Felgen lackieren

Zugegeben, diese Leichtmetallfelgen (Typ: Web Spoke) stammen nicht von einem der üblicherweise hier behandelten Youngtimer-Fahrzeuge, sondern von einem modernen Mini Clubman (R55). Grundsätzlich ist aber die Arbeitsweise beim Felgenausbessern die gleiche – egal ob neues oder altes Auto. Eine typische Krankheit bei den Minifelgen und vielen ähnlichen ist ein wurmartiges Gebilde, dass sich nach einiger Zeit unter dem Klarlack am Felgenrand entlang zieht. Es handelt sich um Ausblühungen des Aluminiums, nachdem irgendwo Wasser und Luft und eventuell auch ein wenig Salz und Straßendreck unter den Klarlack gekrochen ist. Gerne wird sowas mit der Zeit dann auch schon mal unansehlich schwarz und fleckig. Mechanisch hat das keinen Einfluss. Man kann auch die hässlichen Felgen weiter benutzen. In den nachfolgenden Bildern möchte ich die Ausbesserung zeigen, die sich nur auf den äußeren Felgenrand bezieht.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und...

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und…

 

 

...auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

…auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass Anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, der Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden. Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, da Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden: Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, ...) zu vermeiden.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell in Teilen fein polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung des Lacks können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, …) zu vermeiden.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je Felge.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen insgesamt für vier Felgen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. Benötigtes Werkzeug: Klebeband, Reiniger und Tücher, Silikonentferner, Einschlagpapier, Kompressor, Spritzpistole, Lacksieb, Messbecher oder Waage, Infrarotlacktrockner. Eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je einzelner Felge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Symbole auf neuen Reifen – das Energielabel

Bereits im November 2009 wurde die EU Verordnung Nr. 1222/2009 über Energielabel für Reifen erlassen  und dann noch einmal durch die Verordnung Nr. 228/2011 geändert. Laaaangweilig?

Ja, mag sein. Aber Schrauber sollte schon wissen, wo die lustigen neuen Bildchen herkommen, die dem Käufer jetzt auf jedem neuen Reifen gezeigt werden. Details kann man dann hier und hier nachlesen. Das neue Reifenlabel ist ab dem 01. November 2012 beim Verkauf von neuen Reifen innerhalb der EU-Grenzen vorgeschrieben. Ausnahmen von der Regel bestehen für bestimmte Gelände-Reifen, runderneuerte Reifen, Noträder, Rennpneus sowie Reifen, die bis maximal 80 km/h zugelassen sind.

Die neuen Symbole erinnern an das, was wir schon beim Kauf von Kühlschränken oder Waschmaschinen aus dem Elektromarkt kennen:

Eine kleine blaue Zapfsäule steht für den Energierverbrauch, daneben die Buchstaben A bis G. Wobei A geringster Energieverbrauch und G schlechtester Energieverbrauch bedeutet. Wenn es irgendwann keine Zapfsäulen mehr gibt, müssen die Designer sich was anderes einfallen lassen.

Rechts daneben der gleiche hellblaue Reifen nun aber mit einer Regenwolke soll uns die Haftung bei Nässe anzeigen. Auch hier die gleiche Einstufung von A bis G. Ganz unten die Angabe zur Geräuschentwicklung beim Abrollen in Dezibel. Leider hat der Normalverbraucher keine Ahnung, was nun viel oder wenig dB sind. Aber je geringer die Zahl, desto leiser ist der Reifen. Außerdem sind noch die Schallwellen schwarz oder weiß dargestellt. Eine Welle ist für leise Reifen weit unter dem zukünftigen gesetzlichen Limt, 2 Wellen bedeuten 0-3 dB unter dem gesetzlichen Limit, 3 Wellen sind auf Reifen zu finden, die recht bald die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr erfüllen.

EU Reifen Label

Bildquelle: Europäische Kommission – Energieeffizienz

Land Rover Wartung und Ausflug

Der hellblaue Landy stand jetzt eine Weile ungenutzt herum. Einzige Ausnahme war eine Hochzeit, zu der ich den Trecker verliehen hatte. Es gab tatsächlich ein Brautpaar, das damit vom Altar abgeholt wurde.

Die Braut und das alte Auto

Nun stand eine etwas weitere Fahrt an und daher habe ich einen Wartungsintervall vorgezogen: Reifendruck und Profiltiefe gemessen und korrigiert – auch am Ersatzrad. Bremsflüssigkeit, Beleuchtung geprüft und… Mist! Hinten rechts kein Blinklicht. Nun wollte ich die Lampe wechseln, schraubte die runde Plastikverkleidung ab und hatte so viel Wasser auf dem Schuh, wie in das Blinkerglas passte. Na toll! Der Vorbesitzer hatte die Dichtung verkehrt eingebaut: Regen konnte oben reinlaufen, aber unten nicht raus. Es sollte umgekehrt sein. Natürlich war die Lampenfassung festgerostet. So kann sich ein Blinkerwechsel auch mal über mehr als eine halbe Stunde hinziehen.

Vor der Abfahrt eine Wartung in der Werkstatt. Gegenlichtfotos am frühen Morgen sind Mist. Bilder, die mit dem Telefon aufgenommen werden, sind Mist. Und die Fettpresse von Westfalia (unten zu sehen) ist absoluter Obermist.

