Was bedeutet „restauriert“?

In Anzeigen für Oldtimerfahrzeuge liest man oft „teilrestaurierter Zustand“ oder „umfangreich restauriert“ oder ähnliches. Was bedeutet diese Aussage für den Käufer? Zum einen kann er davon ausgehen, dass das Fahrzeug nicht mehr ganz im originalen Zustand ist. Zum anderen ist eine Restaurierung aber in jedem Fall mehr als einmal waschen, polieren und grundlegende Fahrtüchtigkeit herstellen. Eine Gewährleistung oder Garantie ist mit diesem Begriff aber nicht gegeben. Die Teilrestaurierung kann auf die Karosserie und/oder Innenraum bezogen sein oder wesentliche Teile des Fahrwerks und/oder Motors mit einschließen. Gerade der Begriff „teilrestauriert“ ist aus juristischer Sicht zu vage, da meist nicht eindeutig ist, zu wieviel Prozent die Restaurierung erfolgt ist – auch eine 5% Restaurierung ist damit zum Teil erfolgt. In jedem Fall ist aber eine qualitativ hochwertige Ausführung der Arbeit zu erwarten, sonst handelt es sich nicht um eine Restaurierung. Je konkreter die Angaben zu den erfolgten Arbeiten sind, desto besser stehen die Chancen, falls es nach dem Kauf zu Beanstandungen kommt.

Die Bezeichnung eines Oldtimer-Fahrzeugs als „restauriert“ stellt die Zusicherung einer Eigenschaft dar. Der Käufer darf davon ausgehen, daß eine grundlegende, sorgfältige und fachmännisch ausgeführte vollständige Befreiung von Rost und ein Schutz vor baldigem erneuten Rostbefall erfolgt ist.
Ein Oldtimer-Fahrzeug kann nicht an den Maßstäben gemessen werden, die an ein durchschnittliches Gebrauchsfahrzeug zu stellen sind, wo ein dem normalen Alterungsprozeß entsprechender Rostbefall als typische Abnutzungserscheinung angesehen wird. Dieser Sachmangel wird nicht vom vertraglichen Gewährleistungsausschluß erfaßt, weil sich dieser nur auf äußerlich erkennbare Mängel bezieht.

OLG Köln vom 26.05.1997
AZ 7 U 185/96

Bei einer „detailgetreuen Restaurierung“ darf man davon ausgehen, dass sämtliche Teile des Fahrzeugs in einer dem Originalzustand entsprechenden Qualität durchgeführt wurden. Üblicherweise wird das Fahrzeug dabei vollständig zerlegt und bis in die letzte Schraube wieder aufgebaut. Gerade bei älteren Fahrzeugen mit schlechter Ersatzteillage muss man dabei aber auf Teile aus Reproduktion setzen. Bei einem Gutachter wird man ohne dokumentierten Nachweis einer Totalzerlegung niemals die Zustandsnote „eins“ erhalten.

Die Kosten für eine vollständige und detailgetreue Restaurierung stehen immer erst nach Abschluss aller Arbeiten fest. Wer sich schon vor Beginn der Restaurierung auf Pauschalpreise einer Werkstatt oder einen Kostenvoranschlag für alle erforderlichen Arbeiten einlässt, hat meist irgendwann mit Qualitätsmängeln zu kämpfen oder der Kostenvoranschlag hat bereits alle Risiken eingeschlossen. Damit hat die Restaurierung dann aber wirtschaftlich auch meist keinen Sinn mehr.

Umrechnung von Angaben auf Oldtimerreifen

Hurra. Ein wunderbarer Tag für eine Ausfahrt im Bentley! Nur fährt dieser Bentley von 1955 auf 7.6×15 Reifen. Was sind 7.6×15? Nun, für ältere Fahrzeuge ist es üblich, die Reifendimensionen nach dem Imperial Maßsystem (mit Fuß und Zoll) anzugeben. Beide Maßangaben sind in Zoll (oder auch Inch). In dem Beispiel vom Bentley also ein 7,6 Zoll Reifen für eine 15 Zoll Felge. Hierbei fehlt aber noch die Angabe des Reifenquerschnitts.  Der Querschnitt wurde Ende der 60er verringert, um bessere Seitenführungskraft – also bessere Fahrstabilität in Kurven – zu erreichen. Davor wurde für Radialreifen kein Querschnittsverhältnis angegeben und daher war die erste Zahl gleichzeitig die Höhe wie auch die Breite (= Lauffläche). Nach Umrechnung auf moderne Maßangaben entspricht dies aber eher einem  195/80R15 Reifen. Der Rechner für Maßeinheiten unten geht immer von einem Höhe zu Breite Verhältnis von 80% aus. Außerdem habe ich hier noch eine Tabelle mit Umrechnung der gängigsten Reifengrößen veröffentlicht.

Imperial Reifengröße:

x





Die berechnete metrische Reifengröße ist:
/80 R


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Wozu vorgeformte Reparaturbleche?

Erste Einschränkung: Hier sehen wir einen Experten bei der Arbeit. Die wenigsten Hobbyschrauber sind in der Lage, diese Arbeit so sauber durchzführen. Das hat weniger damit zu tun, dass den meisten von uns die benötigten Werkzeuge und Maschinen fehlen. Vielmehr macht gerade beim Spenglern Übung den Meister.

Zweite Einschränkung: Die hergestellten Kotflügel sind für einen echten Oldtimer. In diesem Fall für einen Lagonda aus dem Jahr 1934. Bei Youngtimern sind die Formen komplexer und man muss vielleicht doch auf gebrauchte Teile vom Schrotti oder Formteile aus dem Zubehör zurückgreifen.

