MOT Fernabfrage

Der MOT Test (oder kurz nur MOT) ist in Großbritannien das Äquivalent zu unserer Hauptuntersuchung (oder kurz TÜV). Die Prüfung ist bisweilen nicht ganz so streng, muss aber auf der Insel einmal im Jahr durchgeführt werden. Wenn sich ein Kontinentaleuropäer jetzt für ein britisches Fahrzeug interessiert, kann man über diese Website (https://www.check-mot.service.gov.uk/) alle Prüfberichte zu dem Fahrzeug abrufen. Man benötigt nur das zugehörige Kennzeichen (z.B. SV51CSZ). Das kann ganz spannend sein, um alte Macken des Fahrzeugs zu entdecken oder auch um abzuschätzen, ob der angegebene Meilenstand (Odometer) plausibel erscheint. Datenschutz scheint auf der Insel irgendwie Mangelware…

Wer sich dann für einen Kauf entscheidet, findet hier viele weitere nützliche Hinweise.

Fallende Preise bei britischen Oldtimern

Die aktuelle Ausgabe (19. Juli 2017) der britschen Zeitschrift Classic Car Weekly thematisiert den Brexit, die zunehmende Unsicherheit im Königreich und allgemein fallende Preise bei hochpreisigen Oldtimern. Bei Versteigerungen eines Jensen Interceptor oder eines Jaguar E-Type Series III sind deutliche Rückgänge zu erkennen und für 2018 sagen die Experten weiter fallende Preise voraus.

Wohlgemerkt bezieht sich dies nur auf den Markt für klassische Automobile auf der Insel. Für den einen oder anderen könnte es also zukünftig interessant sein, im Herkunftsland nach britischen Oldtimern zu suchen. Wie man diese dann nach Deutschland bekommt, ist übrigens hier beschrieben.

Dazu kommt, dass mit fallendem Wert des Pfund gegenüber Euro insgesamt eine günstigere Einkaufssituation für Kontinentaleuropäer entstehen wird. Sollte der Kursverlauf sich weiterhin so entwickeln wie in den letzten zwei Jahren, werden wir noch vor Jahresende eine EUR-GBP Parität sehen.

Damit lägen die Preise für einen guten Jaguar E-Type bei 43.000 EUR, für einen Austin Healey 3000 MK III bei 46.000 EUR wohingegen sich die Preise bei Fahrzeugen unter der 30.000 Pfund Marke eher stabil bleiben sollen.

Kursverlauf Britisches Pfund – Euro (Sept. 2015 bis Juli 2017)

DeLorean DMC-12 Preisvergleich

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einen Artikel über den DeLorean veröffentlicht. Damals streute die Firma das Gerücht, einen DMC-12 mit Elektromotor zu bauen. Wie so häufig, blieb es bei dem Gerücht. Heute kann man bei DMC hauptsächlich Accessories wie Gepäcktaschen, Kappen und Kugelschreiber kaufen und nebenbei gibt es auch noch das eine oder andere Gebrauchtwagenangebot (pre-owned cars). Die Preise rangieren dabei aber deutlich höher als bei Hemmings. In den USA werden die heute 31 bis 33 jahre alten Autos je nach Zustand zwischen 11.000 und 30.000 US$ angeboten. Das bedeutet beim aktuellen Dollarkurs, man kann ab ca. 8000 € zuzüglich Zoll und Verschiffung Besitzer eines solchen Edelstahloldtimers werden. In Europa rangieren die Angebote zwischen 20.000 und 30.000€, da lohnt sich ein Import recht schnell.

Sorgen um Ersatzteile müssen sich die neuen Besitzer dann erst einmal nicht machen. Die Lager sind bekanntermaßen noch voll. Wer mehr zum DMC-12 erfahren will, klickt hier oder schaut ich eines der vielen Videos auf YouTube an. Es muss ja nicht immer Zurück in die Zukunft sein.