So – Blinker waren nun OK, alle anderen Lampen auch, Kühlwasser OK, Ölstand optimal, Wischwasser voll, Spannung am Treibriemen OK, aber beginnende Rissbildung. Das Ding scheint älter zu sein. Kommt demnächst dran – zusammen mit einem Motorölwechsel. Ölstand in der Schaltbox habe ich nicht kontrolliert und auch nicht im Getriebe, da kürzlich erst die Kupplung erneuert wurde. Ölstand in der Lenkung wurde korrekt nachgefüllt, im Differential vorn ist OK und hinten… bekomme ich die Einfüllschraube nicht ab. Hat da jemand eine Idee? Soll ich mit Kältespray oder Heißluft arbeiten oder einen Druckluftschlagschrauber ansetzen? WD40 allein hat jedenfalls nicht geholfen.

Zum Schluss noch mit der Fettpresse alle Schmiernippel und Radlager versorgt. Hier ein Tipp: Kauft niemals-nie-keine Fettpressen im Billigversand – in meinem Fall bei Westfalia aus Hagen. Wie so oft ist billiges Werkzeug schlimmer als gar kein Werkzeug. Eine neue muss her! Vielleicht hole ich mir jetzt sogar eine Druckluft-Fettpresse für sorgenfreies Arbeiten in der Werkstatt…

Danach ging es zum Serie Landy Treffen nach Bad Honnef. Von Köln ist das etwas mehr als eine Stunde je Wegstrecke. Hier ein paar Bilder. Ein Mausklick ins Bild vergrößert die Ansicht ein wenig. Wer ein Foto im Original zuschickt haben möchte, schreibt mir über das Kontaktformular.

 

Überfahrt auf die rechte Rheinseite nach Bad Honnef mit der Fähre. Wer genau hinschaut, sieht schon ein paar Land Rover am Ufer. Wer nicht genau hinauschaut, guckt auf den roten Pfeil.

Die waren dabei.

Noch ein Teilnehmerfahrzeug.

Ein Traum in Elfenbein

Geschraubt wurde ausnahmsweise nicht. Dazu wäre der Platz auch zu schön und das Wetter zu warm gewesen. Aber man wird sich ja noch unters Auto legen dürfen.

Die Küche hatte geöffnet…

…und ein kleines Buffet gab es auch.

Und so wurde dann auch gegessen.

Neue Reifen für den Buggy

Eine der beliebtesten oder am häufigsten gesuchten Seiten hier im Blog sind Informationen zu Oldtimerreifen und deren Umrechnung. Doch offensichtlich wird nicht alles erklärt. So schreibt Leser Volker K. aus Castrop-Rauxel:

Hallo, ich habe mir einen 34 Jahre alten Buggy Mod. Albar S gekauft. Die originalen Diagonal Reifen sind vorne B 50-13/4 PR und hinten N 50-15/4 PR. Haben Sie eine Tabelle oder einen Rechner aus der hervorgeht, welcher aktuellen Reifengröße diese Räder entsprechen?

Nun Volker, dann wollen wir mal diese Angaben entschlüsseln.

Das nachgestellte 4PR gibt den Tragfähigkeitsindex an. Er wird auch Ply Rating genannt. Früher stand die PR-Zahl für die Anzahl der Lagen zur Verstärkung, später nur noch für die Belastbarkeit der entsprechenden Anzahl Lagen. Heute findet man eine solche Information eigentlich nur noch bei bestimmten LKW-Reifen. Bei PKW genügt die Angabe des Lastindex. Weitere Informationen zu dem Thema findest Du hier.

Jetzt hast Du noch die Zahl 50-13 oder 50-15 zu enstschlüsseln. Wahrscheinlich hast Du hier schon mal geschaut und nichts gefunden. Das liegt daran, dass Buggy Reifen oft ziemlich eigenartige Dimensionen haben. Es handelt sich halt um Füße für ein Spaßfahrzeug, das im Sand oder anderem unüblichen Terrain unterwegs ist. Daher gilt auch die hier getroffene Aussage, dass üblicherweise von einem Höhe zu Breite Verhältnis von 80% auszugehen ist für Dich nicht unbedingt. Am besten misst Du mal nach, ob bei Dir nicht eventuell die Reifen ebenso breit wie hoch sind. Auf jeden Fall gibt 50 die Höhe und 15 (oder vorn 13) die Dimension an. Die Breite verbirgt sich in dem ersten Buchstaben und je weiter der Buchstabe im Alphabet war, desto mehr Last konnte der Reifen tragen. Gleichzeitig ging man davon aus, dass man bei höherer Last breitere Reifen benötigte. Verglichen mit heutigen Dimensionen gilt daher ungefähr:

C = 185, D = 195, E = 205, F = 215, G = 225, H = 235, und immer plus 10, ….

Wir erinnern uns: Vorn hast Du einen B 50-13/4 PR. Das ist demnach ein 175er. Hinten ist ein N 50-15/4 PR montiert, das ist ein sehr breiter 285er. Folglich kaufst Du am besten zwei 175/50R13 Reifen für vorn und hinten sind dann zwei fette 285/50R15 fällig. Bei MOPAR Muscle Car Umbauten sind die Dinger übrigens gar nicht so selten. Vielleicht schickst Du uns mal ein Foto von Deinem Buggy…?

 Nachtrag: Das Foto kam natürlich auch noch per Email.