Trotzdem ist es schön, dem Mann bei der Arbeit zuzuschauen. Und man sieht, dass mal wieder besonders die Feinarbeit die meiste Arbeitszeit frisst.

Teil 1 (ein Kotflügel entsteht aus 0.8mm Blech):

Teil 2 (Falze, Verstärkungen, Halter und Schlussarbeiten):

Die Bremsen Bibel (Teil 3)

Bremsleitungen

Ganz offensichtlich dürfen sich bei dem bestehenden Druck im Bremssystem die Bremsleitungen nicht ausdehnen oder deformieren. Würde dies passieren, hätte man weniger Bremsdruck und damit Bremsverlust. Bremsleitungen aus Metall stellen hier kein Problem dar, aber an bestimmten Stellen benötigt man konstruktionsbedingt flexiblere Leitungen. Bremsschläuche kommen in zwei verschiedenen Ausführungen daher:

1.   Gummischläuche

Das ist jetzt kein ernst gemeinter Vorschlag, aber wer sich mal unter sein Auto robbt und einen der Bremsschläuche durchtrennt, wird einige Dinge bemerken: Zuerst wie überraschend schnell die Bremsflüssigkeit heraus schießt, Deine Kleidung beschmutzt und buchstäblich die Farbe von Deinem Auto vor Dir wegfrisst. Zweitens – und  wesentlich wichtiger – der Bremsschlauch besteht eigentlich aus drei Teilen. Die innere Auskleidung ist korrosions- sowie bremsflüssigkeitsresistent (üblicherweise PTEE/Teflon® oder ähnliches Material) und soll einzig und allein die Bremsflüssigkeit nicht raus lassen. Darum ist ein kleines Stahlnetz gewebt. Dieses sorgt dafür, dass der Bremsschlauch seine Stabilität erhält und sich nicht verformt oder ausbaucht.  Darum wiederum liegt eine etwas dickere Gummischicht als Ummantelung, die das Stahlnetz wasserdicht abschützt. Diese drei Lagen sorgen zusammen für Beständigkeit bei Druck, Flexibilität beim Einbau und Haltbarkeit im Einsatz.

2.   Stahlflex-Bremsschläuche

Stahlflexschläuche sind geringfügig anders aufgebaut. Sie bestehen nur aus zwei Bauteilen: Der innere Schlauch aus einer PTEE Verbindung, in dem die Bremsflüssigkeit läuft und die äußere Ummantelung aus dichtem Stahlgewebe, das in bestimmtem Umfang eine flexible Biegung erlaubt, gleichzeitig aber keine Verformung von innen zulässt. Tatsächlich ist deren Verformung unter Druck sogar wesentlich geringer als bei den Gummibremsschläuchen, weshalb auch im Zubehörhandel eine ganze Reihe dieser Produkte vertrieben werden. Außerdem lässt sich der Bremsdruck wesentlich direkter dosieren und gibt auch bei alten Fahrzeugen ein recht modernes Bremsgefühl. Auf der anderen Seite sind die Stahlflexbremsschläuche so gnadenlos beständig, dass sie sich ohne weiteres durch Metalllegierungen arbeiten können, wenn sie zu eng anliegen und sich daran reiben können. Aus diesem Grund fassen einige Hersteller ihre Stahlflexbremsleitungen in einer dünnen und durchsichtigen dritten Schutzhülle ein und verhindern damit schädliches Anstoßen und Durchscheuern.

Bremsflüssigkeit

Wie schon mehrfach angemerkt last sich Bremsflüssigkeit nicht komprimieren. Allerdings kann es vorkommen, dass Du den Fuß bis in die Ölwanne durchdrückst und immer noch keinen Bremswiderstand verspürst. Das kann genau dann passieren, wenn die Bremsflüssigkeit nicht mehr ganz “gesund” ist.

Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, das bedeutet, sie zieht Wasser an und bindet dieses. Das ist auch der Grund, warum Bremsflüssigkeit in versiegelten Behältern daher kommt und Du den verrückten Typen aus dem dritten Stock getrost nach Hause schicken kannst, wenn er Dir 15 Liter beste Bremsflüssigkeit aus einer Zeit kurz vor dem Mauerfall als Geschenk anbietet.

Typische DOT 4 Bremsflüssigkeit (die Sache mit dem DOT wird später noch genauer erklärt) kocht bei ca. 230°C. Wasser kocht bei 100°C. Wenn die Bremsen nun durch Benutzung heiß werden, kann der Siedepunkt mit unsauberer Bremsflüssigkeit früher eintreten. Wasser zum Beispiel würde zu Dampf und damit komprimierbarem Gas werden. Dieses Gas nimmt dann den gesamten Bremsdruck vom Bremspedal auf, anstatt ihn an die Bremse weiter zu geben und Du hältst mit dem Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig an.

Damit es aber noch ein wenig komplizierter wird, sei darauf hingewiesen, dass der Siedepunkt einer Flüssigkeit mit dem Druck steigt. In dem Moment, wenn Du auf die Bremse steigst, kann so der Siedepunkt von Bremsflüssigkeit auf 260°C ansteigen und der von Wasser auf rund 120°C. Man könnte jetzt glauben, die sei großartig, weil man jetzt mit der Flüssigkeit auch bei höheren Temperaturen bremsen kann. Das stimmt, bis Du wieder den Fuß von der Bremse nimmst und der Druck auf normal herunter geht. Dies führt sofort zu kochender Flüssigkeit. Die Symptome sind schwierig vorhersagbar. Es kann sein, dass die Bremsen ein- bis zweimal funktionieren und beim dritten Versuch gar nicht mehr.

