Garantie beim Gebrauchtwagenkauf

Garantie – Sachmängelhaftung – Privatverkauf – Verkauf durch Händler – 1 Jahr – 2 Jahre

Eine Klärung der häufigsten Irrtümer

Garantie und Sachmängelhaftung

Nur die Sachmängelhaftung oder Gewährleistung schreibt der Gesetzgeber vor, eine Garantie hingegen ist eine freiwillige Leistung mit erweiterten Leistungen. Der Verkäufer sichert mit einer Gewährleistung zu, dass ein Produkt zwei Jahre mängelfrei ist oder er die Reparaturkosten übernimmt. In den ersten sechs Monaten gilt die Umkehr der Beweispflicht: Der Verkäufer muss beweisen, dass ein bestimmter Fehler beim Verkauf noch nicht bestand. Nach Ablauf der sechs Monate muss dies der Käufer nachweisen. Bei allen gebrauchten Dingen kann die Dauer der Sachmängelhaftung auf ein Jahr verkürzt werden. Wenn ein Fahrzeug noch in der Gewährleistung des Herstellers steht (zum Beispiel bei Jahreswagen), verschiebt sich die Haftungspflicht anteilig auf diesen. Die Sachmängelhaftung sieht eine kostenlose Nachbesserung durch den Händler beim Auftreten von Fahrzeugmängeln vor. Verbrauchsmaterial und Verschleißgegenstände (Öl, Reifen, Bremsen, Wischerblätter, …) sind von der Sachmängelhaftung und von der Garantie ausgenommen. Manchmal sind auch bestimmte Baugruppen ausgenommen oder es wird bei Reparaturen eine Selbstbeteiligung fällig. Es ist zulässig, die Garantieansprüche an bestimmte Bedingungen (zum Beispiel regelmäßige Wartung in einem bestimmten Betrieb) zu knüpfen. Letzteres ist besonders clever, da sich der Händler auf diese Weise die Kosten für die Garantie vom Käufer nach ein paar Monaten wieder zurück holt und gleichzeitig hat der Kunde das Gefühl, vollkommen umsorgt zu sein.

 

„Ich kaufe nur beim Händler, denn nur der gibt Garantie“

Bereits seit 2002 sind gewerbliche Autohändler in Deutschland verpflichtet, Mängel am Fahrzeug kostenlos nachzubessern. Hier greift die gesetzliche Sachmängelhaftung (siehe oben).

Vorsicht Privatverkäufer: Wer kein Händler ist, kann/muss im Kaufvertrag die Sachmängelhaftung explizit ausschließen. Fehlt eine entspreche Vereinbarung, hat der Käufer sehr gute Karten und kann 2 Jahre lang die Beseitigung von nach dem Kauf aufgetretenen Mängeln verlangen. Der Kauf unter Haftungsauschluss von Privatpersonen birgt ein höheres Risiko, daher sind die Preise hier meist auch niedriger. Ausgenommen von dem Haftungsauschluss sind vom Verkäufer bewusst verschwiegene Mängel oder Manipulationen. Darüber hinaus kann man aber auch als Privatperson die Haftung für Sachmängel übernehmen oder sogar freiwillig eine private Gebrauchtwagengarantie anbieten. Ein solches Angebot stellt zum Beispiel die German Assistance zur Verfügung. Auf deren Seiten kann man sich auch gleich online über die individuellen Kosten informieren; für einen 9 Jahre alten Mittelklassewagen mit 150.000km zahlt man rund 100€ für 6 Monate. Wenn zum Beispiel ein potentieller Käufer den Preis mit dem Argument „Du bist kein Händler“ um glatte 1000 Euro drücken möchte, könnte der private Verkäufer schnell mit der Garantie kontern.

Wie schon oben erwähnt, sind gewerbliche Händler verpflichtet, die Sachmängelhaftung zu übernehmen. Einige bieten darüber hinaus auch eine Garantie an. Um die Kosten und Risiken hierfür kalkulierbar zu halten, arbeiten die meisten mit Versicherungen zusammen. Solche Angebote sind nur für gewerbliche Fahrzeuganbieter mit einem größeren Umsatz möglich und reichen von einfachen Grundtarifen bis zur werbewirksamen 1000 Tage oder freiwilligen 5 Jahresgarantie. Den Händler kostet eine solche Garantie je nach Umfang 150 bis 250 Euro, die er natürlich auf den Kaufpreis aufschlägt.

