Neues von den anderen Schraubern und Schreibern

Was machen eigentlich die anderen Schrauber und Blogger so? In der Abteilung Links und Lesenswertes habe ich bereits zusammengetragen, was ich regelmäßig verfolge. Daran hat sich nicht viel geändert. Bis auf — Fanfare und Tusch — den Motorschrauber. Seit 2007 schon dabei, das Design des Blogs auch schon etwas angestaubt, hat er 2009 eine Schaffenspause eingelegt. Und so habe ich gar nicht mitbekommen, dass hier seit Mai 2012 wieder neue Postings veröffentlich werden. Unbedingt lesenswert. Hier hatte ich bereits schon einmal auf die damals noch pausierende Existenz hingewiesen.

Im Youngtimer Blog geht es weit weniger um’s Schrauben als um alte Autos unterhalb der Oldtimerschwelle und das zugehörige Lebensgefühl. Es gibt Youngtimergeschichten und Youngtimermarken und „es [ist] eine Bauchsache, welches Auto die verschwunden genug erscheint. Das ganze soll ja auch irgendwie Spaß machen, oder?“

Dann habe ich noch Adrians Motorblog gefunden. Adrian schraubt an allem und wenn es etwas ausgefallenes ist, dann schreibt er auch darüber. Die meisten Beiträge in seinem Blog mit dem Rad ab behandeln den Bond Bug und einen Reliant Rialto.

Bei Autos von Gestern bin ich noch unschlüssig, was ich davon halten soll. In jedem Fall wird hier über alte Autos geschrieben. Bilder gibt es auch genug. Aber dennoch ist zu mir der Funke noch nicht übergesprungen.

Der Youngtimer Blog – was schon wieder? der war doch da oben schon. nein, es ist ein anderer, der sich auch so nennt. – ist erst seit Kurzem dabei. Keine Bilder dafür „Lockere Texte über alte Autos für alle Freunde der stilvollen Fortbewegung auf vier Rädern.“ Naja, ist vielleicht ein bischen hoch gegriffen. Es werden in unregelmäßigem Abstand jüngere Autos von damals vorgestellt.

Junge Klassiker – der Name könnte aus einem alten Mercedesregal für W123 Ersatzteile stammen. Die Autoren behaupten, die Domain schon zu Zeiten zu betreiben, als noch nicht jeder Hansel von Youngtimer gesprochen und geschrieben hat. Den Rest erklären sie am besten selbst (hier).

 

 

Wartungsarbeiten am Seat Leon 1M (Teil 2)

Bevor es los geht, muss der Dieselmotor auf Temperatur gebracht werden. Wenigstens warm sollte er sein.

Zu den wichtigsten aber gleichzeitig wohl auch aufwändigsten und schmutzigsten Arbeiten beim regelmäßigen Service gehört zweifelsohne der Ölwechsel. Wer mit dem Wechsel der Luftfilter schon Probleme hatte, sollte hier aufhören. Zumal Mr. Wash, ATU und ähnliche den Ölwechsel schon wirklich sehr günstig anbieten. Wer es selber macht, spart maximal 20 Euro im Vergleich zur Discountwerkstatt.

Fangen wir an: Wir benötigen beim Seat Leon 1M 1.9 TDI und allen vergleichbaren Dieselmotoren aus dem Volkswagenkonzern einen Torxschraubendreher, einen 19er Schlüssel, eine Hebebühne oder Grube, eine 10er Stecknuss, frisches Öl (5W40 für Turbodiesel genügt), einen Auffangbehälter, saugfähige Tücher oder alte Lappen und auch einen neuen Ölfilter. Aber nicht nur wir, auch der Motor muss zuvor warm werden. Bei normaler Außentemperatur reichen hierfür ca. 5km Wegstrecke.

Wie bei den meisten moderneren Fahrzeugen ist der Motor verschämt hinter einer Kunststoffabdeckung zu finden. Nein, bei mir ist es auch nicht so sauber. Um ehrlich zu sein, habe ich dieses Foto ganz zum Schluss gemacht und dann war das meiste schon gereinigt. Die Schrauben sind an den rot gekennzeichneten Stellen zu lösen, der orangene Peilstab ist abzuziehen und dann kann man die Abdeckung nach oben wegziehen.

 

Nur die wenigsten Autofahrer kennen tatsächlich ihren Motor. Das ist er! Und wirklich schön ist er auch nicht. In den nächsten 30 Minuten interessieren uns der Peilstab (1), der Ölfilter (2) sowie der Einlass (3).

 

Die Abdeckung vom Ölfiltergehäuse soll mit 20Nm angezogen werden. Meist sitzt sie dennoch recht fest. Besser ist es, ein Spezialwerkzeug zum Lösen von Ölfiltern zu verwenden. Die Abdeckung ist aber aus Kunststoff und nicht aus Metall. Daher rate ich dazu, einen dünnen Lappen darüber zu legen, damit das Material nicht verkratzt. Beim Abziehen der Kartusche kann es immer noch ein wenig tropfen. Deshalb großzügig alte Zeitung und saugfähige Tücher bereit halten. Vorsicht – das Öl ist heiß!