D.O.T – Angaben

Alle Bremsflüssigkeiten haben eine DOT-Angabe. Das Handbuch zu Deinem Fahrzeug sollte eine Aussage dazu erlauben, welche Bremsflüssigkeit verwendet werden muss. Die DOT Angaben setzen einen Minimumstandard, den die Flüssigkeit einhalten muss, um dieser jeweiligen Spezifikation zu entsprechen und weshalb sie in dem jeweiligen Bremssystem funktioniert. Die meisten Hersteller liefern aber Produkte aus, die weit leistungsfähiger sind, als für den Standard notwendig wäre. Die nachfolgende Tabelle zeigt unterschiedliche DOT Ratings.

Siedepunkt

DOT 3 DOT 4 DOT 5

(Silikonbasis)

DOT 5.1

(Glykolbasis)

Frisch 205°C 230°C 260°C 260°C
Gebraucht 140°C 155°C 180°C 180°C

Die Angabe “frisch” zum Siedepunkt in der Tabelle oben bezieht sich auf Flüssigkeit, die direkt und unbenutzt (ohne Wasseranteil) aus dem Behälter kommt oder aber nach einigen Jahren „gebraucht“ 10% Wasser enthält. Man spricht bei letzterem auch vom Nass-Siedepunkt. Eine DOT Studie aus dem Jahr 2000 ergab, dass Bremsflüssigkeit alle 12 Monate etwa 2% Wasser bindet.
Die verschiedenen Bremsflüssigkeiten in der Tabelle sind DOT3/DOT4/DOT5.1 auf Glycolbasis (Polyalkylene Glycol Ether), und das DOT5 auf Silikonbasis. DOT3 und DOT4 Flüssigkeiten sind austauschbar – der einzige Unterschied ist der Siedepunkt. Theoretisch könnte man auch DOT4 und DOT5.1 Flüssigkeiten austauschen, aber ich würde nicht dazu raten. DOT3/4/5.1 können aber nicht mit DOT5 gemischt oder ausgetauscht werden. Sie vermischen sich wie Öl und Wasser – nämlich gar nicht. Zudem zerstören die Flüssigkeiten auf Silikonbasis solche Dichtungen im Bremskreislauf, die auf spezielle Weichmacher-Additive in den DOT3/4/5.1 Bremsflüssigkeiten ausgelegt sind.

Darüber hinaus sollte man über Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis noch wissen:

  • Sie absorbiert kein Wasser, weshalb deren Siedepunkt so hoch ist. Allerdings sammelt sich das Wasser irgendwo an einem tief gelegenen Punkt des Bremskreislaufes und kann dort evtl. Rost verursachen.
  • Sie löst keine Farbe
  • Sie arbeitet nicht mit den meisten ABS Systemen zusammen, weil sie die ABS Pumpe nicht so gut schmiert wie Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis.

Oh, und bitte fragt nicht, warum DOT5.1 auf Glykolbasis aber DOT5 auf Silikonbasis hergestellt werden. Für mich ergibt das auch keinen Sinn.


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Wer oder was ist ein MOPF?

Eines vorweg: Korrekt müsste es heißen „die“ MOPF.

Vielleicht sieht er ja so aus.
Vielleicht ist aber doch die Massachusetts Ocean Partnership Foundation gemeint.
Oder aber einfach nur ein Anbieter für Silberschmuck bei Pforzheim?

Naja, alles möglich, aber dies hier ist eine Seite für Youngtimer und Oldtimer.

Vor einigen Jahren veröffentlichte Micha in der Sternzeit einen Betrag zum Mercedes SL, in dem er behauptet, der MOPF sei ein Gnom oder ein fleißiger Wicht.

MOPF bezeichnet die Modellpflege eines Fahrzeugmodells. Die dabei am ehesten ins Auge springende Änderung ist das Facelift, also die leichte Veränderung von innerem oder äußerem Fahrzeugdesign. Aber auch technische Bauteile können der Modellpflege unterzogen werden.

GeMOPFte Fahrzeuge sind also aus juristischen, technischen, ästhetischen oder aus Kostengründen geringfügig anders gestaltet als das Vorgängermodell. Dies lässt einerseits die Gebrauchtwagen-Preise für ältere Modelle etwas stärker als üblich fallen und lässt andererseits die Suche nach korrekten Ersatzteilen manchmal zur Herausforderung werden. Der Begriff MOPF wird hauptsächlich bei Maybach- und Mercedesfahrzeugen verwendet.

Die Bremsen Bibel (Teil 2)

Bremskraftverstärker und Geberzylinder

Bremskraftverstärker sollen die Energie des Motors oder einer anderen Kraftquelle (z.B. Batterie) nutzen, um die Bremskraft von Fuß oder Hand zu verstärken. Wenn die Kraft von Fuß und Bein schon gar nicht so gering ist, kann der Verzögerungseffekt mit fremder Kraft noch erheblich  verstärkt werden. Die vier am meisten verwendeten Bauweisen eines Bremskraftverstärker setzen Vakuum, Luft- oder Gasdruck, Hydraulik oder Elektrohydraulik ein. In den meisten Autos sind Bremskraftverstärker mit Vakuumtechnologie verbaut. Dabei wird mit Druck auf das Bremspedal über eine Spindel oder Stange ein Vakuumventil mit Verbindung zum Geberzylinder geöffnet. Der üblicherweise durch den Ansaugstutzen/- krümmer erzeugte Unterdruck saugt  eine Membran (Deckenscheibe) an. Hydraulische Systeme verwenden meist die Kraft aus dem System der Servolenkung, um Druck auf den Geberzylinder auszuüben. Elektrohydraulische Systeme haben einen eigenen Motor, mit dem der hydraulische Druck erzeugt wird. Der Hauptvorteil dieser Systeme ist die Tatsache, dass die Bremskraftverstärkung anders als bei den anderen Bauweisen auch dann noch funktioniert, wenn der Fahrzeugmotor ausfällt. Solange eine Spannung durch die Batterie anliegt, kann die Bremskraftverstärkung genutzt werden.

