Einfach mal Nachschauen und vielleicht Ersetzen

Viele Autofahrer ahnen bestenfalls, wo in ihrem Fahrzeug Verbandkasten und Warndreieck liegen. Unter der Heckklappe? In der Mittelarmlehne? Beim Reserverad? Benutzt haben sie diese Dinge nie, der letzte Ersthelferkurs liegt Jahre zurück und im Zweifel wäre es vielleicht besser, das Verbandzeug dort zu lassen, wo es ist und stattdessen schnell mit dem Telefon professionelle Hilfe zu rufen. Nicht nur weil der potentielle Helfer überfordert ist, sondern auch weil das Verbandzeug komplett überaltert ist.

Für Verbandkästen gibt es kein H-Kennzeichen!

Nun schreibt der § 35 StVZO vor, dass ein Verbandkasten mitzuführen ist – ebenso wie ein Warndreieck und eine Warnweste. Wer keinen Verbandkasten mitführt, riskiert ein Verwarnungsgeld von € 5,- und bei der HU einen Mangel. Die Füllung des Verbandkastens hat ein Verfallsdatum. Wer mit seinem Oldtimer oder Youngtimer immer noch die Originalbefüllung seit Fahrzeugauslieferung mitführt, hat höchstwahrscheinlich brüchige Baumwolltücher, poröse Wundauflagen und Pflaster im Gepäck, die niemals kleben. Selbst vor Ablauf des Verfalldatums kann das Verbandzeug unbrauchbar werden. Dazu genügt ein Stellplatzin praller Sommersonne und Wageninnentemperaturen über 90°C.

Neue Vorschrift zur Befüllung

Seit Jahresbeginn 2014 gilt für Verbandkästen eine geänderte Norm. Die bisherigen Kästen dürfen nur noch bis Jahresende verkauft werden und deshalb gibt es jetzt eine Menge Restposten als Sonderangebote in Handel. Bis zum Ende des Verfalldatums können und dürfen diese Kästen auch weiterhin genutzt werden.

Gegenüber DIN 13164 (Stand: Januar 1998) wurden die Befüllung neueren medizinischen Erkenntnissen angepasst

Neu aufgenommen wurde:
– 1 14-teiliges Fertigpflasterset
– 1 Verbandpäckchen K
– 2 Feuchttücher zur Hautreinigung
Es entfallen:
– 1 Verbandpäckchen M
– 1 Verbandtuch BR
– 4 Stück Wundschnellverband 10 x 6
– die Verwendung von Mullbinden als Alternative für Fixierbinden

Unnötige Verkehrshindernisse: Bagatellschaden

Sehr häufig im Berufsverkehr, wenn die Schlafmützen noch im Bett liegen sollten oder in Gedanken ganz woanders sind: Bremslicht-Quiietsch-Rumms! Der Abstand war wohl doch nicht groß genug, die Aufmerksamkeit nicht auf das vorausfahrende Fahrzeug gerichtet und nun haben wir… nein, meist nicht einmal einen Blechschaden. Dazu war die Geschwindigkeit im allmorgendlichen Stop-and-Go noch zu langsam. Meist handelt es sich um einen leicht verkratzten Stoßfänger, eventuell hat eine Designerleuchte des Plastikautos nun einen Riss. Das ist ganz ohne Zweifel ärgerlich, aber eben mehr auch nicht.

Es gibt Länder, da würde man jetzt einfach weiter fahren. Gut, das sollte man nicht, denn Unfallflucht wird in Deutschland nach §142 bestraft. Was mich allerdings immer wieder extrem ärgert, sind die Desorientierten, die mitten im Kölner Berufsverkehr wegen eines Bagatellschadens mal eben die Fahrbahn sperren. „Ooohh, ich weiß doch nicht, was ich tun soll. Besser alles so stehen lassen und im Auto warten, bis die Polizei kommt.“ Es dauert dann keine fünf Minuten und die Innere Kanalstraße ist über die Zoobrücke bis zur Autobahnaufahrt A3 zu einer spontanen 10km langen Gebrauchtwagenausstellung geworden.

Was läuft da falsch? §34 StVO macht das sehr genau klar: Bei Bagatellschäden ist die Unfallstelle sofort zu räumen. Also zum Ausdrucken und auswendig Lernen:

  1. Anhalten
  2. Warnblinkanalage einschalten
  3. Ist den Fahrzeuginsassen etwas passiert?
  4. Vorsichtig aussteigen – nach hinten gucken!
  5. Ist den anderen am Unfall Beteiligten etwas passiert?
  6. Kurz den Schaden abchecken

Wenn jetzt nichts Besonderes vorgefallen ist und die Unfallstelle nicht besonders gesichert werden muss, es sich also definitiv um einen Bagatellschaden handelt, dann werden

  1. jetzt ein paar aussagekräftige Bilder und/oder Videos vom Unfallort gemacht.

Ein Mobiltelefon hat heute fast jeder dabei und nicht ganz selten war es sogar die Benutzung dieses Geräts, die den Unfall erst auslöste – nur mal eben den Kommentar bei Facebook gelesen…

  1. Unmittelbar danach kann man mit den Fahrzeugen in die nächste Seitenstraße, auf den Parkplatz, auf den Seitenstreifen fahren und den Rest klären.
  2. Zum Beispiel die Polizei anrufen.