In Europa

Youngtimer und Oldtimer Links im September

Umfrage Youngtimer: Beliebter Stern

Jeep Grand Wagoneer: Die Wagenburg

Youngtimer / Oldtimer und ihre Spitznamen

Kennt ihr eigentlich noch “Der 7. Sinn”

Neue Richtlinie für H-Kennzeichen

Berichte und Sammelalbum klassischer Autos

Abkürzungen in englischen Autoanzeigen

Wer schon hierzulande Schwierigkeiten hat, sämtliche Abkürzungen in einer Autoanzeige eindeutig bestimmen zu können, wird auf der Suche nach englischen oder amerikanischen Klassikern in dem jeweiligen Ursprungsland schnell verzweifeln. Besonders in Printanzeigen, wo jede Zeile einzeln berechnet wird, werden gern Abkürzungen und Akronyme verwendet. Tipps für den Kauf und den Import hatte ich vor einiger Zeit hier schon einmal zusammen gefasst. Hier ist zudem auch eine Auflistung der gängigen Online-Autobörsen in UK zu finden. Und hier sind die Umrechnungstools in metrische Maßeinheiten zu finden, falls Gallons, Miles und Inches Fragezeichen aufwerfen.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Kauf von Gebrauchtwagen und speziell Oldtimern nicht besonders von dem Vorgehen in Deutschland.

Briten sind meist etwas höflicher oder auch weniger formal bei den Verhandlungen, wohingegen die britische Bürokratie es sehr gut mit der preußischen aufnehmen kann. Und dabei meine ich die ausgesprochene Liebe zu Formularen, zu komplexen Vorgängen und zu Laufzeiten zwischen den Amtsstuben gleichermaßen. Zum Zustand der Fahrzeuge macht man sich am besten persönlich ein Bild, denn hier entstehen gern Missverständnisse zwischen den Kulturen. Mir scheint aber, dass Autos auf der Insel insgesamt weniger gepflegt sind und man über kleine bis mittlere Mängel leichter hinweg schaut als bei uns. Pünktlichkeit und Gründlichkeit sind Begriffe, die nicht wirklich häufig im Alltagsleben der Briten eine übergeordnete Rolle spielen. Das merkt man eben auch bei den Gebrauchtwagen. Doch dies ist ein anderes Thema und es soll ein andermal behandelt werden.

Nachfolgend eine Auflistung der in englischsprachigen Anzeigentexten häufig vorkommenden Abkürzungen.

Die Begriffe POR und TLC hatte ich ja schon vor einiger Zeit genauer erklärt.

Abkürzung Bedeutung Übersetzung
PAS power assisted steering Servolenkung
e/m electric mirrors Außenspiegel elektrisch verstellbar
e/w electric windows automatische Fensterheber
c/l central locking Zentralverriegelung
MOT Minestry of Transport Test Straßenzulassung vergleichbar der Hauptuntersuchung (HU)
p/x parts exchange Inzahlungnahme eines anderen Fahrzeugs durch Händler
a/c air condition Klimaanlage
o.n.o or nearest offer Verhandlungsbasis
n/s non-smoker Nichtraucherfahrzeug
ATM at the moment Im Moment
PDC park distance control Automatische Einparkhilfe
AWD all wheel drive Allradantrieb

 

2 Londontaxis (SW)
 

2 London-Taxis. Bildquelle: piqs, erstellt von Comanch, some rights reserved

Wofür steht POR in Autoanzeigen?

Wenn in Auto-Anzeigen aus England oder USA der Begriff POR auftaucht, dann sieht das meist so aus:

 


69 Camaro All Steel Body, Harwood Fiberglass Hood, Brodix -3 Heads & Block, Afco Double adjustable shocks front & rear, 1150 Hardcore Dominator Carburetor. Mileage: 23101  Color: Hugger Orange.

Price: POR


 

 

 

 

Was will der Verkäufer uns damit sagen?

POR bedeutet in diesem Fall nicht purchase order request oder profit on return, sondern price on request. Das ist vergleichbar mit den in Deutschland gebräuchlichen Abkürzungen Preis VB oder VHS. Der Verkäufer möchte sich also nicht öffentlich auf einen Verkaufspreis festlegen oder er hat keine genaue Vorstellung und möchte erst einmal Angebote sammeln. Das kommt besonders häufig bei speziellen Umbauten oder Oldtimern vor, deren Wert nicht aus irgendwelchen Listen ablesbar ist. Für den Interessenten und potentiellen Käufer ist dabei natürlich schnell die Gefahr gegeben, den Preis zu hoch anzusetzen; das wird er dann merken, wenn der Verkäufer ohne Zögern und Nachverhandlung sofort einschlägt. Ich persönlich bevorzuge klare Aussagen zum Preis, so dass ich vor der Kontaktaufnahme weiß, ob sich eine weitere Anfahrt, Besichtigung und Verhandlung lohnt oder nicht.

 

(Bildquelle: Creative Commons, User Huggorm)

Was bedeutet TLC in Autoanzeigen?

