldtimeralters sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit Mängeln: Mit geringen Mängeln sind rund 28 Prozent der Klassiker unterwegs. Mit erheblichen Mängeln 19 Prozent. 53 Prozent absolvieren die Hauptuntersuchung ohne Mangel.

 

Was ist ein tire kicker?

Wieder mal ein Idiom aus meist englischen Anzeigen für Oldtimer:

„This V8 does need some repair. Price is as low as 2500. Come and see, no tire kickers wanted

Ein tire kicker ist jemand, der ohne tatsächliche Kaufabsicht die Angebote abschreitet, viele Fragen stellt und im Verlauf der Besichtigung gern das eine oder andere Detail am Fahrzeug bemängelt, was hauptsächlich in der Absicht fußt, den vom Anbieter aufgerufenen Preis zu drücken. Meist mit der Argumentationskette die eine oder andere Reparatur am Fahrzeug müsse noch gemacht werden und die Kosten hierfür seien vom Kaufpreis abzuziehen. Das ist natürlich dann Quatsch, wenn der Preis schon vorher wegen diverser bekannter Mängel recht niedrig angesetzt war. Am Ende bleibt immer unklar, ob der tire kicker nun überhaupt etwas kaufen will oder nur viel Zeit und keine Freunde hat. Mittlerweile wird der Begriff auch außerhalb der Automobilwelt (zum Beispiel bei Immobilien) für kritsche Kunden ohne Kaufabsicht benutzt.

Autowerkstätten und Oldtimer

Die Fachzeitschrift KFZ-Betrieb hat in einer Branchenindexbefragung die Servicewerkstätten zu Oldtimern befragt.
Dabei kam heraus, dass nur bei einem knappen Drittel aller Fachwerkstätten der Anteil an Aufträgen mit Youngtimern und Oldtimern auch nur annähernd 10% ausmacht. Bei den freien Werkstätten ist dies – und wen wundert das – deutlich höher. Bei den Freien kann der Anteil alter Autos über 20 Jahre auch gern mal bei über 20% liegen. Und sie gehen auch davon aus, dass der Umsatz mit Wartungen und Reparaturen für Oldtimer in Zukunft steigen wird (52% der befragten freien Werkstätten sagten dies).

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Neben den günstigeren Preisen können die freien Werkstätten zu 57% auf speziell geschulte Mitarbeiter für historische Fahrzeuge verweisen. Allerdings sind nur rund drei Prozent aller Kfz-Betriebe auch mit dem Qualitätssiegel „Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“ des Kfz-Gewerbes ausgezeichnet. Bei den Vertragswerkstätten sind es gerade mal 37% der Mitarbeiter – der Rest sind Mechatroniker und sonstige Teileaustauschroboter für Jahreswagen.

Ihre Ersatzteile beziehen zwei Drittel der befragten Unternehmen von freien Großhändlern und zu einem Drittel aus Internetbörsen wie ebay.

Für die meisten Werkstätten und Autoverkäufer ist das Young- und Oldtimergeschäft im eigenen Unternehmen hauptsächlich ein Sympathie- und Imageträger: 63% der Vertragshändler und 78% der Freien stimmten dieser Aussage zu.

 

Was bedeutet NOS als Abkürzung in Anzeigen?

In englischsprachigen Anzeigen oder Produktbeschreibungen zu Oldtimerteilen stößt man hin und wieder auf die Abkürzung NOS. Das hat dann aber meist gar nichts mit der Firma „Nitrous Oxide Systems“ zu tun. Letztere vertreibt hauptsächlich Produkte zur Leistungssteigerung. Wir suchen aber wahrscheinlich gerade nach einem alten Blinker, einem Teppich für den Innenraum oder beispielsweise klassischen Sitzbezügen. In diesem Fall bedeutet NOS üblicherweise new old stock.

Kein NOS System

Das ist nicht gemeint

Ja, toll – und was heisst das jetzt?