Das ist bei Mietwagen, Carsharing sowie einigen Dienstwagen sogar im Vertrag so vorgeschrieben. Aber da steht nicht: „Du sollst die nächste halbe Stunde mitten auf der Fahrbahn stehen bleiben, bis die Uniformierten Dich finden.“ Die haben nämlich auch nicht gesehen, wie es zum Unfall kam und werden deshalb als erstes nach ihrer Ankunft sagen „fahren Sie bitte ganz schnell zur Seite.“ Es gilt unbedingt, weitere Unfälle im nachfolgenden Verkehr zu vermeiden. Wer den Verkehr bis jetzt unnötig aufgehalten hat, kann mit einem Bußgeld von 30 Euro rechnen.

Auch die Daten des Unfallgegners kann man in Ruhe schon mal aufnehmen, solange man auf die Polizei wartet. Dabei hilft der standardisierte Europäische Unfallbericht, den es bei den KFZ-Haftpflichversicherungen gibt. Kann man sich ins Handschuhfach oder auf das Ersatzrad legen. Und wer keinen Dienstwagen, kein Firmenfahrzeug, Mietwagen oder sowas fährt, kann auch ganz auf die Unterstützung der Polizei verzichten. Abseits des nun wieder fließenden Verkehrs können noch in aller Ruhe Detailfotos des Schadens aufgenommen werden.

Bleibt noch eine Frage: Wie ist denn ein geringfügiger Schaden oder Bagatellschaden defniert?

Das Oberlandesgericht Köln (Az.: Ss 932/78) hatte vor Jahren einen Schaden von ca. 600 Euro als nicht geringfügig eingestuft. Neuere Meinungen in der Literatur gehen von einer Bagatellgrenze von 2000 Euro aus. Andere Quellen nennen 700 Euro oder 750 Euro. Das ist schwierig zu definieren, da allein der Austausch der Stoßstange an Muttis VW-Touareg-Bomber gern um 2000 Euro kosten kann, der 1996er Ford Ka eines Studenten aber insgesamt noch maximal 450 Euro wert ist.

 

 

 

Feuerwehr im Motorraum

Brauchbare Feuerlöscher für das Auto gibt es schon ab rund 20 Euro. Und aus Sicherheitsgründen ist es auch gar nicht so falsch, einen dabei zu haben. Jetzt gibt es vier Arten von Bränden, die ich unterscheiden möchte:

Zuerst – und das ist bei einer Quantifizierung recht unüblich – die anderen: Am wahrscheinlichsten ist es, dass gar nicht das eigene Fahrzeug brennt, sondern ein anderes. Schon allein deshalb, weil es mehr andere als eigene Fahrzeuge im Straßenverkehr gibt. Darüber hinaus brennen nicht nur Autos (Berlin), sondern auch mal eine Mülltonne (Brooklyn), eine Gartenlaube (am Arsch der Welt) oder sonstwas am Wegesrand (Überall). Neben einem Mobiltelefon für einen Notruf kann es dann nicht schaden, einen Feuerlöscher für das Auto dabei zu haben.

Dann gibt es die unfallbezogenen Brände. Meist ist auslaufender Treibstoff und Unachtsamkeit die Brandursache. Hier ist große Vorsicht geboten, denn das brennende Benzin verhält sich möglicherweise nicht ganz berechenbar.  Solange es nur qualmt, hat man gute Chancen, ohne weitere große Verluste davon zu kommen, wenn man einen Feuerlöscher für das Auto mitführt.

Zum Dritten:  Die Deppen sterben nicht aus und warum auf Zigarettenpackungen zwar vor Lungenkrebs aber nicht vor schmorenden Sitzen gewarnt wird, ist mir ein Rätsel. Wer im Auto raucht, hat bestimmt schon mal die eine oder andere Glut fallen lassen. Warum ist die Karre dennoch nicht abgefackelt? Weil Sitze und Teppiche aus schwer entflammbarem Material hergestellt sind. Das gilt aber nicht zwangsläufig für die Inneneinrichtung im Oldtimer, für Baumarktcustomizing und Kleidung oder Verpackungen, die lose im Innenraum rumfliegen. Wer dann im Brandfall keine Dose Cola oder gefüllte Kaffetasse zur Hand hat und mutig über die Flammen schüttet, braucht schnell einen Feuerlöscher für das Auto.

Mit Nummer vier möchte ich zugleich eine Wahnsinnserfindung vorstellen: Keinen Feuerlöscher für das Auto braucht man ab sofort für technische Defekte im Motorraum. Keine verbrannten Finger mehr, weil es unter der Haube qualmt. Keine hässliche rote 112-Büchse, die auch noch unangenehm den Fußraum verkleinert. Die Firma Proteng bietet einen Nachrüstsatz gegen Motorbrände an. Der mit Löschmittel gefüllte Überdruckschlauch wird einfach mit Kabelbinder unter die Motorhaube fixiert und löscht dann, wenn es nötig sein sollte. Ein Beispielvideo gibt es hier auf der Homepage des Anbieters (bis 0:54 vorspulen, die Musik ist fürchterlich). Feine Sache zu einem Preis  knapp unter 100 Euro.

 


Bildquelle: Herstellerfoto, Proteng.

Irgendwer ist immer dagegen

Nachbarn – glücklich kann sich schätzen, wer keine hat. Es folgen Hinweise zu Rechtsvorschriften, die beim Betrieb einer Schrauberwerkstatt oder einer Oldtimerhalle immer wieder gern in Frage gestellt werden.