Reifenbreite vs. Felgenbreite

Schon auf den anderen Seiten der Reifen und Räder Bibel (hier, hier, hier und hier) wurde viel zu der Funktionsweise verschiedener Gummis, zu Größenverhältnissen, zur Umrüstung auf andere Dimensionen, zur Entschlüsselung der Angaben auf der Seitenwand der Reifen und zu altertümlichen Größenangaben im Fahrzeugschein berichtet. Ein Thema blieb dabei bislang aus:

Welche Reifen passen auf welche Felge?

Das Blöde ist einmal mehr, dass die Breite von Felgen in Zoll angegeben wird, die Breite der Reifen jedoch in Millimetern. Ist eine Felge zu schmal im Verhältnis zur Reifenbreite, wird der Reifen in schneller Kurvenfahrt zu stark seitwärts verzerren. Auf der anderen Seite neigen übermäßig breite Felgen an einem gewöhnlichen Auto dazu, ein hartes Fahrempfingen zu geben, weil die Seitenwände nicht genug Wölbung haben, um sanfter über Bodenwellen und Schlaglöcher zu gelangen. Deshalb gibt es eine Reihe von sinnvollen Felgengrößen für jede Reifengröße:

Felgenbreite Reifenbreite minimum
Reifenbreite optimal Reifenbreite maximum
5,0″ 155 mm 165 oder 175 mm 185 mm
5,5″ 165 mm 175 oder 185 mm 195 mm
6,0″ 175 mm 185 oder 195 mm 205 mm
6,5″ 185 mm 195 oder 205 mm 215 mm
7,0″ 195 mm 205 oder 215 mm 225 mm
7,5″ 205 mm 215 oder 225 mm 235 mm
8,0″ 215 mm 225 oder 235 mm 245 mm
8,5″ 225 mm 235 oder 245 mm 255 mm
9,0″ 235 mm 245 oder 255 mm 265 mm
9,5″ 245 mm 255 oder 265 mm 275 mm
10,0″ 255 mm 265 oder 275 mm 285 mm
10,5″ 265 mm 275 oder 285 mm 295 mm
11,0″ 275 mm 285 oder 295 mm 305 mm
11,5″ 285 mm 295 oder 305 mm 315 mm
12,0″ 295 mm 305 oder 315 mm 325 mm
12,5″ 305 mm 315 oder 325 mm 335 mm

Die richtigen Reifen könnt Ihr jetzt auch noch beim Werbepartnerbestellen. Die Lieferung ist kostenlos und im gesamten Bundesgebiet gibt es Dienstleister, die Euch die Reifen kostengünstig (üblicherweise so zwischen 5 und 12 Euro) draufziehen. Folgt einfach dem Link zu Montagepartner im Rahmen der Bestellung bei PneusOnline.


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.


 

Änderung der Bereifung beim Oldtimer

Warum sollte ich überhaupt auf Leichtmetallfelgen und neue Reifen wechseln?

Gute Frage. Für die meisten werden Aussehen und Leistung die einzigen beiden Gründe sein. Gerade ältere Fahrzeuge sind noch auf  lächerlich schmalen Reifen und 13“ Felgen unterwegs. Vor einiger Zeit sind die Hersteller aber dazu über gegangen, größere Reifendimensionen ab Werk auszuliefern, so dass für die modernen Autos das Problem nicht mehr besteht. Welches Problem? Die Geschwindigkeit in Kurven. Mit größeren Felgen verringert sich üblicherweise auch die Seitenwand der Reifen. Und mit kleineren Seitenwänden verformt sich der Reifen weniger unter den enormen seitlichen Kräften bei Kurvenfahrt.

Nehmen wir ein gängiges Beispiel: Ein Fahrzeug mit 6×14 Felgen und 185/65R14 Reifen.

  • Wie wir aus einem anderen Kapitel der Reifen Bibel schon wissen, gilt:
  • Raddurchmesser 14 * 25,4 = 355,6mm
  • Relative Höhe 65% von 185mm = 120,25mm
  • Außendurchmesser des Reifens Leergewicht = (Raddurchmesser) + 2 (relative Höhe) = 355,6 mm + 2 x 120,25mm = 596,1mm
  • Der ungefähre Abrollumfang beträgt 0,96 x AD x Pi = 0,96 x 596.1mm x Pi = 1797,79mm

Mit anderen Worten, mit einer Umdrehung des Rades wird das Fahrzeug etwas mehr als 1,77 Meter über den Boden gerollt. Nehmen wir jetzt an, jemand montiert etwas breitere 7×15 Felgen und einen passenden Reifen 205/50R15. Dann ergibt sich folgende Rechnung.

  • Raddurchmesser 15 * 25,4 = 381mm
  • Relative Höhe 50% von 205mm = 102,5mm
  • Außendurchmesser des Reifens Leergewicht = (Raddurchmesser) + 2 (relative Höhe) = 381mm + 2 x 201,5mm = 586mm
  • Der ungefähre Abrollumfang beträgt 0,96 x AD x Pi = 0,96 x 586mm x Pi = 1767,33mm

Daraus ergibt sich eine deutliche Differenz zwischen dem ursprünglichen Reifen und dem neuen: 1797,79mm gegenüber 1767,33mm oder eben einen um 1,69% geringeren Abrollumfang. Im Universum der Reifen und Räder ist das schon recht gut, man sollte versuchen im Bereich von 3% Unterschied zu bleiben, wenn man die Felgen und Reifen ändert.

Wenn jetzt diese ganze Mathematik zu viel für Dich war, dann kann der Rechner unten ganz einfach helfen, die Differenz zu veranschaulichen. Viel Spaß!