Das bedeutet, die angebotenen Teile sind neu (new) im Sinne von nie benutzt oder sogar noch in Originalverpackung. Gleichzeitig sind sie aber auch alt (old). Teilweise wurden sie noch vor der Erstzulassung des betreffenden Fahrzeugs hergestellt. Es handelt sich damit also um im Lager (stock) gealterte Ware. Wer sich sehr ernsthaft mit der originalgetreuen Restaurierung von historischen Fahrzeugen auseinandersetzt, wird früher oder später auf derartiges Material treffen.

Wenn beispielsweise ein 1956er Ford hergestellt wurde, dann hat ein Zulieferer wahrscheinlich schon 1955 begonnen, Sitzbezüge für die Fahrzeuge zu produzieren. Noch heute gibt es Restbestände der alten Produktion auf Lager. Aber auch im Lager kann Material altern. Besonders Kunststoffe oder Gummis werden mit der Zeit spröde, die Chemie in Farben reagiert ganz langsam und lässt Nuancen nach über 50 Jahren anders erscheinen. Wer volle Originalität will, wird um eben solches Material dennoch nicht herum kommen und nimmt zusätzliche Nachbearbeitung und Aufbesserung in Kauf. Als Alternative bieten sich orginalgetreue Reproduktionen an. Reproduktionen nehmen die Muster der alten Teile (näherungsweise) auf und fertigen entweder mit originalen Materialien auf orginalen Maschinen der ehemaligen Produktion neu oder kopieren mit modernen und kostengünstigen Werkstoffen.

Die Qualität der Reproware kann dabei schwanken. Das reicht von 100% passenden Golf I GTI Sitzbezügen im Originalmuster, über Querlenkerdämpfer, die heute bessere Qualität haben als damals, bis hin zu Reparaturblechen, die in Vietnam extrem günstig hergestellt wurden, aber beim Einbau nicht genau passen und schon auf dem Transportweg ersten Rost ansetzen.

Neben dem Kostenaspekt – ewige Lagerkosten haben ihren Preis – ist es eine Frage der Belastbarkeit des Materials, ob ich gebrauchte Originalware, NOS-Parts, Reproduktionen oder einfach nur ähnliche und irgendwie passende Teile einsetze. Ähnlich wie bei der professionellen Restaurierung von Gemälden muss ich entscheiden, ob das Ergebnis hinterher nur funktionieren, gut aussehen oder museumswertig rekonstruiert werden soll.

Wo sind 30 Jahre Fahrzeugentwicklung geblieben?

Ich habe die Daten eines der meistverkauften Modelle in der Kompaktklasse mit einem heute populären Konkurrenzprodukt verglichen. Gut, der MINI verbraucht etwas weniger und hat eine geringfügig höhere Maximalgeschwindigkeit, aber das hätte man beim Golf vor 30 Jahren mit Super Benzin und entsprechend optimierter Verbrennung auch schon hinbekommen. Der Motor des Golf war auf Normalbenzin ausgelegt – auch wenn es das heute nicht mehr gibt.

Enormer Vorteil eines modernen Autos ist natürlich der erheblich verbesserte Bremsweg dank vier ausreichend griffiger Scheibenbremsen, über den Rest (ABS, ASR, ESP, Luftsäcke, Klimaanlage, pipapo, …) kann man streiten. Der MINI Countryman ist übrigens kein englisches oder bayrisches Fahrzeug. Er wird in Graz bei Magna Steyr produziert. Aber das ist wieder für die Rubrik unnützes Wissen.

Golf 1 Mini Countryman One
Motor 1,5l – 4 Zylinder 1,6l – 4 Zylinder
Kraftstoff Normalbenzin (91 ROZ) Super bleifrei (98 ROZ)
Verbrauch 9l/100km 7,6l/100km
Vmax 164 km/h 168 km/h
Innengräusch (100 km/h) 74 dB (A) 68 dB (A)
Wendekreis 10,5m 11,4m
Bremsweg  (100-0 km/h) 51m 36m
Beschleunigung (0-100 km/h) 12,1s 13,9s
Elastizität (80-120 km/h) 8,9s 17,9s
Gewicht 900kg 1265kg
Neupreis (Basisvariante) 7.995 DM 20.300 €
Gebrauchtpreis mit 100.000km 300-2000€ (von 1983) 14.000-16.000€ (von 2010)