Nachbarn sind hartnäckige Gegner, wenn sie Lärm, Gerüche, Schatten oder andere Misslichkeiten wittern. Dazu gehören auch Besucher- und Lieferantenverkehr. Das gilt umso mehr, wenn die Nachbarn nicht ständig im Detail über alle Vorgänge informiert sind. In einer gefährlichen Mischung aus Ahnungslosigkeit, Mutmaßungen und Vorurteilen  gepaart mit der latenten Angst, irgendwie benachteiligt zu werden, steht dann schnell Ärger ins Haus. Wahrscheinlich haben die meisten Schrauber schon mal Ärger mit einem Vermieter oder Nachbarn gehabt  oder es gibt bei euch keine Nachbarn und keine Vermieter.

Muss ich Ölflecken auf dem Boden beseitigen?

Die Kurzform: Wenn der Mietvertrag dies explizit vorschreibt, ja und ohne Einschränkung. Dann gibt es auch keine Diskussion über die Größe oder die Anzahl der Ölflecke.

Der Mieter ist dann immer zur Wiederherstellung des Ausgangszustandes der Mietfläche oder zu Schadensersatzleistung verpflichtet. Wurde nichts vereinbart, ist es wieder einmal Auslegungssache. Insbesondere wenn der Platz oder die Garage ausdrücklich zum Arbeiten an Fahrzeugen oder zum Abstellen von Oldtimern überlassen wurde, liegt es in der Natur der Sache, dass schon mal einzelne Ölflecken vorkommen. Größere Mengen austretendes Öl oder andere Schadstoffe müssen aber sofort aufgenommen werden, bevor sie ins Grundwasser gelangen können. Das geschieht mit Ölbindemittel; restliche Verunreinigungen lassen sich mit Kaltreiniger und mechanischer Unterstützung (Bürste) sowie Dampfdruck entfernen. Ölrückstände gehören nicht in den Hausmüll und nicht in die Kanalisation, sondern müssen professionell entsorgt werden.

Und wie ist das bei gemeinschaftlich genutztem Privateigentum? In aller Regel werden Sondernutzungsrechte bereits in der Gemeinschaftsordnung bzw. Teilungserklärung begründet. In sehr seltenen Fällen behält sich der teilende Eigentümer auch das Recht vor, Sondernutzungsrechte nachträglich zu begründen (OLG Frankfurt, 1998, 20 W 54/98). Mit anderen Worten: Wenn in der Teilungserklärung nicht steht, dass diese oder jene Vereinbarungen getroffen wurden (z.B. „…auf der Stellfläche dürfen ausschließlich betriebsbereite und behördlich zugelassene Fahrzeuge abgestellt werden, eine weitere Nutzung darüber hinaus ist nicht zulässig. … Gefahrenstoffe sind sofort aufzunehmen, Öl- und Farbflecken sind zu vermeiden oder zu entfernen…“), dann gibt es dazu keine Vereinbarung. Herzlichen Glückwunsch!

Wie laut darf man arbeiten?

Das ist davon abhängig, ob man in einem Gewerbegebiet, in einen Mischgebiet oder in einem Wohngebiet arbeitet. Lärm wird üblicherweise in dB(A) gemessen. Unterschiede ergeben sich auch für unterschiedliche Arbeitszeiten. Zur Orientierung: 50 dB(A) ist der Schalldruckpegel einer normalen Unterhaltung in 1m Abstand. 60 bis 80 dB (A) erreicht ein lautes Gespräch, eine Schreibmaschine oder ein vorbeifahrendes Auto in unmittelbarer Nähe. Im Bereich um 80 dB (A) liegen etwa Rasenmäher. 100 dB(A) ist ein startendes Motorrad oder auch eine Kreissäge in 1m Abstand. Mit zunehmendem Abstand sinkt auch die empfundene Lautstärke. Wichtig ist auch, über welchen Zeitraum der Lärm verursacht wird, da lange anhaltender Lärm als gesundheitsschädlich angesehen wird. Unter lange verstehen die Gerichte üblicherweise den ununterbrochenen Betrieb z.B. einer Klimaanlage oder das Üben auf Musikinstrumenten über mehr als 6 Stunden. Siehe auch was ist mit Ruhezeiten weiter unten erklärt.

Die VDI-Richtlinie 2058 und die TA Lärm sehen folgende Immissionsrichtwerte vor:
6 bis 22 Uhr 22 bis 6 Uhr
In Industriegebieten

In Gewerbegebieten

In Kerngebieten, Dorf- und Mischgebieten

In allgemeine Wohn- und Kleinsiedlungsgebieten

In reinen Wohngebieten

In Kurgebieten, für Krankenhäuser und Pflegeanstalten

bis 70 dB(A)

65 dB(A)

60 dB(A)

 

55 dB(A)

50 dB(A)

45 dB(A)

bis 70 dB(A)

50 dB(A)

45 dB(A)

 

40 dB(A)

35 dB(A)

35 dB(A)

Datenquellen: Lexikon der Symbole und Dezibel Tabelle

Was ist mit Ruhezeiten?

Eines gleich vorweg: Deutschlandweit, bzw. auf Bundesebene, gibt es spätestens seit 2002  keine allgemeine ‚Mittagsruhe‘ mehr. Gesetzlich definiert ist nur eine Nacht- sowie eine Sonn- und Feiertagsruhe. Die Nachtruhe beschränkt sich gemäß BImSchG auf die Zeit zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr. Anders sieht es aus, wenn der Mietvertrag oder eine Hausordung darüber hinaus engere Grenzen setzt, dann sind diese verbindlich für alle Bewohner.

Was ist mit Rauch und Abgasen?