 

Verkauf ohne Garantie geht auch

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Defektes beim Gebrauchtwagen. Das würde die Versicherungen unattraktiv teuer machen. Mir ist kein Anbieter bekannt, der einen Reparaturkostenschutz für 15 Jahre oder ältere Autos anbietet. Youngtimer und Oldtimer werden daher auch von gewerblichen Händlern üblicherweise unter Ausschluss der Garantie angeboten. Bei perfekter Restaurierung und sonstiger Arbeiten kann sich der Verkäufer noch überlegen, die Sachmängelhaftung selbst zu übernehmen. Ansonsten wird ein altes Auto in brauchbarem Zustand auch gern als Ersatzteilträger, Basterauto oder nur für Exportzwecke deklariert. Damit kann sich der Händler nämlich um die gesetzlichen Vorgaben drücken. Unseriös finde ich die Masche, dass ein Händler angeblich nur als Vermittler zwischen zwei Privatpersonen auftritt. Insbesondere wenn der Wagen zuvor auf den Internetseiten des Händlers ohne den Hinweis „Verkauf im Auftrag von Privat“ angeboten wurde, in dessen Verkaufsräumen besichtigt wurde und der Kaufvertrag beim Händler ohne Anwesenheit des angeblichen Privatverkäufers vom Händler unterschrieben wird, liegt Betrug vor. Dann hat Händler ein Vermittlungsgeschäft nur vorgetäuscht um die Gewährleistung zu umgehen. Es wird aber schwierig zu beweisen sein, ob sich zum Zeitpunkt des Verkaufes die Ware auch im Eigentum des Händlers befand.

 

 

 

Schrauberplätze für 2013 gesucht?

Achtung! Dieser Beitrag ist veraltet. Bitte nutze diesen hier für weitere Einträge.

 

Das Jahr 2012 geht zuende und damit hat auch irgendwie der alte Beitrag „Schrauberplätze gesucht“ ausgedient.

Ich mache an dieser Stelle konsequenterweise einen neuen auf.

Bitte hinterlasst einen Kommentar und beschreibt in Kurzform:

  • Was sucht ihr (Quadratmeter, Gegend, maximaler Preis)
  • Was habt ihr (ein Auto, zwei Roller, fünf Hühner, …)
  • Was bietet ihr (habe Schweißgerät, zwei linke Hände, Kompressor, …)
  • Sonstiges (Schlaghosen und grelle Nylonpullunder bevorzugt, US-Car Fetischist, …)
  • Kontaktemail, Homepage, etc.

Ich kann Euch auf Wunsch organisatorisch bei der Suche begleiten, aber zusammenfinden müsst Ihr Euch selbst.

Letzte Woche gab es ein Treffen mit einigen Interessierten in einer Gaststätte Weidenpesch. Ich konnte ein paar sinnvolle Hinweise geben und die Leute haben sich dann auf eine 90qm Halle in Köln-Niehl konzentriert. Ich gehe mal davon aus, dass diese Plätze jetzt auch alle belegt sind. Nichtsdestotrotz geht die Suche für viele von Euch weiter.

Mein Tipp: Für einen guten Schrauberplatz benötigt Ihr ca. 20qm pro Fahrzeug. Wer nur parken will, findet meist kleinere und günstigere Angebote in einer Tiefgarage. Wasser, Strom, Licht, Heizung sollten vorhanden sein und zu hohe Luftfeuchtigkeit schadet nicht nur den alten Autos sondern auch dem Werkzeug. Siehe auch diesen Beitrag von 2011.

Mal sehen, was kommt. Ich werde 2013 vielleicht häufiger über andere Stellplätze und Oldtimerselbstschrauber im Raum Köln berichten.

 

Kühlerwechsel beim Seat Leon (Teil 2)

Dies ist der zweite Teil, der Beschreibung zum Vorgehen beim Kühlerwechsel des Seat Leon 1.9 TDI. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Demontage der Frontschürze und ist auch für den vorn baugleichen Seat Toledo verwendbar. Ab hier kümmere ich mich nur noch um den Kühler an sich. Damit ist diese Anleitung auch noch für VW Golf und Audi A3 gleicher Bauart zu benutzen.

Im Grunde ist das Vorgehen ab hier recht einfach und in unter einer Stunde durchführbar. Spätestens jetzt, besser schon vor Demontage der Frontschürze ist das Kühlwasser abzulassen. Dazu ist der Ausgleichsbehälter oben zu öffnen und unten am Kühler auf der Fahrerseite der Auslass zu öffnen.

Danach den Kühler der Klimaanlage und ein wenig Kunststoffverkleidung vorn vom Wasserkühler lösen und hinten den Doppelventilator abnehmen. Hierzu sind drei Steckverbindungen der Elektrik auseinanderzuziehen und die Kühlwasserzu- und abläufe zu lösen. Danach kann man den Ventilator nach oben herausheben.

Diese drei Stecker sind zu lösen, bevor der Kühlerlüfter herausgenommen wird. Beim Abziehen der Kühlwasserschläuche ist mir gut erkennbar Restwasser über die Kabel gelaufen. In diesem Fall nicht besonders schlimm, aber auch nicht elegant. Man sollte ein Trockentuch bereit halten.

Der Kühler selbst ist nun nur noch mit fünf Schrauben (zwei an jeder Seite und eine unterhalb) befestigt und kann abgenommen werden, sobald diese gelöst sind. Insgesamt habe ich – vergleiche Teil 1 und Teil 2 – sehr viele Schrauben, Muttern und Klemmen gelöst. Ich stecke diese üblicherweise in Pappe und kann sie dabei gleich sinnvoll beschriften. Das erleichtert den Zusammenbau ungemein.

