Diebstahlschutz mit GPS Fencing unter 50 Euro

Schon in einem Beitrag vom Juni hatte ich auf die verschiedenen Möglichkeiten der Diebstahlsicherung für Youngtimer und Oldtimer hingewiesen. Am einfachsten zu Installieren sind dabei die immer populärer werdenden GPS Ortungssysteme. Man muss die Geräte nur unter den Sitz oder in die KFZ-Verbandbox legen oder meinetwegen auch wirklich gut verstecken – irgendein Platz findet sich schon. Ursprünglich für das Flottenmanagement der Speditionen entwickelt, haben sie ihren Weg nun in die Fahrzeugsicherheit gefunden. Neben Diebstahlschutz und Geotracking der Fahrtroute sind viele der meist zigarettenschachtelgroßen Geräte auch mit einer SOS-Funktion ausgestattet. Oldtimer.tv hat das Prinzip in einem Video gut dargestellt (klick auf’s Bild):

*Video:ps ortung & geofences präsentiert von oldtimer.tv

Sim Karte und GPS Tracker (Verpackungen)

Kartonverpackungen von GPS-Tracker und SIM-Karte

Ein unglaublich günstiges Angebot bietet nun das Versandhaus Pearl aus dem Schwarzwald. Sonst eher für Gadgets und Computertinnef bekannt, haben sie derzeit auch  für unter 50 Euro ein Geotracking/Geofencing Gerät im Angebot. Die Preise der anderen Anbieter liegen um ein Vielfaches darüber. Für weitere 5 Euro kann man gleich noch eine universelle USB an 12V Verbindung kaufen, damit hält die Akkulaufzeit des Senders dann so lange wie die Autobatterie. Ein Standard-220V Ladegerät für den Akku ist aber sowieso dabei.

Das kleine Gerät kommt in einer einfachen Pappbox daher. Es macht jetzt nicht den hochwertigsten Eindruck. Immerhin wird eine gelbe Gummi-Ummantelung mitgeliefert, die zwar nicht sonderlich schön ist, dafür aber stoßmindernd wirkt. Ausgepackt bleibt überraschend wenig übrig. Das gilt sowohl für das GPS-Gerät als auch für die separat zu erwerbende SIM-Karte. Um es so richtig billig zu machen, habe ich mir eine SIM-Karte mit Prepaid Vertrag vom Discounter Netto geholt. Das noch ein paar Cent billiger als bei Aldi.

Die Installation ist mit der Anleitung im Handbuch denkbar einfach. Vorausgesetzt man hat Feinmechanikerwerkzeug im Haus: Die kleine Box will mit vier winzigen Schrauben hinten geöffnet werden, um die SIM-Karte einzusetzen. Wenn dann der Mobilfunkvertrag aktiviert ist und der Akku erstmals aufgeladen ist, kann das GPS-Gerät initialisiert werden. Die Befehle werden dabei von einem anderen Mobiltelefon (idealerweise ein neueres Smartphone) an den GPS-Tracker per SMS gesendet und von diesem jeweils wieder mit einer SMS-Nachricht bestätigt. Für Uhrzeit setzen, Passwort ändern, Nummer festlegen gehen so schon mal 6 SMS-Einheiten weg (jeweils einmal senden und einmal bestätigen), ohne dass die eigentliche Funktionalität benutzt wurde.

Die wesentlichen Modi sind

  • einmalige Positionsabfrage
  • Positionstracking im Zeitintervall (n Minuten)
  • Geofencing (Alarm bei Verlassen der aktuellen Position im Radius von n Metern)

Die Antwort SMS auf eine Positionsabfrage enthält den Breiten- und Längengrad sowie einen Link zu Google-Maps. Mit einem gängigen Smartphone (Internetzugang muss aktiv sein) oder über Direkteingabe in ein Navigationsgerät kommt man so ganz schnell zum aktuellen Ort des GPS-Trackers und somit hoffentlich auch zum Auto.

Eine typische Antwort-SMS sieht dann z.B. so aus:

Position
Lat:N50°57'30.01"
Lon: E6°56'58.13"
Date 2011-11-01
Time 19:31:28
http://maps.google.de/maps?q=50.95800,6.94948

Ein Nachteil bei diesem doch recht kleinen Gerät ohne externe Antenne ist die mitunter schwache Verbindung zu den NAVSTAR Satelliten. Hier muss man etwas experimentieren, ob der Empfang aus dem Kofferraum auch tatsächlich funktioniert oder ein anderes Versteck gesucht werden muss. Auch Tiefgaragen können die Positionsbestimmung und den GSM-Empfang behindern.

Entgegen der Angabe des Herstellers oder auf den Produktseiten beim Pearl-Versand hält der Akku des Simvalley GT-170 nicht eine Woche, sondern nur etwa 5 Tage. Vielleicht ist das aber davon abhängig, wo und wie man den GPS-Tracker nutzt. Ich habe halt den einen oder anderen Test durchgeführt. Was auch nicht in der Anleitung erwähnt wurde, aber gar nicht so schlecht ist: Man erhält eine SMS mit der Nachricht, dass die Akkuleistung unter 20% gefallen ist, wenn man das Gerät nicht vorher aufgeladen hat.

Noch mehr Information zum Thema Satelliten-Überwachung beim Oldtimer allgemein gibt es auf den Seiten des ADAC nachzulesen.

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One Response to “Diebstahlschutz mit GPS Fencing unter 50 Euro”

  1. Oliver Grüneberg sagt:

    Inzwischen gibt es eine Version 2.0 dieses Trackers.

    Hier ist das Feinmeachnikerwerkzeug begelegt, so dass der Einbau des Akkus und der Simkarte kein Problem darstellt.

    Aus meiner Sicht sehr schade ist, dass die SMS, die der Tracker versendet die Größe von 2 SM hat, es werden also pro Positionsantwort 2 SMS verbraucht.

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