Ein weites Themenfeld. Zuerst die Autoabgase, weil es einfach zu erklären ist. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen abgasfreien Garten oder Innenhof. Solange Fahrzeuge im normalem Rahmen bewegt werden – und dazu gehört bei Oldtimern auch das sonst nicht mehr erforderliche Warmlaufen des Motors sowie Abgaswerte die schlechter ausfallen als bei modernen Anlagen mit Katalysator und Abgasrückführung – können Nachbarn keine Vorschriften zur Benutzung machen. Anders wäre es, wenn der Kläger durch ein Fahrverhalten unnötig belästigt und schikaniert würde unrteilte zum Beispiel das LG Nürnberg.

Dann gibt es noch die Grill-Schrauber, die sich gern mit einem Sixpack und Würstchen vor die Garage setzen. Schlechte Nachrichten für euch: Durch das Grillen auf dem offenen Holzkohlenfeuer erfolgt eine Rauch- und Geruchsbelästigung, die von den sonstigen Mitbewohnern nicht hingenommen werden muss (vgl. AG Wuppertal, 1976, Az. 47 Ur II 7/76). Für das äußerst unmännliche Gas- oder Elektrogrillen hingegen gibt es keine generellen Einschränkungen. Allerdings kann die Hausordnung, die Eigentümer- oder Mietergemeinschaft die Häufigkeit begrenzen – z.B. nur 5 mal im Monat und maximal 2 Stunden am Stück.

Bei Rauchbelästigungen durch gewerbliche Anlagen werden die zuständigen Umweltbehörden eingeschaltet, die dann die notwendigen Feststellungen anhand von Luftmessungen vornehmen. Entsprechend einzuhaltende Richtwerte enthalten Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Bundes-Immissionsschutzgesetz wie zum Beipsiel die TA Luft und die VO über Großfeuerungsanlagen. Bei einer privatrechtlichen Klage wird der Nachweis einer Beeinträchtigung durch ein Sachverständigengutachten zu führen sein, das vom Klagenden oder von der Hausgemeinschaft beauftragt wird.

Sind Schweißgeräte oder Kompressoren genehmigungspflichtig?

Das ist pauschal nicht zu beantworten. Von einfachen Baumarktkompressoren (am besten mit TÜV/GS Zeichen) geht keine größere Gefahr aus als von normalen Kühlschränken. Letztere sind – wie wohl jeder weiss – auch nicht genehmigungspflichtig. Je größer und spezieller die Geräte werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass Gefahren und Beeinträchtigungen davon ausgehen. Insbesondere der Betrieb von außen angebrachten Klimakompressoren kann genehmigungspflichtig sein. Nähere Informationen erteilt der Hersteller.

Für Schweißgeräte (egal ob MIG, MAG oder autogen), zugehörige Gasflaschen, Lötgeräte, Plasmaschneider Schneidbrenner oder Winkelschleifer gibt es keine gesetztlichen Vorschriften zu Aufbewahrung oder Genehmigung. Allerdings machen die Berufsgenossenschaften Auflagen beim gewerblichen Einsatz. In der Anwendung geht von diesen Geräten eine höhere Brandgefahr aus. Insbesondere in der Nähe von leicht brennbarem Material sind dann entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Abdecken und Freiräumen der Arbeitsfläche sowie das Bereitstellen von Löschmaterial und möglicherweise jemand zweites, der aufpasst (Brandwache) sind die üblichen Schutzmaßnahmen.

Darf ich das Auto auf dem Gelände waschen?

 Aus Umweltschutzgründen darf ein Auto nur dort gewaschen werden, wo keine Beeinträchtigung für das Grundwasser vorliegt. Damit sind unbefestigte oder wasserdurchlässige Böden (Kies, Schotter, Wiese, Pflaster, …) tabu. Ebenso sind Arbeiten am Auto die nicht dem Straßenverkehr oder der Pannenhilfe zuzurechnen sind – dazu gehören der Wechsel auf Sommer-/Winterreifen, Wagenwäsche, Reinigungsarbeiten im Innenraum, etc. – Sondernutzung und darf daher nicht auf öffentlichen Straßen, sondern nur auf dem Privatgrundstück durchgeführt werden.

„Waaas?“, werden jetzt einige aufschreien, „man darf doch sein Auto nicht vor der Garage waschen!“ Nun, in Köln schon. Es sei denn, das Abwasser kann unkontrolliert versickern (siehe oben) oder es wird sonstwie nicht über die Kanalisation abgeleitet. Die Wagenwäsche ist dabei auf nicht-ölige Teile der Karosserie mit klarem Wasser beschränkt. Das wird den einen oder anderen Nachbarn mit Teleobjektiv hinter dem Vorhang jetzt zwar wundern, ist aber rechtlich vollkommen OK. Ansonsten gibt es ja immer noch einige gar nicht so schlechte Waschanlagen, die für knapp 10 Euro ganz gute Vorarbeit leisten.