Die Menge aller Schrauben, die bisher entfernt wurden. Einige sind so verrostet, dass ich sie durch neue ersetzen werde.

Der Einbau des Erstzteils erfolgt in umgekehrter Reihenfolge der Demontage. Zuvor muss noch der Temperatursensor vom alten in den neuen Kühler transplantiert werden. Wenn alle Teile wieder zusammengesetzt sind, nicht vergessen, das Kühlwasser gemäß Herstellerspezifikation neu einzufüllen. Fertig!

Hier noch eine Ansicht des ausgebauten alten Kühlers. Man kann sehr gut die korrodierten Undichtigkeiten am Rand erkennen. Rot markiert der Temperatursensor, der vom alten in das Ersatzteil umgesetzt wird.

 

Kühlerwechsel beim Seat Leon (Teil 1)

Im Rahmen der zuletzt durchgeführten Inspektion (Link hier) beim Seat musste ich leider auch feststellen, dass der Wasserkühler nicht mehr dicht ist. Irgendwo auf der rechten Seite kommt Wasser raus. Ärgerlich zwar, aber um genau soetwas rechtzeitig festzustellen, ist eine gründliche Inspektion auch da.

Der Wechsel des Kühlers ist nicht besonders schwierig, aber man muss dafür die gesamte Frontschürze mit Beleuchtung und den Schlossträger lösen. Und besonders die Frontschürze hat es in sich! Vier bis fünf Stunden kann man allein für die Demontagearbeiten (und eventuell Reinigungsarbeiten an Stellen wo man sonst nicht so schnell hinkommt) einrechnen. Und das auch nur unter Voraussetzung, dass Schrauber weiß, wo die versteckten Schrauben sitzen.

Unter den frei und kostenlos verfügbaren Schrauberanleitungen ist die im Seat Forum (Link zum Download hier) mit Abstand die beste. Sie behandelt aber nur die Stoßstange oder Frontschürze. Ich rate beim Nachmachen dringend, diese Anleitung zu Verwenden. Und weil darin immer noch nicht alles erklärt wird, ergänze ich noch ein paar Hinweise in Bildern.

Die Befestigungen am Schlossträger sind nur kleine Kunststoffsplinte. Wenn man genau hinsieht, kann man feststellen, dass sie seitlich am Kopf jeweils eine Einkerbung haben. Mit einem passenden, feinen Schraubendreher kann man sie damit sehr einfach anheben. Danach den Rest mit einer Zange vorsichtig senkrecht herausziehen. Das ist unkompliziert, aber ich befürchte bei diesen Kunststoffteilen immer, dass sie irgendwo gegengesichert sind und abbrechen können.

 

Zwischen Nebelscheinwerfer (sofern vorhanden) und unterem Kühlergrill ist diese Abschleppklappe. Sie ist nur gesteckt und kann mit einem Kunststoffhebel vorsichtig ringsum gelöst und so herausgehebelt werden. Dahinter sind Schrauben. Wie und wo diese zu lösen sind, steht in der Anleitung aus dem Seat Leon Forum.

 

Schon ziemlich fies versteckt sind zwei Schrauben (eine rechts, eine links), die unter den Gummischutzleisten des Stoßfängers verborgen sind. Die Leiste ist mit einem Kunststoffhebel vorsichtig von hinten nach vorn zu lösen. Sie muss aber nicht ganz entfernt werden.

 

Aber die mit Abstand gemeinste und versteckteste Befestigung der Frontschürze finden wir hier mit rotem Pfeil markiert. Man muss die Kunststoffverkleidung des Innenkotflügels entfernen, um von dort nach vorn zu sehen. Dies ist die rechte Seite mit dem Ladeluftkühler unten im Bild.
Ich wollte nur noch einmal zeigen, wo diese Schrauben sind. Der Rest ist in der schon mehrfach erwähnten Anleitung bestens erklärt.

 

Mit diesen ergänzenden Hinweisen sollte jetzt fast jeder in der Lage sein, die Frontschürze zu entfernen und den Kühler zu befreien. Ich sage bewusst fast jeder, denn diese Arbeit dauert doch erheblich länger als erwartet. Dafür kann man hierbei durch Selbstschrauben auch am meisten sparen, denn die Ersatzteile sind vergleichsweise günstig – die Lohnkosten machen den Wechsel in einer Werkstatt teuer. Neben Standardwerkzeug werden benötigt: Torx T25, T27, T30 und Schraubenschlüssel oder Stecknüsse der Größen 8, 10 und 13.

Nackig sieht der Leon dann so aus. Jetzt können die Teile mit dem Straßenschmutz der vergangenen Jahre erst einmal gründlich gereinigt werden. Und wie es weitergeht, steht im nächsten Beitrag.