Besonders in britischen und amerikanischen Anzeigetexten für ältere Fahrzeuge findet man mitunter die Formulierung „needs some TLC“. Das liest sich dann zum Beispiel so:


1974 Ford Gran Torino Coupe, $14,500

113,000 Miles, red colour, has a 351 Windsor gently modified. It has a rock solid transmission and rear end. Chrome wheels. The engine was professionally rebuilt a couple of years ago. Needs some TLC.

1974 Ford Gran Torino, www.flickr.com/photos/7969902@N07/1365076871/


 

TLC ist eine Abkürzung die ursprünglich aus dem medizinischen, psychotherapeutischen Fachgebiet stammt, inzwischen aber ebenso häufig in anderen Bereichen, besonders bei Classic Car Enthusiasten verwendet wird. Die ursprüngliche Bedeutung Tender Loving Care wurde als Diagnose und  therapeutische Maßnahme eingesetzt, wenn die medizinischen Maßnahmen ausgeschöpft waren und bedeutet letztlich so etwas wie Einfühlungsvermögen oder liebevolle Zuneigung.

Ein Youngtimer in need of  some TLC  ist meist ein Headturner (Blickfang) auf drei Meter Enternung, hat aber diverse kleine technische und/oder optische Macken, um die sich sein derzeitiger Eigentümer nun nicht mehr kümmern möchte. Inzwischen wird die Formulierung auch immer häufiger in der deutschsprachigen US-Car Scene verwendet. Sie drückt viel besser aus, dass man nicht ewig „mit kleinen Schönheitsfehlern“ am Auto leben sollte, sondern diese mit ein paar Handgriffen korrigiert.

Zulassung eines Importfahrzeugs als Oldtimer

Der Import eines Fahrzeugs aus England ist hier beschrieben. Nun folgt die Beschreibung des langen Wegs zur Zulassung.

Die benötigten Unterlagen und Dokumente

In Großbritannien wurde uns mit dem Auto auch ein halbes V5C Dokument übergeben. Die andere Hälfte hat der Verkäufer an das DLVA geschickt, um den Verkauf zu bestätigen. Da ich als Käufer meine vollständige Adresse in das Formblatt eingetragen hatte, kam nach etwa 6 Wochen auch die zweite Hälfte per Briefpost wieder zu mir zurück mit bestem Gruß des zuständigen Sachbearbeiters beim DLVA. Doch dies reicht allein noch nicht für eine Zulassung in Deutschland aus. Die Zeit konnte ich nutzen, um ein erforderliches Datenblatt zu besorgen. Für neuere Fahrzeuge ist dies ein COC, doch dieses gibt es nicht für Oldtimer. In wenigen Fälle soll es helfen, in User-Foren nach Fahrzeugbriefen des gleichen Typs zu Fragen. Die Vertragshändler bieten für Oldtimer eher weniger Unterstützung. Auf der ganz sicheren Seite ist, wer sich ein Datenblatt vom TÜV Süd anfordert, dies erleichtert dann die Vollabnahme. Der TÜV Süd hat eine umfassende Datenbank von Oldtimerdatenblättern zusammen gestellt und verschickt diese nach formloser Anfrage per Nachnahme.

 

Die Umbauten

Im Verlauf der benötigen Vollabnahme mit Oldtimergutachten (letzteres ist wichtig, um nicht nur eine Zulassung, sondern auch ein H-Kennzeichen zu erhalten) wird in jedem Fall auch eine HU durchgeführt. Wenn der Wagen also nicht vollkommen OK ist, kann man die Wartezeit damit verbringen, das Fahrzeug herzurichten. Im Fall eines Englandimports müssen schon mal die Scheinwerfer umgerüstet werden, damit diese nicht in den Gegenverkehr leuchten. Bei mir musste zudem auch noch eine Warnblinkanlage nachgerüstet werden, denn es war keine vorhanden. Darüber hinaus musste ich feststellen, dass mein Oldie zwar erst vor 2 Monaten in England neue MOT ohne Beanstandung erhalten hat, aber die Herren vom TÜV Rheinland sind weitaus weniger kulant als deren Kollegen auf der Insel. Daher musste auch noch die Bremsanlage, Radnaben, Achskugeln und ein Teil des Rahmens überarbeitet werden. Auch die prima Anhängerkupplung funktionerte zwar, hatte aber keine Nummer, mit der man eine Betriebserlaubnis bekommen hätte. Also wurde auch hier eine neue fällig.

