Als Sticker noch Aufkleber hießen

In den 70er und 80er Jahren wurde es üblich, nicht nur Warnhinweise oder Urlaubserinnerungen, sondern auch plakative Werbung oder politische Meinung am Fahrzeug zu tragen. Das sicherte – ebenso wie das zugehörige Fahrzeug – durch einfaches Abziehen und Aufpappen schnell die Zugehörigkeit zu einer bestimmten mobilen Gruppe. Die Aufkleber wurden natürlich gern auch mal über eine nicht mehr ganz optimale Lackstelle am Heck geklebt oder sonst einfach am Scheibenrand positioniert. Bei manch einem Fahrer brach plötzlich die Sammelleidenschaft aus und man erkannte vor lauter Aufklebern die Fahrzeugfarbe kaum noch. Letzteres galt besonders für Wohnmobile.

Fast reflexartig denkt man bei den Stichworten 70er Jahre und Aufkleber sofort an die Prilblume, aber deren Trägermaterial war aus Papier sowie die Farben nicht UV-beständig und somit nicht für den Außeneinsatz geeignet.
Manches Motiv hat sich bis heute gehalten wie zum Beispiel der Sylt-Aufkleber (früher gern auf Golf GTI kombiniert mit paarungswilligen Rabbits) oder das unvermeidliche Baby-an-Board. Andere Motive waren fast ausgestorben und erleben jetzt aus aktuellem Anlass ein ungeahntes Revival wie Atomkraft? Nein Danke.
Einige Autos wie R4 oder 2CV-Ente eigneten sich aus Sicht der Besitzer eher zum Bekleben als andere.

In den späten 80er Jahren und danach prangte quer über die Heckscheibe des Opel der Kenwood Aufkleber: Die damals einfachste und billigste Form des Hinterhof-Tunings. Nach der Jahrtausenwende wurde dies durch Tribals auf tiefer gelegtem Audi abgelöst. Ich hätte hier auch gern entsprechende Motive aus der DDR präsentiert, aber dort waren besonders die licht- und wetterbeständigen Klebebildchen wohl Mangelware.

Schlagwörter: ,

Leave a Reply