Diebstahlschutz mit GPS Fencing unter 50 Euro

Schon in einem Beitrag vom Juni hatte ich auf die verschiedenen Möglichkeiten der Diebstahlsicherung für Youngtimer und Oldtimer hingewiesen. Am einfachsten zu Installieren sind dabei die immer populärer werdenden GPS Ortungssysteme. Man muss die Geräte nur unter den Sitz oder in die KFZ-Verbandbox legen oder meinetwegen auch wirklich gut verstecken – irgendein Platz findet sich schon. Ursprünglich für das Flottenmanagement der Speditionen entwickelt, haben sie ihren Weg nun in die Fahrzeugsicherheit gefunden. Neben Diebstahlschutz und Geotracking der Fahrtroute sind viele der meist zigarettenschachtelgroßen Geräte auch mit einer SOS-Funktion ausgestattet. Oldtimer.tv hat das Prinzip in einem Video gut dargestellt (klick auf’s Bild):

*Video:ps ortung & geofences präsentiert von oldtimer.tv

Sim Karte und GPS Tracker (Verpackungen)

Kartonverpackungen von GPS-Tracker und SIM-Karte

Ein unglaublich günstiges Angebot bietet nun das Versandhaus Pearl aus dem Schwarzwald. Sonst eher für Gadgets und Computertinnef bekannt, haben sie derzeit auch  für unter 50 Euro ein Geotracking/Geofencing Gerät im Angebot. Die Preise der anderen Anbieter liegen um ein Vielfaches darüber. Für weitere 5 Euro kann man gleich noch eine universelle USB an 12V Verbindung kaufen, damit hält die Akkulaufzeit des Senders dann so lange wie die Autobatterie. Ein Standard-220V Ladegerät für den Akku ist aber sowieso dabei.

Das kleine Gerät kommt in einer einfachen Pappbox daher. Es macht jetzt nicht den hochwertigsten Eindruck. Immerhin wird eine gelbe Gummi-Ummantelung mitgeliefert, die zwar nicht sonderlich schön ist, dafür aber stoßmindernd wirkt. Ausgepackt bleibt überraschend wenig übrig. Das gilt sowohl für das GPS-Gerät als auch für die separat zu erwerbende SIM-Karte. Um es so richtig billig zu machen, habe ich mir eine SIM-Karte mit Prepaid Vertrag vom Discounter Netto geholt. Das noch ein paar Cent billiger als bei Aldi.

Die Installation ist mit der Anleitung im Handbuch denkbar einfach. Vorausgesetzt man hat Feinmechanikerwerkzeug im Haus: Die kleine Box will mit vier winzigen Schrauben hinten geöffnet werden, um die SIM-Karte einzusetzen. Wenn dann der Mobilfunkvertrag aktiviert ist und der Akku erstmals aufgeladen ist, kann das GPS-Gerät initialisiert werden. Die Befehle werden dabei von einem anderen Mobiltelefon (idealerweise ein neueres Smartphone) an den GPS-Tracker per SMS gesendet und von diesem jeweils wieder mit einer SMS-Nachricht bestätigt. Für Uhrzeit setzen, Passwort ändern, Nummer festlegen gehen so schon mal 6 SMS-Einheiten weg (jeweils einmal senden und einmal bestätigen), ohne dass die eigentliche Funktionalität benutzt wurde.

Die wesentlichen Modi sind

  • einmalige Positionsabfrage
  • Positionstracking im Zeitintervall (n Minuten)
  • Geofencing (Alarm bei Verlassen der aktuellen Position im Radius von n Metern)

Die Antwort SMS auf eine Positionsabfrage enthält den Breiten- und Längengrad sowie einen Link zu Google-Maps. Mit einem gängigen Smartphone (Internetzugang muss aktiv sein) oder über Direkteingabe in ein Navigationsgerät kommt man so ganz schnell zum aktuellen Ort des GPS-Trackers und somit hoffentlich auch zum Auto.

Eine typische Antwort-SMS sieht dann z.B. so aus:

Position
Lat:N50°57'30.01"
Lon: E6°56'58.13"
Date 2011-11-01
Time 19:31:28
http://maps.google.de/maps?q=50.95800,6.94948

Ein Nachteil bei diesem doch recht kleinen Gerät ohne externe Antenne ist die mitunter schwache Verbindung zu den NAVSTAR Satelliten. Hier muss man etwas experimentieren, ob der Empfang aus dem Kofferraum auch tatsächlich funktioniert oder ein anderes Versteck gesucht werden muss. Auch Tiefgaragen können die Positionsbestimmung und den GSM-Empfang behindern.

Entgegen der Angabe des Herstellers oder auf den Produktseiten beim Pearl-Versand hält der Akku des Simvalley GT-170 nicht eine Woche, sondern nur etwa 5 Tage. Vielleicht ist das aber davon abhängig, wo und wie man den GPS-Tracker nutzt. Ich habe halt den einen oder anderen Test durchgeführt. Was auch nicht in der Anleitung erwähnt wurde, aber gar nicht so schlecht ist: Man erhält eine SMS mit der Nachricht, dass die Akkuleistung unter 20% gefallen ist, wenn man das Gerät nicht vorher aufgeladen hat.

Noch mehr Information zum Thema Satelliten-Überwachung beim Oldtimer allgemein gibt es auf den Seiten des ADAC nachzulesen.

Chris‘ Tipps für Autofahrer

(weil es offensichtlich vielen Millionen von Euch noch einmal erklärt werden muss)

 

Augen

Du hast zwei davon, üblicherweise befinden sie sich vorn in Deinem Kopf. Benutze beide. Aber nicht nur zum Gucken, Du sollst auch sehen, was vor sich geht. Dann kann es passieren, dass Du auf der Straße plötzlich auch andere Leute als nur dich selbst entdeckst. Ich bin mir sicher, dass ist jetzt etwas überraschend für Dich, aber die anderen Leute haben das gleiche Recht, die Straße zu benutzen wie Du. Und jetzt kommt noch etwas: Lasse Deine Augen überprüfen! Eine Studie aus dem Jahr 2003 zeigte, dass jeder siebte Autofahrer der glaubte, keine Brille zu benötigen, tatsächlich nicht mehr hätte fahren dürfen.