Quellen: Herstellerangaben, Autobild, Rainer Günzler, mobile.de

Garantie beim Gebrauchtwagenkauf

Garantie – Sachmängelhaftung – Privatverkauf – Verkauf durch Händler – 1 Jahr – 2 Jahre

Eine Klärung der häufigsten Irrtümer

Garantie und Sachmängelhaftung

Nur die Sachmängelhaftung oder Gewährleistung schreibt der Gesetzgeber vor, eine Garantie hingegen ist eine freiwillige Leistung mit erweiterten Leistungen. Der Verkäufer sichert mit einer Gewährleistung zu, dass ein Produkt zwei Jahre mängelfrei ist oder er die Reparaturkosten übernimmt. In den ersten sechs Monaten gilt die Umkehr der Beweispflicht: Der Verkäufer muss beweisen, dass ein bestimmter Fehler beim Verkauf noch nicht bestand. Nach Ablauf der sechs Monate muss dies der Käufer nachweisen. Bei allen gebrauchten Dingen kann die Dauer der Sachmängelhaftung auf ein Jahr verkürzt werden. Wenn ein Fahrzeug noch in der Gewährleistung des Herstellers steht (zum Beispiel bei Jahreswagen), verschiebt sich die Haftungspflicht anteilig auf diesen. Die Sachmängelhaftung sieht eine kostenlose Nachbesserung durch den Händler beim Auftreten von Fahrzeugmängeln vor. Verbrauchsmaterial und Verschleißgegenstände (Öl, Reifen, Bremsen, Wischerblätter, …) sind von der Sachmängelhaftung und von der Garantie ausgenommen. Manchmal sind auch bestimmte Baugruppen ausgenommen oder es wird bei Reparaturen eine Selbstbeteiligung fällig. Es ist zulässig, die Garantieansprüche an bestimmte Bedingungen (zum Beispiel regelmäßige Wartung in einem bestimmten Betrieb) zu knüpfen. Letzteres ist besonders clever, da sich der Händler auf diese Weise die Kosten für die Garantie vom Käufer nach ein paar Monaten wieder zurück holt und gleichzeitig hat der Kunde das Gefühl, vollkommen umsorgt zu sein.

 

„Ich kaufe nur beim Händler, denn nur der gibt Garantie“

Bereits seit 2002 sind gewerbliche Autohändler in Deutschland verpflichtet, Mängel am Fahrzeug kostenlos nachzubessern. Hier greift die gesetzliche Sachmängelhaftung (siehe oben).

Vorsicht Privatverkäufer: Wer kein Händler ist, kann/muss im Kaufvertrag die Sachmängelhaftung explizit ausschließen. Fehlt eine entspreche Vereinbarung, hat der Käufer sehr gute Karten und kann 2 Jahre lang die Beseitigung von nach dem Kauf aufgetretenen Mängeln verlangen. Der Kauf unter Haftungsauschluss von Privatpersonen birgt ein höheres Risiko, daher sind die Preise hier meist auch niedriger. Ausgenommen von dem Haftungsauschluss sind vom Verkäufer bewusst verschwiegene Mängel oder Manipulationen. Darüber hinaus kann man aber auch als Privatperson die Haftung für Sachmängel übernehmen oder sogar freiwillig eine private Gebrauchtwagengarantie anbieten. Ein solches Angebot stellt zum Beispiel die German Assistance zur Verfügung. Auf deren Seiten kann man sich auch gleich online über die individuellen Kosten informieren; für einen 9 Jahre alten Mittelklassewagen mit 150.000km zahlt man rund 100€ für 6 Monate. Wenn zum Beispiel ein potentieller Käufer den Preis mit dem Argument „Du bist kein Händler“ um glatte 1000 Euro drücken möchte, könnte der private Verkäufer schnell mit der Garantie kontern.

