Wo sind 30 Jahre Fahrzeugentwicklung geblieben?

Ich habe die Daten eines der meistverkauften Modelle in der Kompaktklasse mit einem heute populären Konkurrenzprodukt verglichen. Gut, der MINI verbraucht etwas weniger und hat eine geringfügig höhere Maximalgeschwindigkeit, aber das hätte man beim Golf vor 30 Jahren mit Super Benzin und entsprechend optimierter Verbrennung auch schon hinbekommen. Der Motor des Golf war auf Normalbenzin ausgelegt – auch wenn es das heute nicht mehr gibt.

Enormer Vorteil eines modernen Autos ist natürlich der erheblich verbesserte Bremsweg dank vier ausreichend griffiger Scheibenbremsen, über den Rest (ABS, ASR, ESP, Luftsäcke, Klimaanlage, pipapo, …) kann man streiten. Der MINI Countryman ist übrigens kein englisches oder bayrisches Fahrzeug. Er wird in Graz bei Magna Steyr produziert. Aber das ist wieder für die Rubrik unnützes Wissen.

Golf 1 Mini Countryman One
Motor 1,5l – 4 Zylinder 1,6l – 4 Zylinder
Kraftstoff Normalbenzin (91 ROZ) Super bleifrei (98 ROZ)
Verbrauch 9l/100km 7,6l/100km
Vmax 164 km/h 168 km/h
Innengräusch (100 km/h) 74 dB (A) 68 dB (A)
Wendekreis 10,5m 11,4m
Bremsweg  (100-0 km/h) 51m 36m
Beschleunigung (0-100 km/h) 12,1s 13,9s
Elastizität (80-120 km/h) 8,9s 17,9s
Gewicht 900kg 1265kg
Neupreis (Basisvariante) 7.995 DM 20.300 €
Gebrauchtpreis mit 100.000km 300-2000€ (von 1983) 14.000-16.000€ (von 2010)

Quellen: Herstellerangaben, Autobild, Rainer Günzler, mobile.de

Felgen lackieren

Zugegeben, diese Leichtmetallfelgen (Typ: Web Spoke) stammen nicht von einem der üblicherweise hier behandelten Youngtimer-Fahrzeuge, sondern von einem modernen Mini Clubman (R55). Grundsätzlich ist aber die Arbeitsweise beim Felgenausbessern die gleiche – egal ob neues oder altes Auto. Eine typische Krankheit bei den Minifelgen und vielen ähnlichen ist ein wurmartiges Gebilde, dass sich nach einiger Zeit unter dem Klarlack am Felgenrand entlang zieht. Es handelt sich um Ausblühungen des Aluminiums, nachdem irgendwo Wasser und Luft und eventuell auch ein wenig Salz und Straßendreck unter den Klarlack gekrochen ist. Gerne wird sowas mit der Zeit dann auch schon mal unansehlich schwarz und fleckig. Mechanisch hat das keinen Einfluss. Man kann auch die hässlichen Felgen weiter benutzen. In den nachfolgenden Bildern möchte ich die Ausbesserung zeigen, die sich nur auf den äußeren Felgenrand bezieht.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

Hier sieht man die Felge vor den wesentlichen Arbeiten. Sie wurde grundgereinigt und ringsum einmal abgeklebt. Am oberen Felgenrand sind die Ausblühungen recht gut zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und...

Noch einen passenden Deckel draufgeklebt und…

 

 

...auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

…auch den Rest einschlagen. Das Abkleben muss sorgfältig geschehen und dauert vergleichweise lange, ohne dass etwas Wesentliches passiert.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Erster Ausbesserungsvorgang: Abschleifen! Zuerst mit grobem, dann mit 600er Schleifpapier nass wird der schadhafte Felgenkranz bearbeitet.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass Anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Zweiter Vorgang: Nach dem Abschleifen gründlich reinigen. Hier ist egal ob mit Verdünner oder mit Silikonentferner. Dann werden Haftgrund und Filler aufgetragen. Anschließend sehr fein nass anschleifen und eventuell noch einmal mit Filler nachbessern.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, der Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden. Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Dritter Arbeitsschritt: Vor der Lackierung wird die Oberfläche wieder gründlich gereinigt. Diesmal mit Silikonentferner, da Verdünner die beiden anderen Schichten ablösen würde. Ich verwende hier einen Metalliclack auf Wasserbasis. Dieser muss in drei Schichten aufgtragen werden: Eine Grundierung, nach 3-4 Minuten Trocknung kommt die Deckschicht und nach 5 bis 10 Minuten noch ein Finishgang. Letzterer kann bei Nicht-Metallicfarben auch weggelassen werden.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Lack auf Wasserbasis muss nach dem Auftragen und vor dem Überzug mit Klarlack bei 60°C getrocknet werden. Hierfür gibt es IR-Lacktrockner. Wer mit Spraydose und Acryllack arbeitet, hat nicht so schöne Ergebnisse, ist dafür jetzt schon fertig. Nach dem Trocknen und Aushärten (1-24 Stunden) erfolgt ein Überzug mit Klarlack, da der Basislack stumpf und wenig widerstandsfähig ist.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, ...) zu vermeiden.

Auch die Aushärtungszeit des Klarlacks kann man mit dem Lacktrockner erheblich beschleunigen. Anschließend mit 1200er Schleifpapier und wenig Druck noch einmal nass nachschleifen und eventuell in Teilen fein polieren. Vorsicht: Bis zur völligen Aushärtung des Lacks können Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit ist mechanische Beanspruchung (Reifen aufziehen, Waschanlage, …) zu vermeiden.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je Felge.

Hier noch eine Detailaufnahme. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Der Arbeitsaufwand beträgt etwa 2 Stunden je Felge ohne Wartezeit zwischen den Arbeitsgängen. Die Kosten liegen insgesamt für vier Felgen bei rund 10 Euro für Grundierung mit Filler, 25 Euro für den Basislack in 871 Mini Dark Silver Metallic und 12 Euro für 2K Klarlack. Benötigtes Werkzeug: Klebeband, Reiniger und Tücher, Silikonentferner, Einschlagpapier, Kompressor, Spritzpistole, Lacksieb, Messbecher oder Waage, Infrarotlacktrockner. Eine entsprechende Aufbereitung beim Felgendoktor kostet zwischen 90 und 120 Euro je einzelner Felge.