Aufbau des Geberzylinders

Geberzylinder sind aus diversen Feinmechanikbauteilen, Federn, O-Ringen und Gummidichtungen mit wenig Toleranz aufgebaut. Die Darstellung des Zweikreis-Geberzylinders ist etwas vereinfacht.

Bremskraftverstärker (Geberzylinder)

Noch ein letztes Wort zum Geberzylinder: Diese sind bei älteren Fahrzeugen als Ersatzteil sehr teuer. Gerade bei Fahrzeugen die ca. 20 Jahre alt waren, überstieg der Preis des zu ersetzenden Geberzylinders leicht den Restwert des Gebrauchtwagens. Seit Mitte der 90er sind aber die Preise aktueller Fahrzeuge auch durch Druck der verschiedenen Online-Anbieter mit Ersatzteilen gefallen und liegen meist bei unter 200 EUR. Daher wäre es bei diesem Preis wenig sinnvoll, einen undichten Bremskraftverstärker zu reparieren anstatt ihn zu ersetzen.

Warum zwei Bremskreisläufe?

In der oben dargestellten Schemazeichnung des Geberzylinders sieht man zwei Kolben und zwei Bremskreisläufe. Das ist bei heutigen Fahrzeugen das übliche Design und sorgt für eine Redundanz im Bremssystem. Die Idee dahinter ist, dass zwei Bremsen – jeweils eine vorn und eine hinten – in einem Kreislauf miteinander verbunden sind. Bei vier Bremsen sind das also zwei Kreisläufe. Aber warum? Nun, stellen wir uns vor, aus irgendeinem Grund hätten wir eine undichte Stelle im Bremskreislauf, zum Beispiel vorne-links. Wären alle vier Bremsen an einem Kreislauf und der Geberzylinder würde Druck in dem System aufbauen, träte Bremsflüssigkeit aus und am Nehmerzylinder käme der Druck nie an. Das Bremsen wäre dann ein eher plötzlicher Moment, wenn das vordere Ende unseres Fahrzeugs mit dem Hinteren des Vorausfahrenden eine Einheit formt. Durch die zwei Bremskreisläufe haben wir aber immer noch einen Rest Bremskraft. Das ist immer noch besser als gar nichts.

Zweikreis-Bremssystem

Ein paar Worte zur Handbremse

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Handbremsen oder Feststellbremsen zwar gut geeignet sind, um beeindruckende Drifts und Slides hinzulegen, sich aber wenig eignen, um ein Fahrzeug zu verlangsamen. Selbstverständlich führen sie zu einer Verzögerung des Vortriebs, aber gewiss nicht mit signifikanter Leistung. Handbremsen sind nur über einen Bowdenzug aktiviert und die einzige aktivierende Kraft kommt aus Deinem Arm. Darüber hinaus wirken sie üblicherweise nur an den Rädern der Hinterachse; bei Trommelbremsen auf einen der Bremskolben, bei Scheibenbremsen üblicherweise auf ein zweites paar Bremsklötze im Bremssattel. Diese müssen aber nie ersetzt werden, da sie nur bei Stillstand des Fahrzeuges betätigt werden und daher kaum abnutzen. Ihre geringe Größe ist ein weiterer Grund, warum die Bremskraft der Handbremse eher unterirdisch ist.

Wann soll die Handbremse benutzt werden und wann nicht?

Typischerweise wird die Handbremse betätigt, wenn Du geparkt hast oder nach Anhalten an einer Ampel oder vor den Anfahren an einer Steigung. Der Grund ist einfach: Ohne Deinen Willen soll das Fahrzeug nicht wieder losrollen, nachdem Du angehalten hast. An der Ampel vermindert eine angezogene Handbremse einen eventuellen Schaden bei den Vorausfahrenden, falls Dir jemand ins Heck rauscht. Auch bei Fahrzeugen mit Automatikschaltung ist der P-Gang nie so kräftig wie die Feststellbremse, mal ganz davon abgesehen, dass dadurch Kupplung und Getriebe belastet werden. In manchen Mercedes- und US-Fahrzeugen ist die Handbremse gar keine, sondern eine zweite Fußfeststellbremse, die über einen meist zweiten Hebel wieder gelöst werden können.

Wer die Handbremse bei einer Geschwindigkeit über 30 km/h betätigt, wird dafür sorgen, dass das Heck ausbricht. Das ist großartig für kleinere Stunttricks, schlecht um zwischen zwei Fahrspuren im Berufsverkehr anzuhalten. Auch sollte man die Handbremse nach Möglichkeit nicht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt benutzen. Man riskiert dabei, dass die Züge oder die Kolben der Feststellbremse fest frieren. Es soll Leute geben, die sich für den Darwin Award nominieren wollten und begannen, die festgefrorene Bremse mit offener Flamme zu lösen. Das ist eine schlechte Idee, da man sich meist in unmittelbarer Nähe zu Kraftstofftank- und Leitung befindet. Stattdessen sollte man auf ebenem Gelände parken und die Automatik-Gangschaltung auf P, die Handschaltung auf R stellen.

Regionale Unterschiede

Aus irgendeinem Grund werden Feststellbremsen in Europa mit wesentlich mehr Spannung ausgeliefert als in den USA. Bei amerikanischen Autos wird man mit Ausnahme des Warnlichts für die Handbremse (P) im Cockpit beim Anfahren wenig von ihrer Existenz bemerken, bis Du schließlich am Geruch erkennst, dass sie Dir gerade weg gebrannt ist.