 

Die Profis müssen schnell und kostengünstig arbeiten, daher werden sie jetzt das Altöl über den Schacht vom Peilstab absaugen. Über das Für und Wider kann man lange diskutieren. Ich arbeite Oldschool und lasse das Öl unten aus der Ölwanne ab. Dazu muss die Unterbodenverkleidung mit einem Torxschraubendreher an neun Stellen gelöst und heruntergenommen werden.

 

Mit einem 19er Schlüssel ist der Auslass – im Bild rot markiert – an der Ölwanne zu lösen…

 

…und dann läuft auch schon das alte Öl wieder raus in die Auffangschale (könnte immer noch recht heiß sein). Das kann jetzt eine kleine Weile dauern. Die Schraube wird dann wieder mit 50Nm angezogen, anschließend die Unterbodenverkleidung wieder befestigt und dann kann der Wagen auch schon wieder auf der Hebebühne runter gelassen werden.

 

Bevor der neue Ölfilter eingesetzt wird, sind die beiden mitgelieferten Dichtungen (eine große und eine kleine) an der Halterung zu erneuern. Das Altöl und auch der alte Filter sind fachgerecht zu entsorgen. Üblicherweise ist der Verkäufer der Neuteile auch zur Rücknahme der verschmutzten Altteile und Rückstände verpflichtet.

 

Fast zum Schluss der angenehmste Teil dieser Arbeiten: Das Einfüllen des neuen Schmierstoffs. Ich fülle erst 3,5 Liter ein und messe dann mit dem Peilstab, ob 2/3 Optimum erreicht sind oder gieße vorsichtig nach. Dann kann auch die Motorabdeckung wieder montiert werden. Der Motor wird zum ersten mal nach dem Wechsel für eine Minute ohne Last gestartet. Dann noch einmal Ölstand messen und eventuell nachfüllen. Zu wenig Öl schadet dem Motor, zu viel dem Katalysator und dem Rußpartikelfilter.

Wer jetzt ganz genau arbeiten will, füllt nach einen Zettel zum Ölwechselservice aus und hängt ihn vor den Luftfilterkasten. Solche Zettel gibt es gegen Geld bei ebay oder hier umsonst zum Download und selbst Ausdrucken. Wenn auch alle anderen Arbeiten des Serviceintervalls erfolgreich abgeschlossen sind, sollte per OBD der Zähler zur nächsten Inspektion zurückgesetzt werden (Erklärung hier). Weiterführende Hinweise zum Thema Motoröl sind in hier in der Bibel übersetzt.

 

Wartungsarbeiten am Seat Leon 1M (Teil 1)

Zu den einfacheren technischen Arbeiten, die bei der regelmäßigen Fahrzeugwartung beim Seat Leon anfallen, gehört das Wechseln der Filter. Hier am Beispiel des Leon 1M 1.9 TDI. Das beschriebene Vorgehen gilt aber auch in ganz leicht abgewandelter Form für alle fast baugleichen Fahrzeuge mit diesem Motor aus dem Volkswagenkonzern (Audi A3, Golf, Seat Toledo).

Fangen wir an mit dem Innenraumfilter oder auch Pollenfilter. Um diesen zu wechseln, müssen die zwei Kunststoffschrauben – hier mit rotem Pfeil markiert – gelöst und die Abdeckung vorsichtig herausgehoben werden.

 

Dahinter verbirgt sich dieses Bild. Dieser schmale Kunststoffabweiser – wieder mit Pfeil markiert – muss zuerst gelöst und dann der Pollenfilter samt Halterungsrahmen herausgehoben werden. Die Teile sind typischerweise etwas verhakt, aber das ist nicht weiter schwierig. Anschließend ist die Ecke zu reinigen (saugen, mal den Staub feucht weg wischen, bei Bedarf außerdem Desinfektionsspray einsetzen).

 

Hier sieht man noch einmal den Rahmen mit dem herausgelösten alten Filter links und dem noch verpackten neuen Filter rechts. Der neue Filter kommt nun wieder in den Halterahmen und dann erfolgt der Einbau in Umgekehrter Reihenfolge.

 

Als nächstes soll auch der Motor wieder frische Luft atmen können. Der Luftfilterkasten (rot markiert) ist auf der anderen Seite des Motorraumes angebracht. Direkt hinter dem Batteriekasten. Im Gegensatz zum Luftfilterwechsel beim Audi90 ist das hier aber ein Witz.

Diese beiden Schrauben sind zu lösen der Stecker ist abzuziehen. Hierfür muss mit einem kleinen Schaubenzieher eine kleine Verriegelung angehoben werden. Danach kann man den Kasten leicht zur Seite wegheben.

 

So sieht es dann darunter aus. „Ist doch gar nicht so schlimm“ mag der eine oder andere denken…

 

… aber das war ja auch die gefilterte Seite. Darunter muss mal durchgesaugt werden und bei der Gelegenheit kann man auch das nähere Umfeld mit Kaltreiniger oder einem feuchten Lappen vom Dreck des letzten Jahres befreien.