 

Gehirn

Davon hast Du nur eines. Die meisten Menschen sind mit der Standardausführung ausgestattet. Es kann für eine Menge Dinge eingesetzt werden und ist tatsächlich auch Multitasking fähig. Wenn Du Deine Augen (siehe oben) benutzt, um in die Spiegel (siehe unten) zu sehen, benutze Dein Gehirn, um die Information zu interpretieren. Das ist sehr praktisch.

 

Spiegel

Es sind die glitzernden, reflektierenden Dinger in Deinem Auto. Du hast mindestens einen davon und die meisten moderneren Autos haben sogar drei. Interessanterweise sind sie gar nicht angebracht, um Makeup oder Frisur zu kontrollieren. Tatsächlich sollen sie Dir den Blick nach hinten ermöglichen, ohne dass Du Deinen Kopf wie in einem Horrorfilm verdrehen musst. Wenn Du gelegentlich in diese Spiegel schaust, wirst Du überrascht sein, was dort hinten alles passiert.

 

Fahrtrichtungsanzeiger

Du kennst diese schönen Lampen an den äußeren Ecken Deines Autos, die orange blinken können? Ich mag es Dir gar nicht sagen, aber sie sind nicht nur dekorative Elemente, die aus einer Laune des Designers entstanden sind. Sie haben tatsächlich einen Sinn. Für die 99,99% unter uns, die nicht Deine Gedanken lesen können, zeigen sie uns für Dich, was Du als nächstes vor hast. Sie werden über den Hebel hinterm Lenkrad betätigt. Du solltest das irgendwann einmal ausprobieren. Oh, und wo schon dabei bist, stelle bitte auch sicher, dass Du sie vor dem Abbiegen anschaltest, denn wie ich schon sagte, haben die meisten von uns Schwierigkeiten, Deine Gedanken zu lesen.

 

Lenkrad

Dieses runde Ding, an dem Du dich festhältst, wenn das Auto fährt. Augenscheinlich haben noch nicht so viele von Euch bemerkt, dass man das Auto damit von einer Seite der Fahrbahn zu anderen lenken kann. Meistens hat man noch nicht einmal die grundlegende Funktion des Blinkers (siehe oben) begriffen, wenn man zur eigenen Verwunderung die Fahrspur wechselt und damit alle anderen auf der Straße ebenso überrascht. Ach ja – und wenn mal wieder von hinten erst dieses dumpfe und dann knarzend quietschende Geräusch einsetzt, dann sind das nicht die üblichen Fahrgeräusche Deines Autos, sondern Du hast mal wieder jemanden getroffen.

 

Bremsen

Jetzt wird es kompliziert. Bei den meisten Autos ist es das mittlere Pedal oder das große linke, falls Du ein automatisch geschaltetes Auto hast. Man kann damit ein Fahrzeug verlangsamen oder sogar anhalten. Ich erkläre das, weil es einige Holzköpfe immer noch nicht schaffen, die Information der Augen (oben) und die Verarbeitung durch das Gehirn (auch oben) zusammen zu führen, so dass der Fuß die Bremse tritt. Wenn Du wieder in letzter Sekunde einen Motorradfahrer erblickst, kannst Du damit einen Unfall tatsächlich vermeiden. Du musst nicht das Fahrzeug da vorn kalt verformen.

 

Mobiltelefone

Lass es liegen! Du kannst an einem guten Tag schon nicht richtig Auto fahren. Und jetzt versuchst Du es auch noch während Du ein Telefon einklemmst und Dich auf ein Gespräch konzentrierst. Ja, ich habe oben gesagt, das Gehirn sei multitaskingfähig, aber alles hat seine Grenzen. Lass es liegen, lass es läuten, benutze es später. Du bist nicht so wichtig – ganz wirklich nicht!

 

„Oh, da habe ich sie wohl etwas übersehen.“

Dies ist die Standardphrase, die Dein Gehirn auswirft, wenn es realisiert, dass Deine Augen jemand anderes nicht gesehen haben, nachdem Du die Spiegel (oben), Bremsen (oben), und Blinker (auch oben) nicht benutzt hast, während Du eine sinnentleerte und belanglose Konversation über Dein Mobiltelefon geführt hast. Du steigst aus Deinem Auto und möchtest dem auf dem Boden liegenden Fahrer des anderen Fahrzeugs so gern diese Phrase sagen, dass Du es gar nicht mehr zurückhalten kannst. Auch die Variationen „Entschuldigung, das passiert mir sonst nur selten“ oder „Sie sind wohl ein blinder, schwachsinniger Idiot!“ funktionieren in dieser Situation aber eher schlecht. Stattdessen sollte man sich beruhigen und nach dem Gesundheitszustand aller Beteiligten erkundigen und falls nötig Hilfe rufen.


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um ihr Fahrzeug kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Lucas – Prince of Darkness

Wo in deutschen Autos meist die zuverlässigen Produkte von Bosch verbaut werden, quälen sich die Briten seit Jahrzehnten mit der Technik von Lucas Industries plc. Anfangs wurden die Komponenten noch unter dem Markenzeichen King of the Road vermarktet. Die Meinungen gehen auseinander, ob es an Lucas selbst oder an der magelnden Qualitätskontrolle des Hauptabnehmers British Leyland lag, dass Lucas üblicherweise als Prince of Darkness bezeichnet wird. 1996 schloss sich das Unternehmen mit der amerikanischen Variety Gruppe zu Lucas Variety zusammen. 1999 wurde die Firma durch TRW zerschlagen und die Produktions-, Vertriebs- und Markenrechte an verschiedene Investoren verkauft.