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eBay Preise für klassische Mercedes

 

Ich habe mir die Mühe gemacht und über ein Jahr die Verkäufe von ausgewählten Mercedes Youngtimern und Oldtimern bei eBay verfolgt. Dabei kamen nur die Fahrzeuge auf die Liste, die auch tatsächlich verkauft wurden. Dies gibt ein realistisches Bild des tatsächlichen Marktwerts, denn Wertgutachten orientieren sich zu häufig an den Mondpreisen der Händler. Bei eBay aber finde ich einen Preis, zu dem sich Käufer und Verkäufer einig wurden. Blieben die Gebote unter dem vom Verkäufer festgesetzten Mindestpreis oder wurde kein Mindestgebot abgegeben oder tauchte der Wagen kurz nach abgeschlossener Auktion wieder auf dem Markt auf, dann kam er auch nicht auf die Liste.

Die Zustandsnoten sind für die bei eBay gehandelten Fahrzeuge typisch. Nur wenn der Verkäufer auf ein aktuelles Gutachten verweisen konnte, waren bessere Noten als 3 möglich. Das ist bei eBay aber eher selten der Fall. Eine 3 bedeutet, der Wagen hat noch mindestens 1 Jahr bis zur nächsten HU und augenscheinlich keine erkennbaren Schäden. Fahrzeuge ohne Zulassung (auch Importfahrzeuge) oder mit Wartungsstau oder Reparaturbedarf bekommen eine 4. Wenn die Bilder oder die Beschreibung des Anbieters auf einen Ersatzteilträger schließen lassen, ist die Bewertung 5.

Die meisten Angebote stammen von Anbietern in NRW  + 100 km. Es mag also regionale Unterschiede im Preis geben. Wenn der Kilometerstand mit 333 in der Liste eingetragen ist, dann war er vom Verkäufer nicht angegeben.

Hersteller

Modell

Typ

Baujahr

km (in Tsd)

Zustand

Preis

Mercedes

190

EVO 2.3

1985

302

4

2910

Mercedes

190

1986

216

3

655

Mercedes

200

/8

1970

96

4

1521

Mercedes

200

W115 /8

1971

170

3

2910

Mercedes

200

/8

1972

150

4

2310

Mercedes

200

/8

1975

200

3

1310

Mercedes

200

W115 /8

1975

167

3

4000

Mercedes

200

W123

1978

140

2

3900

Mercedes

230

1987

280

2

851

Mercedes

230

Kombi

1989

320

3

750

Mercedes

240

W115/8 3.0D

1974

250

4

2630

Mercedes

250

W123

1979

185

2

3310

Mercedes

280

SLC

1979

293

3

3412

Mercedes

450

SL (US Version)

1977

233

4

5751

Mercedes

180C

1994

410

3

1380

Mercedes

190DC

1964

5

2500

Mercedes

190E

1988

171

3

635

Mercedes

190E

2,3

1991

270

3

617

Mercedes

190E

2,5l – 16V

1991

234

4

4343

Mercedes

200D

1966

158

2

4800

Mercedes

200D

W110

1966

233

3

6800

Mercedes

200D

W110

1967

170

3

4310

Mercedes

200D

w111 heckflosse

1967

333

4

3610

Mercedes

200D

w108, 2,5l

1969

178

3

2470

Mercedes

200D

/8

1970

203

3

1920

Mercedes

200D

W115 /8

1972

153

3

2509

Mercedes

200D

/8

1973

333

4

2410

Mercedes

200D

/8 W115

1973

333

3

2720

Mercedes

200D

w115 /8

1974

333

4

1409

Mercedes

200D

/8 W115

1975

220

3

2500

Mercedes

200D

Strich8, ATM

1975

333

4

2900

Mercedes

200D

1980

183

3

1810

Mercedes

200D

W123

1980

138

4

3521

Mercedes

200D

w123

1980

350

3

2010

Mercedes

200D

w123

1980

92

4

2222

Mercedes

200D

w123

1981

200

4

750

Mercedes

200D

1988

350

3

1004

Mercedes

220D

/8

1969

147

3

2610

Mercedes

220D

1970

142

3

1290

Mercedes

220D

/8 (falscher motor)

1970

142

3

1121

Mercedes

220S

1957

333

5

2010

Mercedes

220S

Ponton Cabrio

1958

200

4

38000

Mercedes

220SEB

Cabrio

1962

205

3

30150

Mercedes

230C

W123 coupe

1977

192

4

3010

Mercedes

230C

W123

1977

180

4

1508

Mercedes

230C

W123

1979

122

3

5339

Mercedes

230CE

W123

1980

104

4

6950

Mercedes

230CE

W123

1982

250

5

1061

Mercedes

230E

1981

163

3

3004

Mercedes

230E

1992

173

2

2900

Mercedes

230SL

W113, Pagode

1966

100

2

35000

Mercedes

240D

/8 3 liter motor

1976

333

3

2010

Mercedes

250CE

W114 /8 Coupe

1969

21

2

10050

Mercedes

250ce

W114 /8 coupe

1969

120

2

8051

Mercedes

250CE

W114 /8 (LPG)