Wie schon oben erwähnt, sind gewerbliche Händler verpflichtet, die Sachmängelhaftung zu übernehmen. Einige bieten darüber hinaus auch eine Garantie an. Um die Kosten und Risiken hierfür kalkulierbar zu halten, arbeiten die meisten mit Versicherungen zusammen. Solche Angebote sind nur für gewerbliche Fahrzeuganbieter mit einem größeren Umsatz möglich und reichen von einfachen Grundtarifen bis zur werbewirksamen 1000 Tage oder freiwilligen 5 Jahresgarantie. Den Händler kostet eine solche Garantie je nach Umfang 150 bis 250 Euro, die er natürlich auf den Kaufpreis aufschlägt.

 

Verkauf ohne Garantie geht auch

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Defektes beim Gebrauchtwagen. Das würde die Versicherungen unattraktiv teuer machen. Mir ist kein Anbieter bekannt, der einen Reparaturkostenschutz für 15 Jahre oder ältere Autos anbietet. Youngtimer und Oldtimer werden daher auch von gewerblichen Händlern üblicherweise unter Ausschluss der Garantie angeboten. Bei perfekter Restaurierung und sonstiger Arbeiten kann sich der Verkäufer noch überlegen, die Sachmängelhaftung selbst zu übernehmen. Ansonsten wird ein altes Auto in brauchbarem Zustand auch gern als Ersatzteilträger, Basterauto oder nur für Exportzwecke deklariert. Damit kann sich der Händler nämlich um die gesetzlichen Vorgaben drücken. Unseriös finde ich die Masche, dass ein Händler angeblich nur als Vermittler zwischen zwei Privatpersonen auftritt. Insbesondere wenn der Wagen zuvor auf den Internetseiten des Händlers ohne den Hinweis „Verkauf im Auftrag von Privat“ angeboten wurde, in dessen Verkaufsräumen besichtigt wurde und der Kaufvertrag beim Händler ohne Anwesenheit des angeblichen Privatverkäufers vom Händler unterschrieben wird, liegt Betrug vor. Dann hat Händler ein Vermittlungsgeschäft nur vorgetäuscht um die Gewährleistung zu umgehen. Es wird aber schwierig zu beweisen sein, ob sich zum Zeitpunkt des Verkaufes die Ware auch im Eigentum des Händlers befand.

 

 

 

Neue Symbole auf neuen Reifen – das Energielabel

Bereits im November 2009 wurde die EU Verordnung Nr. 1222/2009 über Energielabel für Reifen erlassen  und dann noch einmal durch die Verordnung Nr. 228/2011 geändert. Laaaangweilig?

Ja, mag sein. Aber Schrauber sollte schon wissen, wo die lustigen neuen Bildchen herkommen, die dem Käufer jetzt auf jedem neuen Reifen gezeigt werden. Details kann man dann hier und hier nachlesen. Das neue Reifenlabel ist ab dem 01. November 2012 beim Verkauf von neuen Reifen innerhalb der EU-Grenzen vorgeschrieben. Ausnahmen von der Regel bestehen für bestimmte Gelände-Reifen, runderneuerte Reifen, Noträder, Rennpneus sowie Reifen, die bis maximal 80 km/h zugelassen sind.

Die neuen Symbole erinnern an das, was wir schon beim Kauf von Kühlschränken oder Waschmaschinen aus dem Elektromarkt kennen:

Eine kleine blaue Zapfsäule steht für den Energierverbrauch, daneben die Buchstaben A bis G. Wobei A geringster Energieverbrauch und G schlechtester Energieverbrauch bedeutet. Wenn es irgendwann keine Zapfsäulen mehr gibt, müssen die Designer sich was anderes einfallen lassen.

Rechts daneben der gleiche hellblaue Reifen nun aber mit einer Regenwolke soll uns die Haftung bei Nässe anzeigen. Auch hier die gleiche Einstufung von A bis G. Ganz unten die Angabe zur Geräuschentwicklung beim Abrollen in Dezibel. Leider hat der Normalverbraucher keine Ahnung, was nun viel oder wenig dB sind. Aber je geringer die Zahl, desto leiser ist der Reifen. Außerdem sind noch die Schallwellen schwarz oder weiß dargestellt. Eine Welle ist für leise Reifen weit unter dem zukünftigen gesetzlichen Limt, 2 Wellen bedeuten 0-3 dB unter dem gesetzlichen Limit, 3 Wellen sind auf Reifen zu finden, die recht bald die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr erfüllen.