Aktuelle Bereifung

Neue Bereifung

/

R

/

R

Aktueller Abrollumfang

mm

Neuer Abrollumfang

mm

Differenz des Abrollumfanges:

mm oder

%

Wenn der Tacho also 100km/h anzeigt, dann rollst Du eigentlich mit

km/h

Eine falsche Geschwindigkeitsangabe bedeutet auch einen falschen Kilometerstand

Es liegt sehr nahe, dass der Tacho keine korrekten Werte mehr anzeigt, wenn man die Bereifung und damit den Abrollumfang der Räder ändert. Nach dem Beispiel oben wird sich der Tacho also stets um weitere 1,7% verrechnen und die meisten ungeeichten Geschwindigkeitsanzeigen sind sowieso schon nicht besonders genau. Manche Tachos blasen das Ego des Fahrers durch gewollte Übertreibung um 5 bis 10% auf. Tatsächlich gefahrene 10.000km werden dann als 10.170km angezeigt zuzüglich der vom Hersteller eingebauten Übertreibung. Gut, das ist jetzt nicht der riesen Unterschied, aber es wird von Autohändlern gern als Argument genutzt, keine Garantie auf den Kilometerstand geben zu können – Tachomanipulationen dürften ein anderer Grund sein. Die Abweichung der Geschwindigkeit zur Anzeige betrifft herkömmliche Tachos ebenso wie digitale Geräte. Eine Ausnahme stellen jedoch GPS basierte Anzeigen dar.

Zu breit oder zu schmal – macht es einen Unterschied?

Ist eine Felge zu schmal ist im Verhältnis zur Reifenbreite wird der Reifen in schneller Kurvenfahrt zu stark seitwärts verzerren. Auf der anderen Seite neigen übermäßig breite Felgen an einem gewöhnlichen Auto dazu, ein hartes Fahrempfingen zu geben, weil die Seitenwände nicht genug Wölbung haben, um sanfter über Bodenwellen und Schlaglöcher zu gelangen. Deshalb gibt es eine Reihe von sinnvollen Felgengrößen für jede Reifengröße.

Das plus eins Prinzip

 

Das plus eins Prinzip beschreibt die richtige Dimensionierung für Reifen und Felge ohne das alles oben im Detail begriffen zu haben. Grundsätzlich fügst Du jedes Mal, wenn Du 1 Zoll für den Felgendurchmesser erhöhst, 20mm für die Reifenbreite hinzu und subtrahierst 10% vom Seitenverhältnis. Dies kompensiert sehr gut die Vergrößerung der Felgenbreite, die im Allgemeinen auch mit dem Durchmesser zunimmt. Durch die Verwendung eines Reifens mit einer kleineren Seitenwand erreichst Du schneller ansprechendes Lenkverhalten und bessere Seitenstabilität. Die Optik ist besonders bei Oldtimern Geschmacksfrage, da man sich natürlich vom zeitgenössischen Aussehen entfernt. Für diejenigen, die ihre Radgrößen nun immer noch nicht selbst berechnen können oder wollen ist noch die nachfolgende Tabelle aufgeführt.  Sie zeigt den jeweils vergleichbaren Abrollumfang und man kann sich je nach gewünschter Felge und Reifenbreite das passende aussuchen. Und das war’s? Ja, das soll es zum Thema Reifengrößen gewesen sein. Mit den Rechnern einem Stift und Papier sollte es nun möglich sein, den lokalen Reifenhändler mal so richtig mit Fachwissen zu beeindrucken.

80er

75er

70er

65er

60er

55er

50er

135/80 R 13

145/70 R 13

175/60 R 13

155/70 R 13 165/65 R 13

175/65 R 13

145/80 R 13

155/70 R 13 175/65 R 13 185/60 R 13 185/55 R 14

165/70 R 13 165/65 R 14 175/60 R 14

175/70 R 13

155/80 R 13

165/75 R 13 175/70 R 13 165/65 R 14 175/60 R 14 195/55 R 14 195/50 R 15

185/70 R 13 175/65 R 14 185/60 R 14 185/55 R 15

165/70 R 14 195/60 R 14

165/80 R 13

185/70 R 13 175/65 R 14 195/60 R 14 205/55 R 14 205/50 R 15

165/70 R 13 185/65 R 14 205/60 R 14 185/55 R 15 195/50 R 16

175/70 R14

195/55 R 15

205/55 R15

175/80 R 13 175/75 R 14 175/70 R 14 185/65 R 14 205/60 R 14 195/55 R 15 215/50 R 16

185/70 R 14 195/65 R 14 215/60 R 14 205/55 R 15 195/50 R 16

185/65 R 15 195/60 R 15

205/50 R 16
185/80 R 13 185/75 R 14 185/70 R 14 195/65 R 14 215/60 R 14 205/55 R 16 205/50 R 16

195/70 R 14 185/65 R 15 225/60 R 14 225/50 R 16

195/65 R 15 195/60 R 15

205/50 R 17

205/60 R 15

215/60 R 15

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass rund 20% aller Treffer von Google und Co, die auf meine Seiten führen, das Thema Reifen, Felgen und Raddimensionen behandeln. Es scheint also ein Thema von Interesse zu sein. Wenn sich ein Reifenhändler findet, der meinen Lesern gute Konditionen bieten kann (zum Beispiel kostenloser Versand oder 20% Rabatt auf den Listenpreis), dann werde ich gern von hier aus zu ihm verlinken. Das Kontaktformular ist oben rechts…


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Umrechnung von Zoll in Millimeter

Der (oder manchmal auch das) Zoll ist eine veraltete und absolut unpraktische Maßeineinheit. Die Vorteile des metrischen Maßes sind bessere Skalierbarkeit und direkter Bezug zu anderen physikalischen Einheiten (Temperatur, Masse, Volumen, …).