1969

154

4

2510

Mercedes

250CE

1970

109

3

5050

Mercedes

250CE

/8 W114

1970

200

3

5000

Mercedes

250CE

/8 W114

1970

118

4

3510

Mercedes

250CE

/8

1971

196

3

2500

Mercedes

250CE

W114 /8

1971

57

4

1410

Mercedes

250CE

/8

1974

333

4

1701

Mercedes

250S

w108

1968

300

4

2950

Mercedes

250SEB/SEC

w111 coupe

1966

215

5

4232

Mercedes

280C

/8 coupe-cabrio

1974

47

3

9500

Mercedes

280C

/8 W114

1974

333

4

3343

Mercedes

280CE

/8 Motor Aufbau

1969

171

3

4499

Mercedes

280CE

/8 W114

1972

161

5

3521

Mercedes

280CE

/8

1973

245

2

5100

Mercedes

280CE

W114 /8

1973

184

3

4500

Mercedes

280CE

W115

1975

155

4

1010

Mercedes

280CE

w123

1977

210

4

1990

Mercedes

280S

W116

1979

200

3

3870

Mercedes

280SE

/8

1970

61

2

5850

Mercedes

280SE

1970

200

5

1912

Mercedes

280SE

1971

190

3

5555

Mercedes

280SE

V8 W108

1971

170

3

5685

Mercedes

280SE

1975

177

4

1320

Mercedes

280SE

1975

112

2

2960

Mercedes

280SE

1977

105

2

3500

Mercedes

280SE

1977

194

4

2232

Mercedes

280SE

1979

260

4

905

Mercedes

280SE

mit LPG

1979

263

4

1260

Mercedes

280SEC

1968

133

3

11.161

Mercedes

280SEC

Flachkühler Coupe w111

1970

333

4

7777

Mercedes

280SL

R107

1978

144

3

8266

Mercedes

280SL

R107

1979

167

3

10700

Mercedes

280SL

1981

198

2

7450

Mercedes

280SLC

W107

1975

121

3

4860

Mercedes

280SLC

1978

165

3

3810

Mercedes

280SLC

1978

155

4

1600

Mercedes

280SLC

W107

1978

155

4

1660

Mercedes

280SLC

1979

180

3

5650

Mercedes

280SLC

W107

1980

107

4

1681

Mercedes

300CE

1991

287

3

2010

Mercedes

300D

/8 US Import

1976

101

4

4121

Mercedes

300G

1980

73

2

11605

Mercedes

300SD

w116

1979

250

3

3099

Mercedes

300TD

w123

1981

348

4

1110

Mercedes

310 Typ 602

Kastenwagen FW

1984

22

1

3550

Mercedes

350SL

1977

217

3

14800

Mercedes

350SLC

W107

1976

186

5

2565

Mercedes

380SL

1980

360

3

8350

Mercedes

450SEL

1979

122

4

3100

Mercedes

450SL

1973

200

2

8000

Mercedes

450SL

R107

1973

200

4

4840

Mercedes

450SL

R107

1976

125

2

9750

Mercedes

450SL

R107

1980

333

5

2900

Mercedes

450SLC

W107

1970

333

4

1411

Mercedes

450SLC

1974

235

4

1509

Mercedes

450SLC

1976

235

5

1232

Mercedes

450SLC

1978

189

4

2900

Mercedes

450SLC 5.0

W107

1979

300

2

7500

Mercedes

500 SEL

1993

350

4

1040

Mercedes

500SE

1981

170

2

6000

Mercedes

C 180

Sport

1995

280

2

1454

Mercedes

C 240

T

1999

300

3

2311

Mercedes

C180

1995

126

3

1732

Mercedes

C180

1996

164

3

1710

Mercedes

E 200

Classic (RHD)

1996

220

4

1400

Mercedes

S 250

1968

250

4

2232

Mercedes

S250

1968

333

4

2810

Mercedes

S350

1978

214

4

1671

Mercedes

S350

1978

214

4

1750

Mercedes

SE 280

1978

300

4

755

Mercedes

SL

1958

5

19000

Mercedes

SL280

1979

172

4

7250

Mercedes

SL350

1972

333

2

9540

Mercedes

W186

Adenauer (Diesel)

1953

300

5

7950

Mercesdes

280S

1970

140

2

3610


 

 

 

112 gilt europaweit

Früher standen die Nummern 110 und 112 als Notrufnummern auf jedem Telefon und erst recht in jeder Telefonzelle. Aber im Ernst: Wann hast Du zuletzt aus einer Telefonzelle angerufen? Im Zeitalter von Smartphone und Facebook haben solche Dinosaurier anscheinend ausgedient. Über 80% der Bevölkerung kennt diese Nummer nicht (mehr). Und weil sowohl in der Werkstatt als auch im Verkehr ständig irgendwelche Gefahren lauern, weil ich Ersthelfer/Betriebshelfer mit jährlichen Folgekursen bin und einfach weil man es wissen sollte, mache ich hier mal ein bischen Werbung für die Notrufnummer.

Bild-Quelle: siehe unten

In der gesamten EU sind unter der Notrufnummer 112 Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste erreichbar. Doch drei Viertel der EU-Bürger wissen nicht, dass sie im Notfall an jedem Ort in der EU die 112 wählen können. In Deutschland wissen dies nur 18 Prozent der Befragten einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage.

Es können überall und jederzeit Unfälle geschehen. Wenn Du in einen Unfall verwickelt oder Zeuge eines solchen bist, wenn Du siehst, dass es brennt, oder einen Einbruch bemerkst – egal, ob aus dem Festnetz oder vom Mobiltelefon wähle die 112 gebührenfrei.

Die Rufnummer 112 tritt dabei nicht an die Stelle der bestehenden nationalen Notrufnummern. In den meisten Ländern ergänzt sie diese. Dänemark, Finnland, die Niederlande, Portugal, Schweden und seit Kurzem auch Rumänien haben sich jedoch für die 112 als einzige Notrufnummer entschieden. Die 112 wird auch in einigen Ländern außerhalb der EU verwendet (wie etwa die Schweiz und Südafrika) und ist weltweit in GSM-Mobilfunknetzen benutzbar.

Mehr dazu unter hier.

Bildquelle von „Blaulicht“: piqs.de, some rights reserved.

Die Bremsen Bibel (Teil 1)

Bremsen – was soll das?