EU Reifen Label

Bildquelle: Europäische Kommission – Energieeffizienz

Linksammlung Mai 2012

Wie auch in den Monaten zuvor (hier), gibt es diesmal wieder die Linkliste mit Beiträgen der anderen Fotografen, Bloggern, Filmern und Schreibern zum Thema Youngtimer und Oldtimer. Diese Liste wird in den nächsten Tagen immer mal erweitert, wenn ich etwas Interessantes finde oder darauf aufmerksam gemacht werde.

66 Jahre Vespa

Unrestaurierter Mini für £40,000

La dolce vita, die schönsten Cabrios zwischen St. Tropez und Santa Monica

Jaguar, Land Rover: Die Queen und ihre Autos

Die häufigsten Modelle mit H-Kennzeichen

Reportage Lincoln Continental Mark IV

Mit Ente und Pagode zum Erfolg

25 Jahre BMW Z1

Goldgrube Youngtimer

Wie Pinup Models schon in den 50ern photoshopped wurden

Youngtimer – Die nackte Wahrheit riecht nach Neuwagen

Zulassungsstatistik Oldtimer in Deutschland des VDA

Kombi, Station Wagon, Estate Car

Der nächste Artikel fällt eindeutig in die Rubrik unnützes Wissen: Im deutschen Sprachgebrauch reden wir meist von einem Kombi, was übrigens die Kurzform von Kombinationskraftwagen ist. Gemeint ist die Kombination aus PKW und LKW oder einem Auto zur Beförderung von Lasten und von Personen. Bevor Mutti das SUV für sich entdeckt hatte (weil sie von oben so schön den Verkehr sehen kann), suchten werdende Eltern meist nach einem Kombi und verkauften dann Papas Sportwagen, weil jetzt Platz für Pampers und Kinderwagen her musste. Schon viel früher hatten Handwerker die praktische Ladeklappe im Heck für sich entdeckt.

Vergleich der Karosseriebauformen Stufenheck, Kombi und Schrägheck am Beispiel Ford Focus. Quelle: Public Domain, en-Wikipedia

Weil Kombi die blechgewordene Spießerkarre schlechthin bezeichnet, haben sich die Hersteller eine Reihe phantasivoller Namen dafür einfallen lassen. Keiner will hingegen einen anderen Namen für Coupé im Programm haben – warum wohl? Variant (VW), Avant (Audi), Break (Citroen), Clubman (mini), Touring (BMW), Turnier (Ford) oder schlicht T-Modell (Mercedes) heißen die Bauweisen. Bei machen Baureihen wie zum Beispiel dem VW-Passat macht der Kombianteil über 70% der zugelassenen Fahrzeuge aus.

In Nordamerika und Australien spricht man von einem Station Wagon, in England hingegen von einem Estate Car oder etwas veraltet von einem Shooting Brake. Station Wagon leitet sich dabei von spezialisierten Fuhrunternehmern ab, die ein von Pferden gezogenes Gespann hatten, auf dem vorn Passagiere und hinten das Gepäck transportiert wurde. Damit fuhren sie zwischen Bahnhof (Station) und Hotel hin und her.