Bis heute erzählt man sich folgende Legenden:

  • Das Lucas Motto: Komme Heim, bevor es dunkel wird.
  • Alexander Graham Bell erfand das Telefon. Thomas Edison erfand die Glühbirne. Joseph Lucas erfand den Kurzschluss.
  • Lucas ist der Erfinder des ersten Intervallscheibenwischers
  • Lucas ist der Erfinder des ersten selbstdimmenden Abblendlichts
  • Lucas ist der Erfinder der elektrischen Wegfahrsperre
  • Die drei Einstellungen eines Lucas-Lichtschalters: Gedimmt, flackernd, aus.
  • Lucas ist ein Akronym für Loose Unsoldered Connections and Splices (wackelige abgelöste Verbindungen und Anschlüsse)
  • Lucas verwendet eigentlich Wechselpannung mit einer zufälligen Frequenz der Polaritätswechsel.
  • Würde Lucas Waffen herstellen, gäbe keine Kriege.
  • Warum trinken Briten warmes Bier? Weil Lucas auch Kühlschränke herstellt.
  • Ein Land Rover Fahrer wurde gefragt, wie man nachts den richtigen Schalter im Armaturenbrett findet. Die Antwort: Man kann jeden benutzen, sie funktionieren alle nicht.
  • Lucas wollte in den 70ern auch einen Staubsauger verkaufen. Der Erfolg scheiterte an dem Slogan: „The only product that doesn’t suck“.

 

 

Gurt- und Anschnallpflicht in Youngtimer und Oldtimer

Mal abgesehen vom Sicherheitsaspekt – bitte keine blöden Ausreden „der Gurt ist so straff, dann kann ich nicht atmen, er nimmt mir die Bewegungsfreiheit, hemmt meinen regelmäßigen Herzschlag und meine Konzentration beim Fahren“ sowas ist völliger Quatsch – sind Sicherheitsgurte seit über 35 Jahren in Deutschland herstellerseitig Pflicht.

Ich lasse bestenfalls technische Gründe gelten, warum das Anbringen von funktionierenden Sicherheitsgurten im Oldtimer keinen Sinn macht. Die Haltepunkte der Gurte müssen fest mit der Karosserie verbunden sein, so dass die Insassen trotz der bei einem Aufprall entstehenden Kräfte in ihrem Sitz gehalten werden. Die benötigten Bohrungen für Höhenversteller, Gurtstraffer, Umlenker und Gurtpeitsche dürfen auch nicht in zu dünnem Blech ausreißen. Zudem müssen die Spannrollen bei (nachgerüsteten) Dreipunkt-Automatikgurten korrekt angebracht sein, denn sonst arretieren sie im Notfall nicht.

Je nach Bauart fallen bestimmte Konstruktionen aus. In einem Land Rover (Serie I bis III) muss man zum Beispiel einigen Aufwand betreiben, um Automatikgurte einbauen zu können, weil für die obere Umlenkung für den Gurtstraffer gar keine vernünftige Halterung in der B-Säule zu finden ist. Einfach zu installieren aber etwas umständlicher in der Handhabung ist jedoch ein normaler Dreipunktgurt. In noch älteren Fahrzeugen und dabei vor allem in Cabrios wird man möglicherweise nur die auch aus dem Flugzeug bekannten Zweipunktgurte anbringen können. Gleiches gilt bei alten Autos meist für die Rücksitze. Das ist immer noch besser als gar nichts, schützt aber bei einem Unfall mit Frontalaufprall nicht vor heftigen Kopfschmerzen.

Für PKW müssen in Deutschland seit 1974 (DDR seit 1978) , In Österreich seit 1976, in der Schweiz ab 1981 auf den Vordersitzen Dreipunktsicherheitsgurte eingebaut sein. Für die Rücksitze gelten die Jahre 1979 (Deutschland), 1984 (Österreich), 1994 (Schweiz). Warum ist das interessant? Weil die Gurtpflicht für Fahrzeuge immer abhängig von Baujahr und Ort der Erstzulassung ist. Soll heißen: Wenn ich ein Fahrzeug aus dem Ausland importiere, dann importiere ich damit auch die Gurtpflicht. Das baugleiche Modell mit Erstzulassung in der Schweiz muss zum Beispiel erst 15 Jahre später auf den Rücksitzen Sicherheitsgurte haben, auch wenn beide Fahrzeuge inzwischen in Deutschland zugelassen sind. Dies wird üblicherweise genau so im KFZ-Schein vermerkt. Sobald aber Gurte eingebaut sind – egal ob verpflichtend oder freiwillig – besteht auch Anschnallpflicht. Gemäß §21a StVO müssen Sicherheitsgurte während der Fahrt angelegt sein. Fahren ohne Gurt kostet 30 Euro, bei Kindern ohne Sicherung 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Verantwortlich für das korrekte Anlegen der Gurte ist immer der Fahrer.