Der Zoll wird im englischen Sprachraum Inch genannt und es entspricht 1 in = 1″ = 1/12 ft = 1/36 yd = 25,4 mm

Außer im englischen Sprachgebrauch ist bei uns Zoll noch als gängige Maßeinheit bei Reifendimensionen (siehe auch Reifen Bibel) und Rohrdurchmessern üblich. Mir begegnen Zollmaße natürlich ständig beim Schrauben an MG und Jaguar. Zollmaße werden üblicherweise in Brüchen dargestellt und können wie folgt interpretiert werden:

 

Zollmaß mm
1/128 0,198
3/128 0,595
5/128 0,992
7/128 1,389
9/128 1,786
11/128 2,183
13/128 2,58
15/128 2,977
17/128 3,373
19/128 3,77
21/128 4,167
23/128 4,564
25/128 4,961
27/128 5,358
29/128 5,755
31/128 6,152
33/128 6,548
35/128 6,945
37/128 7,342
39/128 7,739
41/128 8,136
43/128 8,533
45/128 8,93
47/128 9,327
49/128 9,723
51/128 10,12
53/128 10,517
55/128 10,914
57/128 11,311
59/128 11,708
61/128 12,105
63/128 12,502
65/128 12,898
67/128 13,494
69/128 13,692
71/128 14,089
73/128 14,486
75/128 14,882
77/128 15,28
79/128 15,677
81/128 16,073
83/128 16,47
85/128 16,867
87/128 17,264
89/128 17,661
91/128 18,058
93/128 18,455
95/128 18,852
97/128 19,248
99/128 19,645
101/128 20,042
103/128 20,439
105/128 20,836
107/128 21,233
109/128 21,63
111/128 22,027
113/128 22,423
115/128 22,82
117/128 23,416
119/128 23,614
121/128 24,011
123/128 24,408
125/128 24,805
127/128 25,202
1/64 0,397
3/64 1,191
5/64 1,984
7/64 2,778
9/64 3,572
11/64 4,366
13/64 5,159
15/64 6,754
17/64 6,747
19/64 7,541
21/64 8,334
23/64 9,128
25/64 9,922
27/64 10,716
29/64 11,509
31/64 12,303
33/64 13,295
35/64 13,891
37/64 14,684
39/64 15,478
41/64 16,272
43/64 17,264
45/64 17,859
47/64 18,653
49/64 19,447
51/64 20,241
53/64 21,034
55/64 21,828
57/64 22,82
59/64 23,416
61/64 24,209
63/64 25,003
1/32 0,794
3/32 2,381
5/32 3,969
7/32 5,556
9/32 7,144
11/32 8,731
13/32 10,319
15/32 11,906
17/32 13,494
19/32 15,081
21/32 16,669
23/32 18,256
25/32 19,844
27/32 21,431
29/32 23,019
31/32 24,606
1/16 1,588
3/16 4,763
5/16 7,938
7/16 11,113
9/16 14,288
11/16 17,463
13/16 20,638
15/16 23,813
1/8 3,175
3/8 9,525
5/8 15,875
7/8 22,225
1/4 6,35
3/4 19,05
1/2 12,7
1 25,4

 

Neben der Tabelle oben kann möglicherweise auch der Rechner unten bei der Umrechnung von Millimeter in Zoll (Inch)  helfen:

Millimeter Zoll
=

Umrechnung von Angaben auf Oldtimerreifen

Hurra. Ein wunderbarer Tag für eine Ausfahrt im Bentley! Nur fährt dieser Bentley von 1955 auf 7.6×15 Reifen. Was sind 7.6×15? Nun, für ältere Fahrzeuge ist es üblich, die Reifendimensionen nach dem Imperial Maßsystem (mit Fuß und Zoll) anzugeben. Beide Maßangaben sind in Zoll (oder auch Inch). In dem Beispiel vom Bentley also ein 7,6 Zoll Reifen für eine 15 Zoll Felge. Hierbei fehlt aber noch die Angabe des Reifenquerschnitts.  Der Querschnitt wurde Ende der 60er verringert, um bessere Seitenführungskraft – also bessere Fahrstabilität in Kurven – zu erreichen. Davor wurde für Radialreifen kein Querschnittsverhältnis angegeben und daher war die erste Zahl gleichzeitig die Höhe wie auch die Breite (= Lauffläche). Nach Umrechnung auf moderne Maßangaben entspricht dies aber eher einem  195/80R15 Reifen. Der Rechner für Maßeinheiten unten geht immer von einem Höhe zu Breite Verhältnis von 80% aus. Außerdem habe ich hier noch eine Tabelle mit Umrechnung der gängigsten Reifengrößen veröffentlicht.

Imperial Reifengröße:

x





Die berechnete metrische Reifengröße ist:
/80 R


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Die Reifen und Räder Bibel

Reifen eines TransAm Bildquelle: siehe Fußnote 1

Hast Du Ahnung von Reifen? Kennst Du bei Deinen Reifen Radius und Querschnitt? Der nachfolgende Text soll für ein wenig Klarheit sorgen und das nächste Mal weißt Du Bescheid, bevor Du neue Reifen kaufst.