Die schnelle Antwort: Sie verlangsamen dein Tempo (Wow, diese Zeile ist verdächtig für die Nominierung zum Wortspiel-Award)

Die ausführliche Antwort: Bremsen sind darauf ausgerichtet, um ein Fahrzeug zu verlangsamen, aber möglicherweise nicht so wie man denken könnte. Ein weit verbreiteter Irrtum ist anzunehmen, dass Bremsen gegen eine Trommel oder eine Scheibe drücken, und dass der Druck dafür verantwortlich sei, das Fahrzeug zu verlangsamen. Nun ja, das ist nur ein Teil Gleichung. Tatsächlich wandeln Bremsen die Energieform. Wenn sich ein Fahrzeug bewegt, sprechen wir von kinetischer Energie. Beim Bremsen wird die kinetische Energie in thermische Energie umgewandelt. Die Kühlung führt die Wärme ab und das Fahrzeug verliert an kinetischer Energie bis zum Stillstand. Dies beruht auf dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik auch bekannt als Energieerhaltungssatz. Während alle Energieformen unter gewissen Bedingungen vollständig in thermische Energie umgewandelt werden können, gilt das in umgekehrter Richtung nicht.

Wer Motorrad oder Autos im Rennsport fährt, kennt den Verlust der Bremskraft, wenn die Wärmeentwicklung zu groß wird. Der eine oder andere kennt vielleicht auch die Warnungen bei starkem Gefälle, die Motorbremse zu verwenden. Denn sind die Teile einer Bremse erst einmal heiß gelaufen, können sie nicht mehr den benötigten Teil der kinetischen Energie umwandeln. Unter starker Hitze neigt das Material zur Vaporisation, bildet ein heißes Gas, das versucht, zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe zu entweichen. Ähnlich wie Reifen bei Aquaplaning findet kein Kontakt der beiden Komponenten statt und somit unterbleibt die Reibung. Voila. Bremsverlust.

Die übliche Lösung wäre, jetzt weniger zu Bremsen und im Idealfall anzuhalten, bis die Bremsen abgekühlt sind. Außerdem ist der oben beschriebene Verlust der Bremsleistung eher bei älteren Fahrzeugen anzutreffen. Bei moderneren gelochten und innen belüfteten Bremsen, können die Bremsbeläge wesentlich heißer werden. Dann wird aber irgendwann die Bremsflüssigkeit sehr heiß und wirft Blasen, weil sie kocht. Da Gas aber wesentlich komprimierbarer ist als Bremsflüssigkeit, kann man den Fuß gar nicht tief genug auf das Bremspedal stützen. Voila. Schon wieder Bremsverlust.

BremsscheibentypenIch spare mir an dieser Stelle die sehr ausführliche Behandlung von verschiedenen Bremsscheibentypen, Bremsbelagtypen und Bremsentypen in der Übersetzung. Wer daran im Detail interessiert ist, findet eine Abhandlung in englischer Sprache in Chris Loghursts Brake Bible . Stattdessen gehe ich direkt über zur


Übertragung der Bremskraft

Alles gut und schön mit den Bremsen, aber diese müssen ja auch irgendwie ausgelöst werden.

Seilzug- oder Bowdenzugbremse

Dies ist die einfachste verfügbare Bremse. Ein Seilzug ist am einen Ende mit einem Hebel verbunden und sobald man mit dem Fuß oder der Hand diesen Hebel betätigt, wird auf der anderen Seite des Zuges ein Hebel ausgelöst, der zwei Teile einer Bremszange zusammen drückt. Üblicherweise ist diese Art einer Bremse bei Fahrrädern zu finden.

Bremsstange

Einen kleinen Schritt weiter sind wir bei der Bremsstange, wie sie meist bei älteren Motorrädern und einigen Oldtimern anzutreffen ist. Diese Bremse erlaubt uns, die Bremskraft über diverse Hebel zu verstärken. Typischerweise wirkt die Bremskraft dann auf Trommelbremsen. Der Nachteil ist, dass dieser Bremsentyp Scharniere und Drehgelenke benötigt, um die genaue Position der einzelnen Teile der Bremse zu fixieren.

Hydraulische Einkreisbremse

Noch einen Schritt und wir sind bei den heute üblichen Bremssystemen angekommen. Verschwunden waren die Bowdenzüge und Stangen und stattdessen ersetzt durch ein System von  Geberzylinder, Nehmerzylinder, Kolben, Flüssigkeitsbehälter und Hydrauliköl. Diese werden durch eine Bremsleitung verbunden und mit nicht komprimierbarem Hydrauliköl gefüllt (siehe Abbildung unten). Wenn die Bremse betätigt wird, drückt dies einen kleinen Teil der Bremsflüssigkeit in den Geberzylinder. Weil die Flüssigkeit aber nicht verdichtet wird, kann der Druck über die Bremsleitung umgehend zum Nehmerzylinder weiter geleitet werden, wo der Bremskolben herausgedrückt wird. Wegen dieser Konstruktion kann Wärme von den Bremsen wieder in die Bremsflüssigkeit abgeleitet werden.

Hydraulische Zweikreisbremse

Dieses kompliziertere System ist zumeist bei High-End Autos oder modernen Motorrädern – besonders bei BMW – zu finden. Es arbeitet mit zwei getrennten Hydraulikkreisläufen. Einer ist der Steuerungskreislauf und dieser wird mit dem Fuß oder der Hand betätigt. Der zweite wird nur über eine Computersensorik gesteuert und löst das eigentliche Bremsen aus. Wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt, wird ein Signal über den Steuerungskreislauf an die Bremseinheit gegeben. Dort wird gemessen, mit welcher Stärke das Bremspedal betätigt wurde. Über ein Servopumpensystem wird dies dann an den Bremskreislauf weiter gegeben. Dabei kann die Kraft erheblich verstärkt werden und zudem kann der Computer eingreifen, wenn jemand etwas sehr sinnloses – wie zum Beispiel eine Vollbremsung bei über 180 km/h – auslöst. Stattdessen wird das ABS oder andere Bremsassistenten ermöglichen, weiterhin die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten. Der Vorteil des Zweikreisbremssystems ist, dass der Steuerungskreis nicht der Wärmeableitung ausgesetzt ist. Nachteilig ist die doppelte Wartung von zwei getrennten Hydraulikkreisläufen.

