Den Schweller ausbeulen

Die Arbeiten am Audi 90 gehen voran. Leider hatte Blondie irgendwann in der Vergangenheit eine ganz hässliche Delle in den rechten Schweller gefahren. Keine Ahnung, wie ihr das passiert ist. Höchstwahrscheinlich war beim Ein- oder Ausparken ein Pöller zu niedrig um rechtzeitig erkannt zu werden und doch zu hoch um schadlos darüber hinweg zu fahren. Zum Glück hat es nicht auch noch den Kotflügel oder die Tür erwischt. In acht Bildern soll gezeigt werden, wie man diesen Eindruck beheben kann, ohne den Schweller ganz oder in Teilen zu ersetzen. Die dabei verwendeten Techniken umfassen Arbeiten mit dem Karosserie Spotter, Verzinnen, Spachteln (wenig) und Lackieren. Man kommt in den Schweller leider nicht ausreichend tief mit dem Karosseriehammer rein, sonst wäre das Ausbeulen ein leichteres Spiel.

Schweller vorher I

Das Übel vor Beginn der Arbeiten

Schweller vorher II

Noch einmal aus einer anderen Perspektive

Blank geschliffen

Mit dem Drahtbürstenkopf Lack und Grundierung bis auf blanke Blech entfernen

Spotter I

Mit dem Spotter werden Kupferstifte angesetzt. Dies ist nur ein exemplarisches Bild. Tatsächlich muss dieser Arbeitsschritt vielfach wiederholt werden, weil sich sonst eine kleine Kraterlandschaft bildet. Ich habe knapp über 30 Stifte verwendet.

Spotter II

Die Kupferstifte werden dann fixiert und mit dem Gleithammer herausgezogen. Mit dem Stift zieht sich dann auch die Delle aus dem Blech. Dabei immer von außen nach innen arbeiten. Entweder löst sich der Stift nach ein paar Schlägen von allein oder man kann ihn mit wenig Kraft abdrehen. Nicht zu weit herausziehen, sonst muss man die entstandene Beule wieder reindengeln.

Potter III

Weil die Stifte die Kraft des Gleithammers nur punktuell auf’s Blech übertragen, kommen nun noch der Wellendraht und die Kralle zum Einsatz. Damit ist es möglich, eine recht ebene Fläche zu ziehen.

Verzinnen

Die Spotterei hinterlässt ein paar Narben auf dem Blech, die aber mit dem Winkelschleifer korrigiert werden können. Trotzdem ist die Fläche jetzt immer noch nicht völlig glatt. Das liegt auch daran, dass das Blech vom Schweller recht stark ist; dünnere Bleche sind besser mit dem Spotter zu bearbeiten. Daher wird nun noch die korrigierte Fläche verzinnt. Das ist hier nicht ganz einfach, denn am Schweller muss man im Überhang verzinnen. Mit anderen Worten: Da fällt möglicherweise auch mal etwas heißes Zinn auf den Boden. Wer vorher eine saubere und glatte Unterlage auslegt, kann das erkaltete Zinn wieder einsammeln und später wieder verwenden.

Abschluss am Schweller

Nach dem Verzinnen und Bearbeiten mit der Karosseriefeile sieht das schon ganz passabel aus. Danach eine Schicht Zinkspray, denn die gesamte Karosserie von Audi ist ab Werk vollverzinkt und soll es auch an dieser Stelle bleiben. Letzte Riefen vom Feilen werden mit Feinspachtel ausgeglichen. Anschließend kommt Grundierung, Filler und schwarze Farbe drauf. Fertig ist die Arbeit.

Teilweise werden die oben erwähnten Arbeitsschritte auch noch einmal in diesem Kurzvideo von Oldtimer.tv in bewegten Bildern gezeigt.

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