Was steht auf der Seite des Reifens?

Verwirrend nicht war? Diese ganzen Zahlen, Buchstaben, Codes. Tatsächlich ist das meiste davon mehr als man eigentlich wissen muss, aber hier der wichtige Teil. Das Bild unten zeigt schematisch einen Reifen mit den heute üblichen Beschriftungen. Je nach Hersteller können diese Abweichen und durch diverse Prüfzeichen und sonstige Symbole ergänzt sein.

A – Herstellername oder Marke und Produktbezeichnung

B – Reifengröße sowie Geschwindigkeitsindex. Tubeless bezeichnet Reifen ohne Schlauch. DIN-gerechte Markierungen verschlüsseln auch den Lastindex von 50 bis 169 (also 190 kg bis 5800 kg).

C – Beschreibt die Reifenkonstruktionsart

D – M&S steht für Matsch und Schnee, kennzeichnet also die sogenannten Ganzjahres– oder Winterreifen

E – Gibt den maximalen Reifendruck an

F – ECE (nicht EEC) typische Prüfnummer

G – Vom North American Department of Transportation vorgeschriebene Symbole und Indentifikationsnummern
H – Herkunftsland

DOT Codes

Die DOT Information beinhaltet auch einen zwei Buchstaben Code, der angibt, wo der Reifen hergestellt wurde. Mit anderen Worten, aus welcher Fabrik oder welcher Stadt er kommt. In dem Beispiel oben „FA“ für Yokohama. Das könnte dann interessant sein, wenn der Reifenhersteller eine bestimmte Charge wegen Qualitätsproblemen zurück ruft. Hier gibt es eine ganze Liste mit diesen Codes.

Darüber hinaus wird das Produktionsdatum gestempelt. Eigenartigerweise ist dieses Datum manchmal nur auf einer Seite des Reifens, so dass man eventuell unter das Auto kriechen muss, um die Innenwand zu betrachten. Auf jeden Fall findet man dort eine drei oder viertstellige Ziffer. Wenn dies tatsächlich nur eine dreistellige Ziffer ist, dann sind die Reifen zu alt. Und als Faustregel kann man festhalten, dass Reifen die älter als 6 Jahre sind, nicht mehr verwendet werden sollten. Gummi baut sich mit der Zeit ab und wird spröde, ganz unabhängig davon, ob man sie viel, wenig oder gar nicht nutzt. Nicht ganz ungewöhnlich wäre es, wenn ein unseriöser Händler derartige Reifen noch ab Lager verkauft. Der Code ist sehr einfach: Alle dreistelligen Ziffern stehen auf Reifen, die VOR 2000 gefertigt wurden. Zum Beispiel  1 7 6 = siebzehnte Woche im Jahr 1986. Für 1996 gilt das Gleiche, nur dass dann noch ein kleines Dreieck hinter dem DOT Code steht. Nach 2000 wurde der vierstellige Code verwendet.  1 0 0 8 bedeutet dabei zehnte Woche im Jahr 2008.

Die E-Kennzeichnung

Alle Reifen, die nach Juli 1997 in der EU verkauft wurden, müssen eine E-Kennzeichnung haben. Diese Markierung mit einem groß geschrieben E besagt, dass der Reifen gemäß ECE Regulation 30 zertifiziert wurden. Ein klein geschriebenes e hingegen zertifiziert gemäß 92/33/ECE. Aber eigentlich ist das für den Laien auch egal.

Die Reifendimensionen

Die in Europa gängigste Variante der Angabe von Reifendimensionen gemäß DIN zeigt sich wie folgt:

185 65 H R 13

185 – Breite der Lauffläche in mm von Seitenwand zu Seitenwand gemessen.

65 – Höhe der Reifenwand in relativer Angabe zur Lauffläche – hier zum Beispiel 65% von 185 mm, also 120,5mm

H – Geschwindigkeitsindex

R – Gibt an, dass es sich um einen Radialreifen handelt.

13 – Durchmesser der Felge in Zoll, auf die der Reifen aufgezogen werden soll. Bitte fragt nicht, warum bei den Reifendimensionen metrische und zöllige Einheiten gemischt verwendet werden. Es ist einfach so!

Reifen für Oldtimer und Youngtimer

Jenson Interceptor Convertible 1974 Bildquelle: siehe Fußnote 2

Die oben genannten Reifendimensionen wurden erst Mitte der 60er gültig. Für einige – insbesondere nicht deutsche – Fahrzeuge vor dieser Zeit und teilweise bis in die 70er (z.B. ein Jensen Interceptor) wurden die Reifenvorgaben in der Form ER70VR15 angegeben. Dabei referenziert 70 die Höhe und 15 die Dimension. Auf den ersten Blick könnte man also glauben, dass gar keine Breite angegeben wurde. Tatsächlich verbirgt sich diese in dem ersten Buchstaben. Nun ist dies aber noch keine direkte Angabe zur Reifengröße, denn je weiter der Buchstabe im Alphabet war, desto mehr Last konnte der Reifen tragen. Gleichzeitig ging man davon aus, dass man bei höherer Last breitere Reifen benötigte. Vergleichen mit heutigen Dimensionen gilt daher ungefähr:

C = 185, D = 195, E = 205, F = 215, G = 225, H = 235, usw.