Brake-by-wire

Das fortschrittlichste heute auf dem Markt verfügbare Bremssystem ist brake-by-wire. Diese direkt aus dem Rennsport übertragene Technik ist in einigen Teilen sehr ähnlich zur oben beschriebenen hydraulischen Zweikreisbremse. Nur ist hier das Steuerungssystem nicht mehr hydraulisch, sondern elektronisch aufgebaut. Das Bremspedal ist mit einem sehr empfindlicher Regelwiderstand verbunden. Hierüber wird an den Steuerungscomputer ein unterschiedlich starkes Signal weiter geleitet. Ab dem Steuerungscomputer funktioniert das Bremssystem wie schon für den zweiten Kreis oben beschrieben.

Der Vorteil dieses Systems ist, dass man das Bremspedal eigentlich überall verbauen kann. Um dem Fahrer auch das Gefühl zu geben, dass er wirklich einen Bremswiderstand hat, haben die meisten Systeme eine Feedback-Schleife eingebaut, die künstlich einen bestimmten fühlbaren Gegendruck aufbaut. Tatsächlich ist aber keine physische Verbindung zum tatsächlichen Bremskreislauf vorhanden.


Dieser Text ist an Personen gerichtet, die sich selbst um Pflege und Wartung ihres Fahrzeugs kümmern (wollen). Auf dieser Seite wird privates Wissen vermittelt. Der Autor, der Übersetzer und der technische Anbieter dieser Seiten sind nicht verantwortlich für Sach- oder Personenschäden, die direkt oder indirekt durch das praxisnahe Umsetzen dieses Textes entstehen. Wer sich selbst oder sein Auto verletzt, findet bitte einen anderen Schuldigen. Dies ist die einzige rechtlich autorisierte Übersetzung der Car Bible von Chris Longhurst in deutscher Sprache.

Classic Days 2011 auf Schloss Dyck

Am 06. und 07. August 2011 finden auf Schloss Dyck die Classic Days statt. Auf der Homepage des Veranstalters gibt es weitere Informationen zur Anfahrt und zum Programm. Die Eintrittspreise der Classic Days am Schloss Dyck steigen im Jahr 2011 erneut. Die Classic Days sind zwar auch weiterhin eine 100% ehrenamtlich und freiwillig ausgerichtete Großveranstaltung zugunsten der Restaurierung und des Erhalts von Schloss und Parkanlagen von Schloss Dyck, aber die Preise sind mit 24 EUR (Tageskarte) und 36 EUR (beide Tage) meiner Meinung nach recht üppig. Dafür treffen sich dort auch nur die Reichen und Schönen vor echt extrem teuren Oldtimern. Im Vorverkauf sind die Karten etwas günstiger. Es kann dann jedoch vorkommen, dass das gesamte Wochenende in Wasser fällt – wer weiß schon, wie das Wetter wird. Ein paar Impressionen aus dem letzten Jahr gibt es hier und im Video.

Selfmade Autowachs in der Anwendung

Ich bin ja ein großer Freund der selbst erstellten Produkte, solange sie einen gewissen Qualitätsstandard erfüllen. Und wenn man dabei auch noch mächtig sparen kann, freut mich das besonders. Eines der besten, geradezu religiös verehrten Produkte im Bereich Autopflege ist Swizöl. Diejenigen unter Euch, die eh nur Originales an ihren blitzblank funkelnden Über-Benz lassen, können hier jetzt abbrechen und weiterhin die extrem teuren Fläschchen und Döschen kaufen.

Allen anderen sei folgendes Rezept vorgeschlagen:

120 Gramm Carnaubawachs,
 je 10 Gramm Kokosöl, Jojobaöl, Macadamianussöl, Avocadoöl, Mandelöl, Orangenöl und Aprikosenkernöl,
 1 Gramm Vanilleextrakt,
 insgesamt 5 Gramm der verschiedenen Emulgatoren,
 40 Tropfen von dem Konservierungsmittel,
 destilliertes Wasser nach Gefühl - nicht zuviel - so zwischen 40 und 70 ml.

Den vollständigen Beitrag zur Herstellung des Wachses mit Beispielen findet man im W123 Forum.

Hinweis: Das Auftragen von Wachs ist absolut schadlos und neben dem Glanzeffekt bedeutet es einen guten Schutz für Lack und Karosserie. Anders verhält es sich mit dem Polieren, denn Polieren bedeutet immer auch Schleifen. Das heißt, bei jeder Lackpolitur werden auch ein paar µm Lack abgetragen, bis schließlich nichts mehr da ist.

Horst Günter Ludolf ist verstorben

Seit heute steht es in vielen Nachrichten

Der Mann am Telefon bei den Ludolfs ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Die Springer Presse will erfahren haben, dass er eine Packung Zigaretten ins Grab bekommt und DMAX stellt sein Programm um.  Weil zum Schrauben am Auto auch der eine oder andere Besuch auf dem Schrottplatz dazu gehört und weil die Ludolf Brüder unter den Schrottis einen gewissen Kultstatus besitzen, sei dies hier im Blog erwähnt. Der Rest ist in der Presse zu lesen:

Welt, BZ, Stern, DMAX, Spiegel.