Oldtimer, Youngtimer und die Umweltzone

Wie ich schon im Beitrag zur Plakette geschrieben habe, wurden seit 2006 in Deutschland immer mehr sogenannte Umweltzonen geplant und ab 2008 auch entsprechend ausgewiesen. Der Sinn ist inzwischen ebenso umstritten wie deren Wirksamkeit. Dennoch traut sich keiner der Verantwortlichen, den Zauber wieder zu beenden. Im Gegenteil: Gemäß eines vor Jahren festgelegten Fahrplans werden in vielen Städten weitere Umweltzonen ausgewiesen oder die Regeln für bestehende verschärft.

Ich möchte jetzt aber nicht erneut das Für und Wider der Umweltzonen beleuchten. Das wird von anderen an anderer Stelle genug gemacht. Vielmehr soll die Frage beantwortet werden: Wie komme ich mit meinem Auto ohne Kat und Rußfilter dennoch völlig legal in eine Umweltzone? Denn mit denen bekommt man üblicherweise keine grüne Plakette und oft auch keine rote oder grüne mehr.

Möglichkeit 1:
Zulassung im Ausland oder als Diplomat, als Fahrzeug zur Beförderung von Behinderten oder im Auftrag der Bundeswehr. Diese sind nämlich von der Regelung ausgenommen.

Möglichkeit 2:
Oldtimer mit H-Kennzeichen sind von der Verordnung auszunehmen. Wer auf dieses spezielle Kennzeichen verzichtet, muss meistens draußen bleiben und zahlt zudem auch teure Steuer und Versicherung.

Möglichkeit 3:
Die Kraftfahrzeugsteuer wird durch Schadstoffklasse und Hubraum bestimmt. Aktuell sind es je angefangener 100 cm³ in der übelesten Schadstoffklasse für Ottomotoren 25,36 Euro. Besonders bei kleinen Motoren unter 750 cm³ lohnt sich also die Steuerermäßigung von pauschal 191,73 Euro für alle Autos mit H-Kennzeichen finanziell nicht.
Hier greift möglicherweise Lex-Isetta. Neben allen zweirädrigen und dreirädrigen Fahrzeugen (Motorräder, -roller, Morgan Threewheeler, Messerschmitt Kabinenroller, Heinkel, usw.) haben auch Autos mit einer Spurweite unter 461mm auf einer der beiden Achses freie Durchfahrt. Sie gelten nach EU Klassifizierung trotzdem als Dreirad. Gemessen wird dabei jeweils von und bis zur Reifenmitte. Auch Fahrzeuge unter 400 kg und mit höchstens 15kW Leistung können mit entsprechender Zulassung als L7e ohne H-Kennzeichen in die Umweltzone. Glück für die wenigen Goggomobil der ehemaligen Hans Glas GmbH. Die Umschreibung der Fahrzeugpapiere erfolgt nach einer vorherigen Einstufung durch den TÜV als Leichtfahrzeug.

Möglichkeit 4:
Für Anwohner in bestimmten Städten (zum Beispiel Berlin, Köln und München) können lokal begrenzte Ausnahmen vom Fahrverbot möglich sein. Voraussetzung ist, dass das Auto nicht mehr nachgerüstet werden kann und vor der Einführung der Umweltzone auf den Halter zugelassen war. Diese Regelung gilt auch dann, wenn der Halter neu in die Umweltzone zugezogen ist.

 

(Bildquelle: Wikipedia.de by Psychonaut)

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