Als Youngtimer oder Oldtimer mit Potential zur Wertentwicklung sind Kombis gar nicht zu empfehlen. Alte Autos werden zumeist als Spaß- oder Luxusfahrzeuge bewegt und sollen auch ein wenig Prestige darstellen. Daher sind Coupé und Cabrio die Bauweisen mit der vergleichsweise höchsten Wertsteigerung. Auch wenn ein W123 T-Modell oder ein Wartburg-Tourist einigermaßen kultig sein mögen…

Lucas – Prince of Darkness

Wo in deutschen Autos meist die zuverlässigen Produkte von Bosch verbaut werden, quälen sich die Briten seit Jahrzehnten mit der Technik von Lucas Industries plc. Anfangs wurden die Komponenten noch unter dem Markenzeichen King of the Road vermarktet. Die Meinungen gehen auseinander, ob es an Lucas selbst oder an der magelnden Qualitätskontrolle des Hauptabnehmers British Leyland lag, dass Lucas üblicherweise als Prince of Darkness bezeichnet wird. 1996 schloss sich das Unternehmen mit der amerikanischen Variety Gruppe zu Lucas Variety zusammen. 1999 wurde die Firma durch TRW zerschlagen und die Produktions-, Vertriebs- und Markenrechte an verschiedene Investoren verkauft.

Bis heute erzählt man sich folgende Legenden:

  • Das Lucas Motto: Komme Heim, bevor es dunkel wird.
  • Alexander Graham Bell erfand das Telefon. Thomas Edison erfand die Glühbirne. Joseph Lucas erfand den Kurzschluss.
  • Lucas ist der Erfinder des ersten Intervallscheibenwischers
  • Lucas ist der Erfinder des ersten selbstdimmenden Abblendlichts
  • Lucas ist der Erfinder der elektrischen Wegfahrsperre
  • Die drei Einstellungen eines Lucas-Lichtschalters: Gedimmt, flackernd, aus.
  • Lucas ist ein Akronym für Loose Unsoldered Connections and Splices (wackelige abgelöste Verbindungen und Anschlüsse)
  • Lucas verwendet eigentlich Wechselpannung mit einer zufälligen Frequenz der Polaritätswechsel.
  • Würde Lucas Waffen herstellen, gäbe keine Kriege.
  • Warum trinken Briten warmes Bier? Weil Lucas auch Kühlschränke herstellt.
  • Ein Land Rover Fahrer wurde gefragt, wie man nachts den richtigen Schalter im Armaturenbrett findet. Die Antwort: Man kann jeden benutzen, sie funktionieren alle nicht.
  • Lucas wollte in den 70ern auch einen Staubsauger verkaufen. Der Erfolg scheiterte an dem Slogan: „The only product that doesn’t suck“.

 

 

Was bedeutet TLC in Autoanzeigen?

Besonders in britischen und amerikanischen Anzeigetexten für ältere Fahrzeuge findet man mitunter die Formulierung „needs some TLC“. Das liest sich dann zum Beispiel so:


1974 Ford Gran Torino Coupe, $14,500

113,000 Miles, red colour, has a 351 Windsor gently modified. It has a rock solid transmission and rear end. Chrome wheels. The engine was professionally rebuilt a couple of years ago. Needs some TLC.

1974 Ford Gran Torino, www.flickr.com/photos/7969902@N07/1365076871/


 

TLC ist eine Abkürzung die ursprünglich aus dem medizinischen, psychotherapeutischen Fachgebiet stammt, inzwischen aber ebenso häufig in anderen Bereichen, besonders bei Classic Car Enthusiasten verwendet wird. Die ursprüngliche Bedeutung Tender Loving Care wurde als Diagnose und  therapeutische Maßnahme eingesetzt, wenn die medizinischen Maßnahmen ausgeschöpft waren und bedeutet letztlich so etwas wie Einfühlungsvermögen oder liebevolle Zuneigung.

Ein Youngtimer in need of  some TLC  ist meist ein Headturner (Blickfang) auf drei Meter Enternung, hat aber diverse kleine technische und/oder optische Macken, um die sich sein derzeitiger Eigentümer nun nicht mehr kümmern möchte. Inzwischen wird die Formulierung auch immer häufiger in der deutschsprachigen US-Car Scene verwendet. Sie drückt viel besser aus, dass man nicht ewig „mit kleinen Schönheitsfehlern“ am Auto leben sollte, sondern diese mit ein paar Handgriffen korrigiert.

Statische Aufladung im Auto

Wir beginnen diesen Artikel mit einer aktuellen Anekdote aus belauscht.de:

 

München. In einer Autowerkstatt.

