Arbeiten am Jaguar Teil 3

Langsam arbeite ich mich ums Heck weiter nach vorne. Der XJ12 hat immer noch an allen Stellen, die für Jaguar-Rostfraß bekannt sind, seine Schwachpunkte. Die Stoßstange habe ich inzwischen abgenommen, was nicht so leicht und zerstörungsfrei ging wie gehofft. Viele Schrauben und Gewinde sind dermaßen vergammelt, dass auch Rostlöser-Exzesse nicht geholfen haben. Nachdem ich die dritte von vier Verbindungen durch Überdrehen und Abbrechen gelöst hatte, kam kurzerhand die Flex zu Einsatz. Die Teile sind eh nicht zu retten.

Die Abschlußbleche vom Kotflügel gibt es bei Limora für rund 90 Euro neu. Sie werden ersetzt. Schwieriger ist die Entscheidung bei dem Reparaturblech des Kofferraumbodens. Das soll knapp 400 Euro kosten. Das ist mir etwas zu heftig, nur um ein paar Qudratzentimeter Rost zu ersetzen. Ich werde das benötigte Stück demnächst selbst anpassen und einsetzen.

Gelb markiert der Gammel, den Streusalz und mangelnde Pflege anrichten. Natürlich erheblich verstärkt durch meine Nachforschungen mit dem Schraubenzieher. Schließlich wollte ich wissen, wie schlimm es ist. Ergebnis: Radlauf und Abschlussbleche müssen ersetzt werden.

Für die Kofferraummulde benötigt man keine gelben Kreise, um den Rostbefall zu entdecken. Einer der Vorbesitzer muss klebrige Pampe auf die Stellen geschmiert und hässlich überlackiert haben. Darunter konnte der Rost weiter sein Unwesen treiben. Bei meinen Untersuchungen des Unterbodens durchstieß ich den Knäckebrotbrösel ein paar mal und wunderte mich, warum die Jaguarkonstrukteure hinter das Bodenblech ein großes Stück Gummi eingesetzt hatten…

…das war natürlich Quatsch, aber unter dem Auto denkt es sich nicht so schnell:
Tatsächlich stocherte ich bereits munter im Reserverad herum, das an dieser Stelle die Aussicht auf die Fahrbahn genoss. Man kann die Stelle retten, ohne den gesamten Kofferraumboden ersetzen zu müssen. Allerdings werde ich zum Schweißen und Verzinnen die Leitungen vom Ausgleichsschlauch zwischen den beiden Benzintanks entfernen müssen.

 

 

Youngtimer und Oldtimer Links im Juli 2012

Die Links zu Beiträgen anderer in diesem Monat enthalten mehr Hinweise auf Fahrzeuge mit prominentem Vorbesitzer. Vielleicht liegt das daran, dass im Sommer das Geld für alte Autos besonders locker sitzt.

40 Jahre Mercedes W116

Der Cadillac von Al Capone

Limousine oder Coupé

Mercedes 500 SEC von Fürst Rainier v. Monaco

W124 Cocoon

Aufgemotzte Rostlauben

Diese Modelle werden Klassiker (so ein Quatsch)

Als gestern noch morgen war

Abarth – Und der Vogel fliegt

 

 

Luftfilterwechsel beim Audi90

Bei vielen Fahrzeugen und insbesondere Youngtimern ist der Luftfilterwechsel herzlich einfach: In der Mitte über dem Motor tront der runde Kasten, man löst eine Flügelmutter in der Mitte, öffnet den Deckel, alten Filter raus, neuen Filter rein, fertig! Alles in allem ein Sache von unter zwei Minuten.

Nicht so beim Audi90, hier ist das Tourette-Syndrom des Schraubers fast vorprogrammiert. Weil ich die Anleitungen in diversen Foren für nicht ganz selbsterkärend halte und weil man ohne lange Suche den Luftfilter vielleicht gar nicht findet, habe ich meine Erklärungen unten durch hoffentlich aussagekräftige Bilder ergänzt.

Benötigt werden ein Einweg-Luftfilter für 10-20 Euro je nach Hersteller und Verkäufer. Man könnte jetzt auch gleich einen auswaschbaren Sportluftfilter einwechseln, aber das ist ein anderes Thema und das sollte jeder für sich entscheiden. Ein flacher Schraubendreher und ein Kreuzschlitzschraubendreher sowie eine Lampe sind auch noch erforderlich.  Haube auf!

Audi90 geöffnete Haube - Luftfilterwechsel

Den Luftfilterkasten suchen wir im Motorraum auf der rechten Fahrzeugseite. Ich habe in dem Foto mit orangenen Pfeilen markiert, wo die Arbeit beginnt.

Teil zwei - Audi Luftfilterwechsel

Hier kann man genauer sehen, wo zwei Kreuzschlitzschrauben gelöst werden müssen. Außerdem ist eine Gummihalterung eines Schlauchstücks zu lösen. Zwei Kunststoffklemmen sind zu entriegeln und der Gummischlauch ist mit der Hand abzuziehen. Dann kann man die schwarze Plastikverkleidung hinter dem Scheinwerfer nach oben ziehen.

 

Teil 3 - Luftfilterwechsel

Auf der Pappe habe ich für das Foto noch einmal die beiden ausgebauten Teile aus dem vorherigen Schritt abgelegt. Nun sind an dem Gummiteil der Gemischaufbereitung zwei Schlauchschellen zu lösen (siehe orangene Pfeilmarkierung im Bild). Anschließend das Gummiteil abziehen und so weit wie möglich wegbiegen. Es muss nicht völlig entfernt werden, das wäre zu viel Arbeit.

Luftfilterwechsel Teil 4

So sollte das jetzt aussehen. An den Filter kommen wir so aber immer noch nicht. Wir haben nur mehr Platz zum Arbeiten gewonnen.

Teil 5 Luftfilterwechsel Audi90

Jetzt kommt man gut an fünf oder sechs Metallklemmen, die den Luftfilterkasten ringsum verschließen. Zwei davon habe ich auf dem Foto orange eingekreist. Die anderen sind aus dieser Perspektive nicht erkennbar. Die Klemmen müssen ringsum gelöst werden. Das geht am besten mit einem Schraubenzieher, mit dem man die Aussparung in der Mitte der Klemme wegdrückt. Man kann es auch mit der Hand versuchen und wird dann ganz sicher etwas Haut vom Handrücken im Motor lasssen. Wer’s mag…
Nun kann man die ganze Einheit mit der Gemischaufbereitung anheben und nach schräg oben wegdrücken. Das Teil ist einigermaßen flexibel. Mit der anderen Hand lässt sich der alte Filter herausnehmen und der neue einsetzen. Einzelne Teile könnte man jetzt auch ganz gut reinigen oder abwischen.

Der alte Luftfilter vom Audi90

Das ist der alte Luftfilter gefüllt mit Staub, Siff und Schmodder. Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Dabei wird man feststellen, dass die frickeligen Metallklemmen plötzlich ganz einfach schließen, die Schlauchschellen und das Gummiteil jedoch größere Probleme bereiten. Aber mit etwas Druck an der richtigen Stelle passt das alles ganz prima zusammen. Fertig!