 

Hier noch einmal der Vergleich von altem und neuem Luftfilter. Auch bei diesem Wechsel erfolgt der Einbau in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau. Nicht vergessen, zum Schluß den Stecker wieder zu verbinden! Fertig.

 

Den Serviceintervall zur Inspektion zurücksetzen bei Audi, VW, Seat, Skoda

Fahrzeuge ab Baujahr 2001 haben ein OBD2 (steht für On-Board-Diagnose) verbaut. Oldtimer- und Youngtimerfahrer werden bereits jetzt angewidert den Kopf wegdrehen, denn dieser Artikel ist nicht für sie bestimmt. Deren Autos nerven auch nicht ständigem „Service fällig“ im Display. Mit den geeigneten Lesegeräten (im Handel schon für unter 30 EUR erhältlich) kann auch Ottonormal-Laie die Fehlercodes aus seinem Fahrzeug auslesen.

Für Fahrzeuge aus dem Volkswagenkonzern (Audi, VW, Seat, Skoda, …) empfiehlt sich die Verwendung von VAG.com oder in Deutsch auch VCDS von Rosstech. Dieses beherrscht alle gängigen Fahrzeugtypen des Konzerns und erlaubt unter anderem das Rückstellen des Serviceintervalls. Es existiert eine kostenlose und eine umfangreichere, kostenpflichtige Version des Programms. Ich weiß nicht genau, ob die nachfolgenden Vorgehensweisen in der kostenfreien Version möglich sind.

Zuerst wird der Laptop mit dem CAN-BUS verbunden. Im Fahrzeughandbuch müsste stehen, wo im PKW der Stecker versteckt ist. Wenn die Verbindung steht, wählt man Funktion 17 (Instruments oder Kombiinstrument):

 

Im Untermenü wählt man dann Funktion 10 (Adaption oder Anpassung) an…

… und landet dann bei den Editiermöglichkeiten. Darin wählt man zuerst (hier mit 1 gekennzeichnet) die Kanalnummer 2. Bei fälligem Service ist wie hier im Beispiel 2 der Wert 1 abgelegt. Diesen Wert kann man überschreiben (Eingabefeld „New Value“ 3) mit dem Wert 0, was kein Service fällig bedeutet. Der Wert muss nun noch gespeichert werden (Button 4).

Die verbrauchten Tage bis zur nächsten Inspektion sind hiermit automatisch auf Null gesetzt. Üblicherweise ist dies ein Wert zwischen 0 und 365, da spätestens nach einem Jahr ein neuer Service fällig sein sollte. Auch die Kilometer bis zum Service werden gezählt und sind standardmäßig auf 15.000 eingestellt. Wer diese Werte ändern möchte, kann dies analog zu dem Vorgehen oben machen.

  • Kanal 40 – km seit letztem Service in 100
  • Kanal 41 – Tage seit letztem Service
  • Kanal 42 – km bis Serviceintervall in 1000 (Standard = 15) 
  • Kanal 44 – Tage bis Serviceintervall (Standard = 365)

Neue Symbole auf neuen Reifen – das Energielabel

Bereits im November 2009 wurde die EU Verordnung Nr. 1222/2009 über Energielabel für Reifen erlassen  und dann noch einmal durch die Verordnung Nr. 228/2011 geändert. Laaaangweilig?

Ja, mag sein. Aber Schrauber sollte schon wissen, wo die lustigen neuen Bildchen herkommen, die dem Käufer jetzt auf jedem neuen Reifen gezeigt werden. Details kann man dann hier und hier nachlesen. Das neue Reifenlabel ist ab dem 01. November 2012 beim Verkauf von neuen Reifen innerhalb der EU-Grenzen vorgeschrieben. Ausnahmen von der Regel bestehen für bestimmte Gelände-Reifen, runderneuerte Reifen, Noträder, Rennpneus sowie Reifen, die bis maximal 80 km/h zugelassen sind.

Die neuen Symbole erinnern an das, was wir schon beim Kauf von Kühlschränken oder Waschmaschinen aus dem Elektromarkt kennen:

Eine kleine blaue Zapfsäule steht für den Energierverbrauch, daneben die Buchstaben A bis G. Wobei A geringster Energieverbrauch und G schlechtester Energieverbrauch bedeutet. Wenn es irgendwann keine Zapfsäulen mehr gibt, müssen die Designer sich was anderes einfallen lassen.

Rechts daneben der gleiche hellblaue Reifen nun aber mit einer Regenwolke soll uns die Haftung bei Nässe anzeigen. Auch hier die gleiche Einstufung von A bis G. Ganz unten die Angabe zur Geräuschentwicklung beim Abrollen in Dezibel. Leider hat der Normalverbraucher keine Ahnung, was nun viel oder wenig dB sind. Aber je geringer die Zahl, desto leiser ist der Reifen. Außerdem sind noch die Schallwellen schwarz oder weiß dargestellt. Eine Welle ist für leise Reifen weit unter dem zukünftigen gesetzlichen Limt, 2 Wellen bedeuten 0-3 dB unter dem gesetzlichen Limit, 3 Wellen sind auf Reifen zu finden, die recht bald die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr erfüllen.

EU Reifen Label

Bildquelle: Europäische Kommission – Energieeffizienz