 

Die Versicherung

Mit dem Datenblatt oder den Unterlagen der Vollabnahme sowie dem Oldtimergutachten geht man zur Versicherung und lässt sich dort bei Vertragsunterzeichnung die Versicherungsnummer für die Zulassung nennen. Die Versicherungen wollen einem immer auch eine Kasko andrehen, in meinem speziellen Fall halte ich das aber für unnötig und daher wird auch kein Wertguachten für den Oldtimer benötigt. Ich habe mich für die ADAC-ClassicCar-Versicherung entschieden, weil sie in meinem Fall am günstigsten erschien. In Abhängigkeit von Fahrzeugalter, -wert und sonstigem Versicherungspaket mag es andere Kombinationen geben, aber das kann ich ein andermal ausführlicher beschreiben.

 

Die Zulassungsbehörde

Wie schon weiter oben beschrieben, behandele ich hier als Beispiel die Zulassung eines selbst importierten Fahrzeugs als Oldtimer. Das bedeutet, man benötigt viiiieeel Zeit beim Amtsschimmel  (genau genommen waren es bei mir 5 Stunden verteilt auf zwei Tage) und viele Dokumente. Wer für sich selbst oder für die Komplettierung Fahrzeugunterlagen eine möglichst umfangreiche Dokumentensammlung anstrebt, sollte sich vor dem Weg zur Behörde Kopien erstellen, denn danach sind einige weg. Die bleiben im Amt. Dazu gehört zum Beispiel das Original der Zulassung aus dem Ausland, das Gutachten vom TÜV zur Erlangung der Betriebserlaubnis nach §21 StVZO sowie einzelne Gutachten zur Betriebserlaubnis, sofern diese im Fahrzeugschein eingetragen werden.
Sehr wichtig scheint auch das Vorhandensein eines Kaufvertrages in deutscher Sprache zu sein. Der Inhalt allerdings weniger. Es wurde bei mir nur festgestellt, dass der Verkäufer auch der Vorbesitzer war und ich der Käufer. Theoretisch hätte der Kaufvertrag auch gebrauchte Kodak-Farbfilme von 1987 zum Gegenstand machen können. Da mein Land Rover in England gekauft wurde, handelt es sich um einen EU-Import. Für Importe aus dem Nicht-EU-Ausland muss man noch die Zollbescheinigungen vorzeigen.
Selbstverständlich benötigt man darüber hinaus noch die Nachweise einer positiven HU (bei mir „ohne festgestellte Mängel“), Abgasprüfung (was prüft man bei einem Land Rover Diesel aus den 70ern? Ob da überhaupt etwas hinten raus kommt?), Oldtimerbegutachtung nach §23 StVZO und Versicherungsnachweis.

 

Das Nummernschild

Speziell Fahrzeuge aus dem Ausland haben oft Nummernschildhalterungen, die das Anbringen von normalen Kennzeichen schwer machen. Normal bedeutet in Köln übrigens ein vorgestelltes K, dann zwei Buchstaben gefolgt von einer vierstelligen Zahl plus H am Ende. Damit wird der Platz auf dem Schild ganz schön eng. Wer mit dem Auto nicht bei der Zulassungstelle persönlich vorfahren kann (und das wird der Normalfall sein, denn der Oldtimer ist ja eben noch nicht zugelassen), sollte den maximalen Platz vorher ausmessen und mit Foto dokumentieren. Noch besser ist ein entsprechendes Gutachten bezüglich der maximalen Kennzeichengröße vom TÜV. Sonst bekommt ihr trotz vehementer Hinweise und unterwürfigstem Bitten ein überdimensionales Kuchenblech als Nummernschild und dürft dann so wie ich noch einmal zur persönlichen Überprüfung durch den Diensstellenleiter vorfahren, um ein kleines und dann auch passendes Schild zu bekommen.

Wie importiere ich einen Oldtimer oder einen Gebrauchtwagen aus England?

Die wahrscheinlich kostengünstigste Variante ein Fahrzeug aus Großbritannien zu überführen, findet ohne Treuhänder und ohne Spedition statt. Fein raus ist, wer einen Hänger oder Transporter hat. Dann fährt man mit der Fähre rüber auf die Insel, lädt das Fahrzeug hinten drauf, fährt zurück mit der Fähre. Fertig!