Das Beispiel von oben können wir also in einen 205/70 R15 Reifen mit Geschwindigkeitsindex V übersetzen. Obgleich ein Interceptor rein theoretisch schon mal 225 km/h schnell fahren konnte, war wegen der Aerodynamik in der Praxis meist bei 190 km/h Schluss. Daher ist das V schon ein wenig optimistisch und ein H Reifen wäre ebenso gut zu verwenden und dabei deutlich günstiger.

Die Tabelle zeigt eine Umrechnung zwischen modernen und Oldtimer-Reifen und hier gibt es noch weitere Informationen für Leute, die ihre bisherigen Reifendimensionen komplett ändern möchten, um zum Beispiel größere Felgen und Niederquerschnittsreifen aufzuziehen.

Land Rover und andere Off-Road Reifen

Auf älteren Land Rover findet man häufig eine Reifengrößenangabe ähnlich 750×16. Dies ist ein weitere komische Angabe die jeder Logik trotzt. In diesem Fall gibt 750 Zollmaße in Dezimalschreibweise an. 750 = 7,5“ bezugnehmend auf die „Breite bei normal befülltem Druck“. Dies ist nicht zwingend auch die tatsächliche Reifenbreite. Die 16 bedeutet, der Reifen ist für 16 Zoll große Felgen geeignet. Blöd, was? Jetzt stellt sich nämlich die Frage „welche Reifen moderner Schreibweise eignen sich denn für meinen alten Landy?“ Die 7.5 Zoll werden in 190mm umgerechnet. Bei älteren Fahrzeugen ging man von einem 1:1 Verhältnis (also 100%) von Lauffläche zu Mantelhöhe aus. Daraus ergibt sich dann also ein 190/100R16 Reifen. Die meisten werden aber wohl heute eher einen 265/65R16 oder 235/85R16 Reifen bevorzugen.

Der Geschwindigkeitsindex

Wie schon beschrieben wird der Geschwindigkeitsindex durch Buchstaben gekennzeichnet. Dieser gibt die maximale Geschwindigkeit an, mit der dieser Reifentyp zehn Minuten ununterbrochen gedreht werden kann ohne sich selbst, das Auto, den Fahrer oder sonst etwas zu zerstören. Dabei werden Gummis mit Geschwindigkeitsindex H  mehr und mehr die heutzutage gebräuchlichsten Reifen.

Symbol maximale Geschwindigkeit Symbol maximale Geschwindigkeit
Km/h MPH Km/h MPH
L 120 75 S 180 113
M 130 81 T 190 118
N 140 87 U 200 125
P 150 95 H 210 130
Q 160 100 V 240 150
R 170 105 W 270 168
Y 300 186
Z 240+ 150+

Der Lastindex

Zum Schluss soll noch der Lastindex erwähnt werden. Die unten aufgeführten Lastindexnummern gelten für alle Geschwindigkeiten unterhalb 210km/h. Oberhalb dieser Geschwindigkeit nimmt die Fähigkeit, Last zu tragen bei Reifen ab. Dies zu errechnen ist aber für die tägliche Fahrpraxis nicht wirklich notwendig und darüber hinaus auch ein zu komplexes Thema für diesen Blog.



Toroleo – Der Autoteile-Preisvergleich

Der Lastindex wird für jeden Reifen einzeln angegeben. Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Fahrzeug mit 2000kg Gesamtgewicht (inklusive Passagiere und Gepäck) aus und verteilen dies auf vier Reifen zu je 500kg, addieren dann als guter Ingenieur noch einmal 10-20% zur Sicherheit hinzu, dann entspricht die resultierende Maximallast von 600kg dem Lastindex 90.

LI   kg
50  190
51  195
52  200
53  206
54  212
55  218
56  224
57  230
58  236
59  243
60  250
61  257
62  265
63  272
64  280
65  290
66  300
67  307
68  315
69  325
LI   kg
70  335
71  345
72  355
73  365
74  375
75  387
76  400
77  412
78  425
79  437
80  450
81  462
82  475
83  487
84  500
85  515
86  530
87  545
88  560
89  580
LI   kg
90  600
91  615
92  630
93  650
94  670
95  690
96  710
97  730
98  750
99  775
100  800
101  825
102  850
103  875
104  900
105  925
106  950
107  975
108  1000
109  1030
LI   kg
110  1060
111  1090
112  1120
113  1150
114  1180
115  1215
116  1250
117  1285
118  1320
119  1360
120  1400
121  1450
122  1500
123  1550
124  1600
125  1650
126  1700
127  1750
128  1800
129  1850
LI   kg
130  1900
131  1950
132  2000
133  2060
134  2120
135  2180
136  2240
137  2300
138  2360
139  2430
140  2500
141  2575
142  2650
143  2725
144  2800
145  2900
146  3000
147  3075
148  3150
149  3250
LI   kg
150  3350
151  3450
152  3550
153  3650
154  3750
155  3875
156  4000
157  4125
158  4250
159  4375
160  4500
161  4625
162  4750
163  4875
164  5000
165  5150
166  5300
167  5450
168  5600
169  5800

Das Ersatzrad?

Bei manchen Autos sind zwar alle vier montierten Räder neu, aber was ist mit dem Ersatzrad? Insbesondere bei älteren gefahrenen Fahrzeugen findet man gern noch Reifen aus den frühen 90ern (mit einem Dreieck) als fünftes Rad . Spätestens wenn man doch mal unerwartet einen Platten hat und sich dann auf das korrodierte und womöglich luftleere Teil im Kofferraum verlassen soll, ist man schlecht beraten.

