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Youngtimer Garage: Für Fahrer und Schrauber von Fahrzeugen aus den 60er, 70er und 80er Jahren
Kombi, Station Wagon, Estate Car
Categories: Allgemein

Der nächste Artikel fällt eindeutig in die Rubrik unnützes Wissen: Im deutschen Sprachgebrauch reden wir meist von einem Kombi, was übrigens die Kurzform von Kombinationskraftwagen ist. Gemeint ist die Kombination aus PKW und LKW oder einem Auto zur Beförderung von Lasten und von Personen. Bevor Mutti das SUV für sich entdeckt hatte (weil sie von oben so schön den Verkehr sehen kann), suchten werdende Eltern meist nach einem Kombi und verkauften dann Papas Sportwagen, weil jetzt Platz für Pampers und Kinderwagen her musste. Schon viel früher hatten Handwerker die praktische Ladeklappe im Heck für sich entdeckt.

Vergleich der Karosseriebauformen Stufenheck, Kombi und Schrägheck am Beispiel Ford Focus. Quelle: Public Domain, en-Wikipedia

Weil Kombi die blechgewordene Spießerkarre schlechthin bezeichnet, haben sich die Hersteller eine Reihe phantasivoller Namen dafür einfallen lassen. Keiner will hingegen einen anderen Namen für Coupé im Programm haben – warum wohl? Variant (VW), Avant (Audi), Break (Citroen), Clubman (mini), Touring (BMW), Turnier (Ford) oder schlicht T-Modell (Mercedes) heißen die Bauweisen. Bei machen Baureihen wie zum Beispiel dem VW-Passat macht der Kombianteil über 70% der zugelassenen Fahrzeuge aus.

In Nordamerika und Australien spricht man von einem Station Wagon, in England hingegen von einem Estate Car oder etwas veraltet von einem Shooting Brake. Station Wagon leitet sich dabei von spezialisierten Fuhrunternehmern ab, die ein von Pferden gezogenes Gespann hatten, auf dem vorn Passagiere und hinten das Gepäck transportiert wurde. Damit fuhren sie zwischen Bahnhof (Station) und Hotel hin und her.

Als Youngtimer oder Oldtimer mit Potential zur Wertentwicklung sind Kombis gar nicht zu empfehlen. Alte Autos werden zumeist als Spaß- oder Luxusfahrzeuge bewegt und sollen auch ein wenig Prestige darstellen. Daher sind Coupé und Cabrio die Bauweisen mit der vergleichsweise höchsten Wertsteigerung. Auch wenn ein W123 T-Modell oder ein Wartburg-Tourist einigermaßen kultig sein mögen…

1 Kommentar to “Kombi, Station Wagon, Estate Car”

  1. Frank Naumann sagt:

    Hallo Oldifreaks,

    wie sollte man(n) einen „Kombi“ auch empfehlen, wenn es kaum welche auf dem hiesigen Markt gibt, zumindest was alte Ölsardinen aus der neuen Welt anbelangt. Wer also „auch“ auffallen möchte, in der direkten Gegenüberstellung stünden Pony und Co. ein ganzes Stück hintenan.

    Sicher, 2Doors und oben ohne sind gefragt, aber wer sich einen Oldtimer zulegt tut dies doch in den meisten Fällen nicht mit dem Blick auf die Wertsteigerung. Ich habe mir vor fast drei Jahren einen ’66er Pontiac Catalina Sation Wagon gekauft. zugegeben, Liebe auf den zweiten Blick, denn ein ’71er Riviera oder ein ’57 Buick Speazial standen ganz oben auf der Wunschliste. Aber es war April und damit Weihnachten weit weg und es musste ein Dicker für zwei Erwachsene und 5 Kinder her.

    Ich habe es trotz der aktuellen, nerv- und geldraubenden Restauration NICHT bereut. Neun Sitzplätze und für den Fall der Fälle großräumig Platz zum schlafen und Transporte – wer brauch schon eine Anfängerkupplung….
    Leugnen ist zwecklos, natürlich genießt man auch die Blicke der Anderen. Bemerkenswert, vor allem die Aufmerksamkeit älterer Damen ist enorm.
    Also, wer immer sich für einen alten „Kombi“ entscheidet, ein direkter Vergleich mit allen anderen Karosserieformen ist aus meiner Sicht nicht Mittel zum Zweck. Wie in vielen Dingen des Lebens, abgesehen von der unumstrittenen Zweckmäßigkeit eines Satation Wagons, anschauen, verlieben (oder auch nicht), kaufen (oder auch nicht)…

    Beste Grüße aus Dresden

    Frank
    .

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