Eine Frau, Mitte 40, diskutiert mit dem Chefmechaniker. Offenbar hat sie mehrmals beim Aussteigen aus ihrem Auto einen Stromschlag erhalten. Nun wurde dem Auto auf ihren Wunsch hin ein Erdungskabel hinzugefügt, welches deutlich zu sehen ist.

Frau: “Nein, Herr Graf, so kann ich doch nicht rumfahren! Wie sieht denn das aus?!”
Mechaniker: “Ja das tut mir leid, aber das muss so sein, sonst kann der Strom ja nicht in die Erde abgeleitet werden.”
Frau: “Nein, also nein! Und dann auch noch als Frau! Was sollen denn da die Leute denken? Da spricht mich ja jeder drauf an!”

Sie überlegt kurz, dann: “Und wenn man das oben festklebt, dann sieht’s ja keiner… Können Sie das festkleben?”
Mechaniker: “Nein, tut mir leid, das Kabel muss am Boden schleifen, sonst erfüllt es seinen Zweck nicht.”
Frau (überlegt nochmal): “Und wenn ich’s einfach in den Kofferraum lege…?”

Und jetzt noch einmal in schlau:

Die statische Aufladung im Auto entsteht in Abhängigkeit von Luftfeuchtigkeit, Kleidung und Bepolsterung.  Während des Fahrens reibt die Kleidung an den Polstern des Fahrzeugs und baut dadurch eine statische Ladung auf. Wenn man dann beim Aussteigen nicht aufpasst, wird der Überschuss an Ladung über die Karosserie mit einem kleinen Blitz abgeleitet.

Man kann diesen Effekt wesentlich entschärfen, indem man beim Aussteigen zuerst Kontakt mit dem Blech der Tür (also nicht mit dem Türgriff aus Kunststoff) aufnimmt und dann erst einen Fuß auf den Boden stellt. Deshalb bringt das Gummiseil oder der Kupferdraht unter dem Auto auch wenig bis gar nichts, weil sich ja üblicherweise nicht das Auto, sondern der Fahrer statisch auflädt. Alternativ könnte man Kleidung mit wenig Woll- oder Kunstfaseranteil tragen und sich zudem auf Lederpolster setzen. Nackt fahren wäre auch eine Möglichkeit, um die Aufladung zu vermeiden oder extrem zu reduzieren. In Abhängigkeit von eurem sonstigen Auftreten sowie Auslegung der Anklage verstößt letzteres aber eventuell gegen §183 StGB (öffentliches Ärgernis) oder §118 OWiG (Belästigung der Allgemeinheit).

Wer oder was ist ein MOPF?

Eines vorweg: Korrekt müsste es heißen „die“ MOPF.

Vielleicht sieht er ja so aus.
Vielleicht ist aber doch die Massachusetts Ocean Partnership Foundation gemeint.
Oder aber einfach nur ein Anbieter für Silberschmuck bei Pforzheim?

Naja, alles möglich, aber dies hier ist eine Seite für Youngtimer und Oldtimer.

Vor einigen Jahren veröffentlichte Micha in der Sternzeit einen Betrag zum Mercedes SL, in dem er behauptet, der MOPF sei ein Gnom oder ein fleißiger Wicht.

MOPF bezeichnet die Modellpflege eines Fahrzeugmodells. Die dabei am ehesten ins Auge springende Änderung ist das Facelift, also die leichte Veränderung von innerem oder äußerem Fahrzeugdesign. Aber auch technische Bauteile können der Modellpflege unterzogen werden.

GeMOPFte Fahrzeuge sind also aus juristischen, technischen, ästhetischen oder aus Kostengründen geringfügig anders gestaltet als das Vorgängermodell. Dies lässt einerseits die Gebrauchtwagen-Preise für ältere Modelle etwas stärker als üblich fallen und lässt andererseits die Suche nach korrekten Ersatzteilen manchmal zur Herausforderung werden. Der Begriff MOPF wird hauptsächlich bei Maybach- und Mercedesfahrzeugen verwendet.