Die richtigen Gummis auf die Felgen

Natürlich passt nicht jedes Pneu auf eine beliebige Felge. Und für bestimmte Felgen mit exotischen Maßen gibt es nur einen oder zwei Reifen-Hersteller. Das treibt die Preise für jeden einzelnen Reifen dann in ungeahnte Höhen. Wenn man sich auf das Massensegment beschränkt – das sind in Europa meist die Klein- und Mittelklassewagen mit 15 oder 16 Zoll Bereifung und 195er Breite – ist die Auswahl wesentlich größer und die Preise fallen. Hier habe ich zusammen getragen, welche Reifenbreite auf die jeweilge Felge passt. Freigaben der Hersteller sind dabei zu beachten, sonst kann es in seltenen Fällen sein, dass ein pingliger TÜV-Prüfer sein OK verweigert. Das ist allerdings unwahrscheinlich, denn kaum jemand blickt noch bei dem Angebot der unzähligen Felgen vollkommen durch.

Hinweise zu Bildquellen

  1. Reifen am TransAm, piqs.de, some rights reserved
  2. Jenson Interceptor, Sebastian Claus, wikipedia, some rights reserved

Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Umrechnungs-Tabelle für Oldtimer-Reifen



Toroleo – Der Autoteile-Preisvergleich

Die unten gezeigte Tabelle erlaubt die schnelle Umrechnung von alten Reifengrößen auf die heute gebräuchlichen Reifendimensionen.  Einige wenige Hersteller produzieren noch klassische Reifen und wenn dies technisch und finanziell möglich ist, sollte man diese auch verwenden. Trotzdem kann es ja sein, dass man den einen oder anderen speziellen Reifen nicht mehr im Handel erhält.

Eine ausführliche Erklärung, wie diese Werte zu verstehen und umzurechnen sind, gibt es in der Reifen Bibel – Kapitel Reifen für Oldtimer und Youngtimer und im Umrechnungskalkulator für Oldtimerreifen.

Alphanumerisch 60er Alphanumerisch 70er Alphanumerisch 78er Größe in Zoll vor 1965 Größe in Zoll 1965-72 Metrisch 80er Modern 60er Modern 70er Modern 80er
5.50-12, 5.60-12 165/60-12 165/70-12 155/80-12
Y78-12 6.00-12
W78-13 5.20-13 165/60-13 145/70-13 135/80-13
Y78-13 5.60-13 175/60-13 155/70-13 145/80-13
6.15-13 185/60-13 165/60-13 155/80-13
A60-13 A70-13 A78-13 5.90-13 600-13 165-13 195/60-13 175/70-13 165/80-13
B60-13 B70-13 B78-13 6.40-13 650-13 175-13 205/60-13 185/70-13 175/80-13
6.90-13
C60-13 C70-13 C78-13 7.00-13 215/60-13 195/70-13 185/80-13
D60-13 D70-13 D78-13 7.25-13 700-13 185-13 215/65-13 205/70-13 195/80-13
E60-13 E70-13 E78-13 7.75.13 195/80-13
5.20-14 165/60-14 145/70-14 135/80-14
5.60-14 175/60-14 155/70-14 145/80-14
5.90-14
A60-14 A70-14 A78-14 6.15-14 185/60-14 165/70-14 155/80-14
B70-14 B78-14 6.45-14 645-14 155-14 195/60-14 185/70-14 175/80-14
C70-14 C78-14 6.95-14 695-14 175-14 205/60-14 195/70-14 185/80-14
D60-14 D70-14 D78-14
E60-14 E70-14 E78-14 7.00-14 735-14 185-14 215/60-13 205/70-14 195/80-14
F60-14 F70-14 F78-14,
F83-14
7.50-14 775-14 195-14 225/60-14 215/70-14 205/80-14
G60-14 G70-14 G77-14,
G78-14
8.00-14 825-14 205-14 235/60-14 225/70-14 215/80-14
H60-14 H70-14 H78-14 8.50-14 855-14 215-14 245/60-14 235/70-14 225/80-14
J60-14 J70-14 J78-14 8.85-14 255/60-14 245/70-14 235/80-14
L60-14 L70-14 9.15-14 265/60-14 235/70-14
A70-15 A78-15 5.90-15 600-15 165-15 185/60-15 175/70-15 165/80-15
B60-15 B70-15 B78-15 6.35-15 195/60-15 185/70-15 175/80-15
C60-15 C70-15 C78-15 6.50-15 685-15 175-15 205/60-15 185/70-15 175/80-15
D70-15 D78-15
E60-15 E70-15 E78-15 7.00-15 735-15 185-15 215/60-15 205/70-15 195/80-15
F60-15 F70-15 F78-15 7.50-15 775-15 195-15 225/60-15 215/70-15 205/80-15
G60-15 G70-15 G78-15 8.00-15,
8.25-15
825-15 205-15 235/60-15 225/70-15 215/80-15
H60-15 H70-15 H78-15 8.50-15,
8.55-15
855-15 215-15 245/60-15 235/70-15 225/80-15
J60-15 J70-15 J78-15 8.85-15,
8.90-15
885-15 230-15 255/60-15 245/70-15 235/80-15
K70-15 9.00-15 265/60-15 245/70-15 230/80-15
L60-15 L70-15 L78-15,
L84-15
9.15-15 900-15 235-15 255/70-15 235/80-15
M70-15 M78-15 255/80-15
N78-15

Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.