Alle anderen wählen wahrscheinlich meinen Weg:

  1. Wer nicht erst in England die Zeitungen durchlesen oder von einem Fähnchenhändler zum nächsten fahren will, sucht sich etwas aus den Angeboten im Internet aus.
  2. Flug buchen. Die Zeit der grandios billigen Flüge scheint momentan vorbei zu sein. Ich jedenfalls habe kein Ticket ab Düsseldorf für 19,95 EUR mehr gefunden. In den 90ern wäre das kein Problem gewesen. Ein günstiger Flug nach London oder Manchester kostet momentan so viel wie eine reguläre Bahnfahrt von Köln nach München.
  3. Das Fahrzeug muss zum Zeitpunkt der Übernahme noch gültige tax (Straßenverkehrssteuer) und MOT (vergleichbar unserer HU) haben. Sonst ist’s schlecht. Beides als Ausländer ohne festen Wohnsitz mal eben auf der Insel zu besorgen, fällt ziemlich flach. Entweder der Verkäufer macht das vorher oder der Transport erfolgt eben doch auf dem Hänger.
  4. Der Verkäufer soll seine Zulassungspapiere Scannen, Faxen oder als Kopie an den Käufer versenden. Damit und mit der Mitgliedskarte und einem Personalausweis geht man dann zum ADAC in die nächste Geschäftsstelle. Dort und nur dort erhält man für 105 Euro eine Grenzversicherung. Diese ist notwendig, da in Großbritannien und Irland die Versicherung auf eine Person oder einen Fahrer abgeschlossen werden. Bei uns und in vielen anderen EU Staaten ist die KFZ-Haftpflichtversicherung aber auf das Fahrzeug bezogen. Ohne die Grenzversicherung führe man also auch ohne Versicherungsschutz. Das ist leichtsinnig und verboten und deshalb wird das Vorhandensein einer gültigen Versicherung auch noch in England kontrolliert. Ich habe von Fällen gehört, wo die Polizei oder Grenzkontrolle die Fahrzeuge wegen abgelaufener MOT oder fehlender Versicherung im Fährhafen sicher gestellt hat. Der neue Besitzer hat dann genau 14 Tage Zeit, seinen Fehler zu korrigieren oder die Karre wird versteigert. Kein Spaß! Mit Abschluss der Versicherung beim ADAC erhält man aber eine passende grüne Karte und alles ist gut.
  5. Ebenfalls beim ADAC gibt es auch Musterverträge für den Gebrauchtwagenkauf. Diesen kann man schon einmal im Voraus ausfüllen. Für den meist nicht deutsch sprechenden Verkäufer bietet der ADAC sogar eine 1:1 Übersetzung des Kaufvertrages in englischer Sprache an. Das Ausfüllen des Vertrages wird der englische Verkäufer vielleicht belächeln, wenn man ihm aber erklärt, dass dies die Zulassung in Deutschland erleichtert, hat er Verständnis.
  6. Im Gegenzug wird der Verkäufer die V5C Papiere nicht vollständig übergeben, sondern benötigt einen Teil zur Rückmeldung an die DLVA (das ist die Zulassungsbehörde in Großbritannien). Also nicht erschrecken, wenn er darin herumschreibt und dann einen Teil abreißt. Das muss so sein.
  7. Die Fahrt in England vom Flughafen zum Ort des Verkaufs erfolgt höchstwahrscheinlich mit dem Zug. Die rund 20 Bahnunternehmen auf der Insel sind übrigens als National Rail zusammengefasst und hier kann man sich über Verbindungen und Preise erkundigen. Einige kleinere Privatbahnen und Überlandbusse bedienen zusätzliche Strecken. Die Busse kosten etwa die Hälfte einer entsprechenden Zugfahrt ohne Frühbucherrabatt, sind aber meist noch langsamer unterwegs. Menschen über 60, Kinder und Behinderte erhalten auf einigen Fahrtstrecken Ermäßigungen.
  8. Die Rückfahrt erfolgt mit der Fähre. Die preisgünstigste und kürzeste Verbindung ist wohl Dover-Calais (kostet bei P&O unter 50EUR). Aber es existieren darüber hinaus noch etliche andere Verbindungen, die man nutzen kann, je nachdem wo man in England das Fahrzeug übernommen hat, zum Beispiel Hull-Rotterdam, Hull-Zeebrugge, Newcastle-Amsterdam oder Rosyth-Zeebrugge (mit DFDS).

Der nächste Beitrag erklärt das Vorgehen der Zulassung des importierten Fahrzeugs in Deutschland.