Wer sich in einem Oldtimer ohne Sicherheitsgurte bewegt, setzt sich aber nicht schon allein dadurch schuldhaft einem höheren Verkehrsrisiko aus. So sieht es zumindest das Landesgericht Köln (Az. 2 O 497/06). Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers wollte die Kosten für Personen- und Sachschäden nicht oder nur in geringem Anteil tragen, weil der OIdtimer keine Gurte eingebaut hatte. Dem Unfallopfer sei aber kein Verstoß gegen die Anschnallpflicht gemäß der StVO (siehe oben) zur Last zu legen, weil das historische Fahrzeug nicht über Anschnallgurte verfügte, die Sitze aber der zugelassenen Benutzung in diesem Sonderfall entsprachen.

Nachtrag: Bei Limora gibt es Anschnallgurte zum Nachrüsten. Durch die vielen unterschiedlichen verfügbaren Farben und Webmuster lassen sich besonders im offenen Klassiker sehr schöne Akzente setzen. Preis pro Paar ca. 250 EUR. Günstiger geht es bei Stevens. Die Preise rangieren hier je nach Bauart zwischen 30 und 70 Euro je Sitzplatz. Ansonsten gibt es auch immer noch ebay.

 

 

 

Alte Schätze gut gesichert gegen Autoklau

Ein Auto ist kein Tresor. Ein altes Auto schon gar nicht.
Moderne Fahrzeuge haben heute ab Werk diverse Technologien eingebaut, die Langfingern die Arbeit schwieriger machen sollen. Youngtimer oder gar Oldtimer lassen Diebe aber nur noch müde schmunzeln. Sämtliche VW aus den 80er und frühen 90er Jahren lassen sich zum Beispiel mühelos mit einem flachen Schraubenzieher öffnen, bei den anderen Herstellern sieht es nicht viel anders aus. Wegfahrsperren oder codierte Schlüssel waren damals noch nicht erfunden. Welche Maßnahmen bieten sich also an, um auch Autos älterer Baujahre sicherer zu machen?

 

Zum einen ist da die klassische Alarmanlage. Man kann sie im Elektronikmarkt kaufen und selbst einbauen oder – wozu ich in diesem Fall raten würde – beim Fachmann installieren lassen. Die billigen Varianten starten bei rund 30 Euro und verschrecken bestenfalls Betrunkene, die über die Motorhaube gestolpert sind. Mal im Ernst, wer dreht sich denn heute noch um, wenn mal wieder irgendwo eine Sirene pfeift? Gute Systeme kosten auch mal über 400 Euro und können dann weit mehr als nur mit einer nervigen Hupe den Nachbarn zur Verzweifelung treiben. Üblich ist dann GPS-Ortung: Ich kann also punktgenau nachvollziehen, wo mein Fahrzeug gerade steht oder fährt. Mit Unterstützung der Polizei oder wahlweise auch dem lokalen Mafiapaten können die Diebe dann sehr schnell aufgespürt werden. Carguard vertreibt zum Beispiel für rund 360 Euro ein Gerät etwa in der Größe einer Zigarettenschachtel, welches dem Besitzer per SMS Warnungen bei unbefugter Bewegung mit genauen Positions-Koordinaten sendet. Das Gerät kann auf aktiven und passiven Modus geschaltet werden. Also: Wer mal wieder nach durchzechter Nacht vergessen hat, wo sein Auto steht, hat damit ab sofort keine Sorgen mehr. Einfach eine Anfrage per SMS an das Steuergerät schicken, kurz warten, piep, Stellplatz lokalisiert. Das Steuergerät wird an beliebiger Stelle im Fahrzeug versteckt, so dass es nicht leicht gefunden werden kann.

 

Leider verbraucht solche Technik auch ständig Strom. Daher kommen sie für selten benutzte oder in der Wintersaison abgestellte Fahrzeuge nur eingeschränkt zum Einsatz. Ohne jeden Stromverbrauch kommt die klassische Lenkradsperre oder auch die Radkralle aus. Beide sind zwischen 20 und 50 Euro bei eBay oder bei Radkralle.de angeboten. Sie sind praktikabel, um schnell, billig und einfach den Gelegenheitsdieb zu verschrecken, da sie zugleich so offensichtlich angebracht sind. Profis fühlen sich im günstigen Fall nur noch beleidigt und verziehen sich in die Schmollecke. Und was für das einsame Winterlager des Youngtimers noch ganz sinnnvoll erscheint, wird schnell lästig, wenn man erst einmal unterwegs ist und dann die diversen Metallgestänge den Kofferraum okkupieren.

 

Seit einiger Zeit bieten daher verschiedene Hersteller sogenannte Mikro-DNA als ganz neue Form der Diebstahlsicherung an. Dabei wird eine bei normalem Licht unssichtbare Flüssigkeit auf verschiedene Teile des Fahrzeugs appliziert. Jede Flüssigkeit ist speziell codiert und enthält nur unter dem Mikroskop erkennbare Partikel mit eben dieser Codenummer. Die genaue Funktionsweise ist in diesem Video  ganz gut erklärt. Erhältlich sind solche Produkte für knapp unter 100 Euro je Dose bei SelectaDNA oder MicrodotDNA. Mit diesem Verfahren kann man den gemeinen Strauch- und Wiesen-Dieb zwar am wenigsten an seinem primären Wirken hindern, aber entsprechende mitgelieferte Aufkleber zur Abschreckung an der Seitenscheibe lassen die Profis in jedem Fall weiter ziehen. Je populärer dieses Verfahren wird, desto geringer sind die Chancen insbesondere für illegale Teileverwerter, die vom Oldtimer nur die Filetstücke verkaufen wollen. Außerdem lässt sich die Anwendung auf sämliches schützenswertes Eigentum ausweiten wie das nachfolgende Video zeigt: